BBE RETAIL EXPERTS: Erst ab 2011 wieder schwarze Zahlen für den Fahrradmarkt

Köln - Nach dem außerordentlich guten Ergebnis in 2007 kommt der Fahrradmarkt trotz des anhaltenden Interesses der Bevölkerung an Sport und Gesundheit nur schwer in den nächsten Jahren wieder in Schwung, so das Fazit der Marktanalyse der BBE RETAIL EXPERTS. Erst ab 2011 wird der Markt wieder schwarze Zahlen schreiben können. Doch dann startet er recht zügig durch und kann einen neuen Umsatzhöchstwert erzielen, so die Prognose der BBE-Handelsexperten.

Fahrräder besitzen in Deutschland einen hohen Stellenwert. Neben den Aspekten Umweltfreundlichkeit und Gesundheit tritt die Wirtschaftlichkeit immer mehr in den Vordergrund. Insbesondere auf Kurzstrecken konkurriert das Fahrrad zunehmend mit anderen Verkehrsmitteln.

Der Fahrradmarkt konnte in 2008 das außerordentlich gute Ergebnis von 2007 mit einer Steigerungsrate von mehr als 10 Prozent nicht bestätigen. Die wechselhaften Tendenzen der letzten rd. eineinhalb Jahrzehnte werden bei der Umsatzentwicklung somit fortgesetzt. Der Umsatzverlauf in diesem Zeitraum gleicht immer mehr einer „Alpen-Etappe“, allerdings derzeit ohne Bergankunft.

Das Minus auf dem Fahrradsektor summierte sich im abgelaufenen Jahr auf 57 Mio. Euro. Mit dem aktuellen Umsatzwert von 1,74 Mrd. Euro kann sich der Markt allerdings immer noch auf relativ hohem Niveau – resultierend aus dem enormen Zuwachs von mehr als 100 Mio. Euro in 2007 – stabilisieren.

Ebenso unstet wie die Tendenzen auf dem Gesamtmarkt zeigen sich die Umsatzentwicklungen der meisten Fahrradgruppen in den letzten Jahren. Lediglich Allterrain-Bikes können mit konstanten Minusraten und E-Bikes mit deutlich zweistelligen Steigerungen ihre Entwicklungsrichtung beibehalten.

Natürlich haben es E-Bikes derzeit noch relativ leicht, hohe Steigerungsraten zu erzielen – 2004 bei Null startend, haben sie bis dato bereits eine Umsatzwert von 178 Mio. Euro erreicht. D. h. mit einem Anteil beim Mengenabsatz von aktuell etwa 2,5 Prozent verbuchen E-Bikes mittlerweile eine Umsatzbedeutung von mehr als 10 Prozent.

Dabei ist der Markt in diesem Sektor im Vergleich zu anderen Ländern lange noch nicht ausgereizt, erklärt Karl Oerder, BBE Senior Consultant. In den Niederlanden beispielsweise waren im Jahr 2008 11 Prozent (150.000 Stück) der abgesetzten Fahrräder bereits E-Bikes. Dem stehen auf deutscher Seite etwa 100.000 Stück gegenüber.

Ein wichtiger Teilbereich des Fahrradmarktes bilden Trekking-Bikes, die auf einen Anteil von knapp einem Drittel der abgesetzten Menge kommen. Auch wenn der Verkauf 2008 um etwa 60.000 Stück zurückging, haben sie ihren Marktanteil trotzdem noch um 0,5 Prozentpunkte erhöhen können.

Abgesehen von 2007 setzt sich der negative Abwärtstrend beim Fahrradabsatz in den letzten Jahren konstant fort. Mit aktuell 4,3 Mio. Stück ist der Markt auf dem niedrigsten Stand seit 1997. Auch in naher Zukunft ist noch keine Besserung beim Mengenabsatz erkennbar.

Gleichzeitig wird von einer anhaltend überproportional verlaufenden Wertentwicklung ausgegangen, da die Mengenkomponente des Marktes rückläufig angesiedelt ist. Nach dem klaren Einbruch 2008 von fast 6 Prozent in der Menge ist in den kommenden Jahren mit einer weiteren Reduzierung bis auf 4,1 Mio. Stück zu rechnen. Das wertmäßige Wachstum resultiert damit in erster Linie aus Verschiebungen innerhalb der Fahrradkategorien in Richtung hochwertigerer Segmente.

Konstant wirksam bleiben die Nachfrage stimulierenden Rahmenbedingungen des Marktes. Das Interesse der Konsumenten am Gebrauchsgegenstand Fahrrad ist hoch, gesellschaftliche Tendenzen wie Wellness und Fitness tragen zur stabilen Nachfrage ebenso bei wie stetig steigende Benzinpreise. Und auch wenn die Jahre 2009/2010 von Rückgang bzw. Stagnation geprägt sind, rechnen die BBE-Handelsexperten ab 2011 wieder mit steigenden Umsatzzahlen.

Quelle: BBE RETAIL EXPERTS

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Veröffentlicht am: 07.08.2009

 

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