Büro oder Homeoffice?

Würden Sie ins Büro gehen, wenn Sie auch von zu Hause arbeiten könnten? Ein Großteil von denjenigen, die im Homeoffice arbeiten dürfen, entscheidet sich tatsächlich lieber für das Büro, wie die Ergebnisse einer Bitkom-Umfrage zeigen.

Homeoffice (Bild: StartupStockPhotos - pixabay)
Steigt die Anzahl der Beschäftigten mit Homeoffice-Erlaubnis künftig weiter an? (Bild: StartupStockPhotos - pixabay)

Im Homeoffice arbeiten zu dürfen, ist noch immer ein Privileg. Vier von zehn Festangestellten (41 Prozent) kommen in den Genuss, sich entscheiden zu können, ob sie lieber von zu Haus oder im Büro ihr Tagewerk verrichten möchten. Die meisten lehnen aber dankend ab und ziehen das Büro der Heimarbeit vor. 62 Prozent der Beschäftigten mit Homeoffice-Erlaubnis machen davon keinen Gebrauch und ziehen das Büro als Arbeitsort vor. 38 Prozent arbeiten lieber in den eigenen vier Wänden, wie eine Bitkom-Umfrage unter 1.002 Berufstätigen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren ergab.

Sozialer Kontakt oder Angst vor einem Karriereknick sind Gründe für das Büro

Wer von zu Hause aus arbeiten darf, aber trotzdem lieber ins Büro geht, führt dafür vor allem soziale Gründe an. 59 Prozent der Befragten geben an, es sei ihnen wichtig, im Team zu arbeiten. 56 Prozent erklären, der persönliche Austausch im Büro sei ihnen wichtig. Auch Arbeitsgewohnheiten spielen für viele eine Rolle. 52 Prozent geben an, dass ihre Arbeitsweise eine persönliche Anwesenheit erfordere. Jeder Fünfte sagt, seine Arbeit könne im Homeoffice nicht erledigt werden und jeder Siebte (15 Prozent) meint, zu Hause nicht produktiv arbeiten zu können. Manche denken bei der Wahl des Arbeitsortes auch an mutmaßliche Karrierechancen. 29 Prozent gehen lieber ins Büro, um im Unternehmen präsent zu sein. Und 11 Prozent geben an, Bedenken zu haben, dass sich fehlende Präsenz negativ auf die Beurteilung durch Vorgesetzte auswirken und etwa bei einer Gehaltsverhandlung nachteilig sein könnte. "Das flexible Arbeiten erfordert klare Regeln - auf Seiten des Arbeitgebers ist Vertrauen gefragt, auf Seiten des Arbeitnehmers ein hohes Maß an Selbstdisziplin", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Mehrheit rechnet mit steigendem Homeoffice-Anteil, viele wünschen gesetzlichen Anspruch

Mehr als die Hälfte aller Befragten geht davon aus, dass sich ortsunabhängiges Arbeiten immer stärker durchsetzen wird: 53 Prozent prognostizieren, dass der Anteil der Mitarbeiter, die in Unternehmen ganz oder teilweise vom Homeoffice aus arbeiten, in den kommenden fünf Jahren steigen wird. 41 Prozent erwarten einen konstant bleibenden Anteil. Dass sich der Trend umkehrt, erwartet hingegen niemand.

Das Arbeiten außerhalb des Betriebes ist bislang nicht gesondert gesetzlich geregelt. Bei vielen Befragten findet die Forderung nach einem Recht auf Homeoffice Zuspruch. So wünschen 45 Prozent einen gesetzlichen Anspruch darauf.

Zur Umfrage: Bitkom Research befragte im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 1.002 Berufstätige von 16 bis 65 Jahren telefonisch.

Veröffentlicht am: 06.01.2020

 

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