Bier gestürzt, Sorgen gemacht

Medienspiegel

In unserem Medienspiegel geht es diesmal um einen erneuten Facebook-Datenskandal, um den Platz der Menschen in der Marktforschung und die Ängste der Älteren beim Blick auf ihr Geld. Hier finden Sie spannende Geschichten über Menschen, Märkte und Marken!

(Bild: mitrija - fotolia)
(Bild: mitrija - fotolia)

von Tim Farin

Facebook hat für den nächsten Klopper gesorgt – und Apple hat den Stecker gezogen. Das Social Network belohnte Teenager mit Geld dafür, dass diese sich im Gegenzug in ihrem digitalen Nutzerverhalten überwachen ließen. Simon Hurtz berichtet für die Süddeutsche Zeitung über den Skandal, den das US-Internetmedium Techcrunch enthüllt hatte. Es handelt sich danach gewissermaßen um einen Totalangriff auf die persönlichen Daten: "Was vermutlich nur ein Bruchteil der 13- bis 35-jährigen Teilnehmer wusste: Sie verkauften ihre Privatsphäre. Mit der App, die sie installierten, gaben sie Facebook nahezu unbegrenzten Zugriff auf ihr Smartphone."

Marktforschung braucht Menschen

Ist für die Marktforscher bald Sense, weil die Computer-Algorithmen ihnen alle Jobs wegnehmen? Annette Speck blickt für Springer Professional auf die Branche in der Krise – hält aber menschliche Expertise weiterhin für unersetzbar. Speck beruft sich auf die Positionen des Springer-Autoren Thomas Braun, der für eine zielgerichtete Betreuung mittels Baukastensystem und individueller Herangehensweise plädiert. Die These: Daten erheben allein reicht bei Weitem nicht aus, um gute Marktforschung zu liefern.

Daten-Wissenschaftler gesucht

Weil aber Daten immer wichtiger werden, steigt der Bedarf nach Vertretern einer Berufsgruppe, die noch dazu kaum vorhanden ist: Data Scientists, also Datenwissenschaftler. Heise.de berichtet über "die gefragten Schatzsucher in Big Data". "Data Scientists müssen sich mit Mathematik und Statistik auskennen und Domainwissen je nach der Branche haben, in der sie arbeiten", heißt es in der Geschichte von Peter Ilg. Die Marktforscher von IDC beziffern die jährlichen Wachstumsraten bis 2022 bei Big Data und Analytics gemäß heise.de auf 11,9 Prozent.

Das Bedauern von Brauern

Ernüchternde Erkenntnisse von einem Markt mit Tradition: Für die Brauer in Deutschland war 2018 bei Weitem nicht so ein starkes Jahr, wie es bei den Rahmenbedingungen hätte werden können. Mario Brück berichtet für WiWo.de über "Die Auf- und Absteiger am Biermarkt". Größter Sieger: Ur-Krostitzer. Größter Verlierer: Radeberger. Beide kommen aus demselben Unternehmen. Der Radeberger-Chef äußert sich in dem Artikel skeptisch: "Die Brauer werden im Moment von zwei Seiten in die Zange genommen", sagt Niels Lorenz.

Luxus läuft

Besser als für die Big-Bierbrauer läuft es für den Luxuskonzern Louis Vuitton – und zwar seit geraumer Zeit. Aber warum ist diese teure Marke so erfolgreich? Dieser Frage geht Marius Wolf für Orange by Handelsblatt nach. Er beruft sich auch auf Erkenntnisse aus der Marktforschung. Allein der Name des Unternehmens, so Wolf, sei mehr als 41 Milliarden US-Dollar wert. Wolf beschreibt sein persönliches Erleben der Marke am Beispiel eines Besuchs der Filiale auf der Düsseldorfer Königsallee. Sein Fazit nach der Entdeckungsreise: "Es bleibt die Hoffnung, das [sich] meine nächste Freundin Blumen lieber mag als eine Handtasche."

Sorgen der Alten

Haben Sie gut vorgesorgt? Hier ist ein Anlass, einmal drüber nachzudenken. Die FAZ berichtet exklusiv über eine Umfrage der Postbank, die auch für die Einschätzung der Lebensumstände älterer Menschen allgemein relevant ist. Denn Sorgen sind ein wichtiges Thema: Fast die Hälfte der Menschen im Alter von 50 und 65 Jahren befinde sich demnach in einer finanziell schlechteren Lage als eigentlich gedacht. Mehr als ein Viertel der Befragten fürchtet, die Pflegekosten im Altern nicht aus eigener Kraft bezahlen zu können.

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja Gelegenheit, das in Ruhe zu tun. Gute Unterhaltung bei der Lektüre!

Veröffentlicht am: 01.02.2019

 

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