Biermarkt: Pils stabil auf Platz 1, Helles legt zu

Studie von Nielsen

Der Bierabsatz geht stetig zurück, doch helle Biere schreiben eine Erfolgsgeschichte. Nielsen hat den Biermarkt im ersten Halbjahr 2019 analysiert. Die Ergebnisse lesen Sie hier.

Unangefochtener Liebling der Deutschen: Pils (Bild: Mabel Amber - Pixabay)
Unangefochtener Liebling der Deutschen: Pils (Bild: Mabel Amber - Pixabay) 

Nach Pils, mit dem die Hersteller im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 15,25 Millionen Hektoliter absetzten, ist helles Bier mittlerweile die zweitgrößte Kategorie im deutschen Biermarkt. Gut zwei Millionen Hektoliter Helles haben die Konsumenten in den ersten sechs Monaten gekauft. Das sind fast vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In der Sortenrangliste für das erste Halbjahr konnte das untergärige Lagerbier an Alkoholfrei und Weizen vorbeiziehen.

Weizenbier immer weniger gefragt

Während alkoholfreies Bier ebenfalls höhere Absatzzahlen verzeichnet, bleibt Weizenbier auf der Verliererstraße. Gewachsen ist die Kategorie zuletzt im Jahr 2010, schrieb Nielsen. Seither sinken die Verkaufszahlen. "Helles wird wahrgenommen als jung und trendig, Weizen dagegen wirkt traditionell", zitiert die WamS Marcus Strobl, Biermarktexperte bei Nielsen.

Helles wachse daher vor allem zulasten des Weizenbiers, so die Marktforscher. Erfolg hätten vor allem die bayerischen Marken. Zwar bieten auch nationale Branchenriesen wie Krombacher und Veltins mittlerweile ein Helles an, das aber spielt laut Nielsen in den Verkaufszahlen eine untergeordnete Rolle.

Trotz weniger Nachfrage: Umsätze steigen dank teurerem Hellen

Rund 36 Liter Bier und Biermixgetränke hat jeder Bundesbürger im ersten Halbjahr gekauft. Das sind zwei Drittel Liter weniger als ein Jahr zuvor. Trotzdem haben sich die Bierausgaben leicht erhöht: von 3,87 auf 3,9 Milliarden Euro oder umgerechnet 48,75 Euro pro Person. Auch da spielt laut Bier-Experten Strobl zufolge der Trend zum Hell-Bier eine Rolle. Denn während Pils im Schnitt für 1,26 Euro zu haben ist, verlangt der Handel für ein Helles durchschnittlich 1,57 Euro. Immerhin 40 Prozent der Menge werden zu Kistenpreisen von mehr als 17 Euro verkauft.

Aber wo kaufen die Deutschen ihr Bier ein? Am häufigsten wird Bier in Super- und Verbrauchermärkten gekauft. Auf Platz zwei folgen die Getränkemärkte. Das ist jeweils ein Absatzminus von drei bis vier Prozent. Zulegen konnten dagegen die drittplatzierten Discounter, vor allem deshalb, weil das Dosenbier zurückgekehrt ist. durch die Rückkehr des Dosenbiers. "Die Dose ist derzeit anders als Plastik fernab jeder Umweltdiskussion, sagt Strobl. Daher haben die Verbraucher beim Einkauf auch kein schlechtes Gewissen". Noch dazu sei die junge Generation durch Energydrinks und Co. ohnehin an Dosen gewöhnt.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

ÖVP-Korruptionsaffäre

Neues von Sabine Beinschab und dem VMÖ

20.10.2021 - Nachdem sich der Verband der Marktforscher Österreichs, der VMÖ, zunächst nicht zur ÖVP-Korruptionsaffäre äußern wollte, hat sich nun die Vorsitzende Alice Flamant zu Wort gemeldet. Des Weiteren gibt es Hintergrundinformationen zur Festnahme und Enthaftung der… weiterlesen

 
SOEP-Erkenntnisse

Ehrenamt boomt auf dem Land

Zwei Frauen Bauern Land Herbst Ernte Erntekranz Weizen

20.10.2021 - Eine DIW-Studie in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut hat untersucht, wie intensiv ehrenamtliches Engagement in ländlichen Räumen ausgeprägt ist. Unterschiede lassen sich etwa nach Grad der „Ländlichkeit“ und sozioökonomischer Lage feststellen. Engagement ist in… weiterlesen

 
Studie von Qualtrics

Etwa die Hälfte aller deutschen Vollzeitbeschäftigten plant Jobwechsel

Arbeitsstress, Burnout (Bild: picture alliance / Zoonar | Elnur Amikishiyev)

19.10.2021 - Umbruchsstimmung in vielen Unternehmen: Nahezu die Hälfte aller deutschen Vollzeitbeschäftigten plant einen Jobwechsel in den nächsten zwölf Monaten. Als Gründe werden Burnout, Stress und mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten genannt. Arbeitnehmer, die aufgrund der… weiterlesen

 
Branchenumfrage: Große Full-Service Institute

Imagestudie 2021: GIM räumt Siegel ab, mindline dicht dahinter

ive stars rating on the table. 3D illustration (Bild: picture alliance / Zoonar | Cigdem Simsek)

18.10.2021 - Drei Jahre nach der letzten Veröffentlichung der marktforschung.de-Imagestudie Marktforschungsdienstleister wollten wir es wieder wissen: Wie bekannt sind die einzelnen Institute? Wie hoch ist die Bereitschaft, die Institute weiterzuempfehlen und wie ist es um deren… weiterlesen

 
News aus der Branche

GOR22 in Präsenz, YouGov und DVJ Insights mit Verstärkung

GOR22 wieder in Präsenz (Bild: marktforschung.de)

18.10.2021 - Statt virtuell in echt und live: Die DGOF gibt bekannt, dass die GOR22 wieder in Präsenz stattfinden wird. Die Institute YouGov und DVJ Inisghts melden derweil neuen Personalzuwachs und Insight250 ernennt Crispin Beale zum neuen CEO. weiterlesen

 

Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter xing linkedin