BBE RETAIL EXPERTS: Vertikale Strukturen gewinnen im Schuhmarkt

Köln - Im Schuhmarkt vollzieht sich ein struktureller Wandel in Richtung Vertikalisierung, der sich auch unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung weiter fortsetzen wird. Allerdings verschieben sich je nach Konjunkturlage die Schwerpunkte des Wandels. Die Gesamtentwicklung des Marktes hängt schließlich davon ab, wann die Rezession überwunden ist bzw. welches Ausmaß die Rezession tatsächlich noch annimmt.

Vertikale Strukturen sind eindeutig die Gewinner der Marktentwicklung. Im starken Wettbewerb mithalten können nur solche Unternehmen, die ihre Beschaffungsstrukturen optimieren und die Prozesseffizienz steigern. Vertikal strukturierte und vernetzte Händler wie Hersteller können ihre Vorteile bei der Beschaffung und bei den Prozessen voll ausspielen. Vom Preismarkt bis zum Premiummarkt, in allen Segmenten zeigen vertikale Strukturen ihre Wettbewerbsvorteile und erhöhen den Druck auf konventionelle Anbieter.

Gleichzeitig sind starke Marken eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg. Denn Verbraucher suchen Orientierung – starke Marken geben Orientierung, ob als Händler-, Hersteller- oder Eigenmarke. Der Wettbewerb der starken Marken nimmt keinen Vertriebsweg aus. Wo sich eine Plattform für eine Marke bietet, wird diese genutzt werden. Was in anderen Branchen längst Realität ist, verändert zunehmend auch die Strukturen in der Schuhbranche.

Trotz des Preisdrucks zeigt sich der Markt für Schuhe als verhältnismäßig stabil. Zwar verlor der Gesamtmarkt 1,4 Prozent in 2008, von einem Einbruch kann aber keine Rede sein. Die am stärksten nachgefragten Marktsegmente entstammen dem Qualitäts- und Discountbereich. Dies bedeutet, dass einerseits teure Lederschuhe gekauft werden, andererseits aber auch massenhaft Schuhe im Discountsegment über die Ladentheke gehen. Dem Trend zu mehr Wertigkeit steht also der Trend zum Billigschuh gegenüber.

Ähnlich wie in anderen Konsummärkten zeigt sich demnach auch im Schuhmarkt eine leichte Polarisierung – weg von der Mitte, hin zum Preismarkt auf der einen Seite und zum Qualitäts-/Premiummarkt auf der anderen Seite. Beim genauen Hinsehen ist allerdings erkennbar, dass sich vor allem im unteren Preisniveau Verschiebungen ergeben, welche insgesamt die untere Preismitte oder den sogenannten Preis-Wert-Markt im Segment zwischen 30 und 50 Euro Verkaufspreis stärken. Der Preis-Wert-Markt fixiert zunehmend eine neue, starke Mitte.

In der Gesamttendenz greifen die Herren für Schuhe tiefer in ihren Geldbeutel, wohingegen die Damen eher preiswertere Schuhe kaufen, sich aber dafür deutlich mehr Schuhe zulegen. Jedoch ist dieses nur die halbe Wahrheit, denn im Qualitätsmarkt geben auch die Damen teilweise deutlich mehr Geld für ein Paar Schuhe aus.

Die Geschwindigkeit der Verbreitung der vertikalen Strukturen wird in nächster Zukunft kaum abnehmen. So können Monolabelstores und Flächensysteme bis 2015 laut den Berechnungen der BBE RETAIL EXPERTS ihren Anteil nahezu verdreifachen, mit leichten Vorteilen bei den Flächensystemen. Händlermarken (inkl. Händlermarken des Bekleidungsmarktes) können ihren Anteil um rund 20 Prozent ausbauen.

Wie stark und wie lange die Rezession den Schuhmarkt in Deutschland ergreift, ist noch nicht absehbar. Aber: je höher die Intensität, desto schneller der Strukturwandel, so ein Ergebnis der BBE RETAIL EXPERTS.

Die Schuhmärkte in Europa werden vor allem durch preiswerte Nicht-Leder-Schuhe verändert. In dem neuen Branchenreport „Schuhe“ haben die BBE-Handelsexperten die Marktvolumina zu Endverbraucherpreisen für 12 Länder Europas quantifiziert. Den größten Schuhmarkt in Europa stellt Italien dar, zumindest nach dem Wert der gekauften Schuhe. Gemessen an dem Pro-Kopf-Verbrauch sind die Spanier in der vorliegenden Auswahl Europameister.

Der BBE-Branchenreport "Schuhe" enthält auf über 200 Seiten eine detaillierte Analyse des deutschen Schuhmarktes mit neuer, tiefer gehender Segmentierung, zeigt die Entwicklung und den Wandel des Marktes sowie der Distribution bis zum Jahr 2015 auf und untersucht ausführlich den Markt für Schuhe in 12 europäischen Ländern. So bietet der aktuelle Branchenreport aufgrund seiner dezidierten Analysen die notwendige Orientierung in einem sich wandelnden Markt.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie in unserem Studien-Shop.

Quelle: BBE RETAIL EXPERTS

Veröffentlicht am: 15.05.2009

 

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