Cint kauft 91 Prozent von Gapfish für 25,5 Mio. EUR

Übernahme im Panel-Geschäft

Cint, der skandinavische Anbieter für Community-Software, übernimmt den Mehrheitsanteil des Berliner Panelanbieters Gapfish. Der Kaufpreis für 91 Prozent der Anteile beträgt 25,5 Mio. EUR. Bislang gehörte Gapfish der Düsseldorfer Innofact AG und der Beteiligungsgesellschaft north-up GmbH.

Der Aktienkurs von Cint reagiert positiv auf den Kauf von Gapfish
Der Aktienkurs von Cint reagiert positiv auf den Kauf von Gapfish

Den Kaufpreis finanziert Cint durch einen Baranteil von 20,4 Mio. EUR und neu ausgegebenen Aktien in Höhe von 5,1 Mio EUR. Gapfish wurde insgesamt mit 28 Mio. EUR bewertet. Cint erwartet keine wesentlichen Integrationskosten.

Im 12-Monatszeitraum zum 31. März 2021 erzielte GapFish einen Umsatz von 8,0 Mio. EUR, einen Bruttogewinn von 4,7 Mio. EUR und ein EBITDA von 1,3 Mio. EUR. Der Kaufpreis entspricht somit einem Umsatz-Multiple von 2,7. Zum Vergleich: Für das amerikanische Marktforschungsunternehmen Numerator hat Kantar vor kurzem das 8,5fache des Umsatzes gezahlt, wohingegen die Healthcare-Sparte für das 1,15fache des Umsatzes an Cerner verkauft wurde.

Die Börse reagiert positiv

Der Aktienkurs des an der Nasdaq in Stockholm gehandelten Unternehmens reagierte positiv auf den Zukauf von Gapfish. Lt. Aussagen des Unternehmens geht damit eines der größten deutschen Online-Panels in den Besitz der Skandinavier über. Cint bekomme damit Zugriff auf mehr als 500.000 Personen, die Mitglied im ISO-zertifizierten Entscheiderclub sind. In der Imagestudie zu Online-Panels 2018 von marktforschung.de schnitt Gapfish neben Respondi mit jeweils neun Siegeln am besten ab. Der gute Ruf des Berliner Unternehmens dürfte mit ein Grund dafür sein, weswegen es - so das Unternehmen - derzeit keine Pläne gäbe, den Markennamen Gapfish zu verändern.

Von Panelbiz zu Gapfish zu Cint

Für das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut Innofact ist der Verkauf von Gapfish das zweite Mal, dass zunächst ein Online-Panel aufgebaut, betrieben und anschließend mit Gewinn weiterverkauft wird.  Innofact hält auch nach dem Verkauf weiterhin einen Anteil von 9 Prozent an Gapfish.  Schon 2010 wurde das Unternehmen Panelbiz, dass Innofact gemeinsam mit Holtzbrinck Ventures gegründet hatte, an das französische Unternehmen Maximiles verkauft. Maximiles agiert seit 2014 unter dem Namen Bilendi erfolgreich am Online-Panel-Markt.

Geschäftsführer damals wie heute ist Oliver Weyergraf, der lt. Aussagen von Cint unverändert in der Verantwortung für das Deutschland-Geschäft bleiben wird. Er kommentiert den Verkauf: "In den letzten acht Jahren haben wir uns darauf konzentriert, ein technischer Innovator für moderne Marktforschungslösungen für Out of Home (OOH) Forschung, Customer Journey Tracking und Werbewirkungsmessung für die stark nachgefragte DACH-Region zu sein. Wir freuen uns, gemeinsam mit Cint einen neuen Weg einzuschlagen, um unsere Dienstleistungen für noch mehr Kunden auf der ganzen Welt anzubieten."

/hg

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