Berufliche Erreichbarkeit hört auch im Urlaub nicht auf

Bitkom Research Umfrage

Urlaub ist Urlaub – sollte man zumindest meinen. Eine aktuelle Umfrage von Bitkom Research zeigt jetzt aber: 70 Prozent der Berufstätigen sind im Urlaub per Messenger oder SMS beruflich zu erreichen. Wie sieht es für die anderen Kanäle aus und inwieweit erwarten die Vorgesetzen die Erreichbarkeit?

Urlaub (Bild: picture alliance / Pacific Press | Matteo Nardone)

Viele Deutsche sind auch im Urlaub beruflich zu erreichen (Bild: picture alliance / Pacific Press | Matteo Nardone)

72 Prozent der Berufstätigen, die in diesem Sommer einen Urlaub planen, sind währenddessen für dienstliche Belange erreichbar. 2020 waren es noch 70 Prozent. Frauen sind mit 62 Prozent deutlich erreichbar als Männer mit 82 Prozent. Bei 60 Prozent erwarten sogar die Vorgesetzten die Erreichbarkeit im Urlaub. Dabei ist das Bedürfnis nach bewusstem Abschalten ist durch Corona besonders hoch. Das zeigt eine Befragung von Bitkom Research.

Welche Kanäle dominieren?

Erreichbarkeit Sommer 2021 Bikom (Bild: Bitkom)

Die Erreichbarkeit von Beschäftigten im  Sommerurlaub nach Kanälen (Bild: Bitkom)

Die Beschäftigen sollten in der Befragung angeben, über welche Kanäle sie im Urlaub beruflich zu erreichen sind, Mehrfachnennungen waren möglich. Ganz vorne mit dabei sind dabei SMS oder Messenger (70 Prozent), dahinter folgend der telefonische (60 Prozent) und der Kontakt per Mail (31 Prozent). Per Videocall sind 21 Prozent zu erreichen und 15 Prozent über Kollaborations-Plattformen wie Microsoft Teams oder Slack. 

Bewusstes Abschalten im Urlaub durch Corona hoch im Kurs

74 Prozent achten nach eigener Aussage durch die Corona-Pandemie stärker darauf, im Urlaub gezielt abzuschalten. 73 Prozent derer, die im Sommerurlaub dienstlich erreichbar sind, gelingt Abschalten nach eigenem Bekunden dennoch gut. 65 Prozent setzen sich im Urlaub feste Zeiten, an denen sie beruflich erreichbar sind. 54 Prozent sind nur um Notfall, etwa über eine spezielle Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, erreichbar. Auch FOMO – Fear of missing out – scheint eine Rolle zu spielen: 41 Prozent sagen sie hätten Angst, etwas zu verpassen, wenn sie im Urlaub nicht ständig erreichbar sind.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer sieht Unternehmen in der Fürsorgepflicht

„Für viele Menschen ist mobiles Arbeiten während der Corona-Pandemie Alltag geworden, Berufs- und Privatleben sind damit stärker verschmolzen als je zuvor. Umso wichtiger ist es, gerade jetzt im von den meisten lange ersehnten Sommerurlaub wirklich abzuschalten und neue Energie zu tanken für den Herbst“,

sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Er sieht dabei vor allem die Unternehmen in der Pflicht. Wichtig sei, dass innerhalb der Unternehmen funktionierende Vertretungslösungen etabliert werden. Eine Störung im Urlaub solle wenn überhaupt dann nur im absoluten Notfall erfolgen.

Hauptgrund für die Dauerreichbarkeit: Pflichtgefühl

60 Prozent derjenigen, die im Sommerurlaub dienstlich erreichbar sind, glauben, dass die Vorgesetzten dies von ihnen erwarten. 55 Prozent wollen damit die angenommene Erwartungshaltung von Kolleginnen und Kollegen erfüllen und 38 Prozent die von Kundinnen und Kunden. 21 Prozent sagen: Meine Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner erwarten dies von mir, 16 Prozent wollen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansprechbar sein.

Und jetzt wollen wir von Ihnen wissen:

Gerne einfach einmal unten abstimmen.

Sind Sie im Urlaub beruflich zu erreichen?
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Methodik

Erhebungsmethode Telefonnische Befragung
Befragte Zielgruppe Berufstätige ab 16 Jahren
Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert? keine Angabe
Stichprobengröße 554 Berufstätige von 1007 Befragten
Feldzeit Juli 2021
Land Deutschland

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