BBE Automotive-Branchenindex im Juli: Ausbau der Serviceleistungen für zusätzliche Erträge

Köln - Das Stimmungsbarometer ist bei den markengebundenen wie freien Kfz-Betrieben gesunken. Die Indexwerte liegen jedoch mit 116 Punkten bei den Fabrikatshändlern bzw. 114 Punkten bei den Servicebetrieben immer noch auf recht hohem Niveau. Das Gros der Befragten stuft die Lage des eigenen Unternehmens nach wie vor als positiv ein.

Allerdings haben mittlerweile zahlreiche Kfz-Betriebe ihre Umsatzerwartungen zurückgeschraubt. So erwarten die Fabrikatshändler mehrheitlich eine künftig stagnierende bis rückläufige Umsatzentwicklung im Neuwagengeschäft und eindeutige Umsatzeinbußen beim Vertrieb von Gebrauchtwagen. Und viele freie Werkstätten stellen sich auf stagnierende Umsätze im Servicebereich ein.
Die gedämpften Erwartungen der Befragten für die kommenden Monate sind wohl der maßgebliche Grund für den Stimmungsabschwung.

In diesem Zusammenhang gibt Dr. Hermann Frohnhaus, Sprecher des Vorstands der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK), zu bedenken: "Die positiven Effekte der Umweltprämie neigen sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Für die Zukunft müssen wir aber nicht ohne Zuversicht sein. Die Umweltprämie hat dem Handel zunächst einmal neue Kunden beschert. Diese gilt es zu binden und gut zu betreuen."

Die Ertragssäule der Fabrikatshändler bleibt nach wie vor der Service. Mindestens jedem zweiten Autohaus (53 Prozent) und mehr als jedem dritten Servicebetrieb (35 Prozent) gelang es trotz Abwrackprämie ihre Umsätze bei Wartungen/Inspektionen auf dem Vorjahresniveau zu halten. Weitere 18 Prozent der markengebundenen sowie 28 Prozent der freien Kfz-Betriebe konnten ihre Umsätze sogar um fünf bis zehn Prozent steigern.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für den Bereich Verschleißreparaturen. Hier stagnierte der Umsatz zum Vorjahr bei 61 Prozent der Autohäuser und 44 Prozent der Servicebetriebe.

Dass die im Zuge der Abwrackprämie verschrotteten Autos im zweiten Halbjahr 2009 spürbar im Werkstattgeschäft fehlen werden, meinen lediglich 18 Prozent der befragten Fabrikatshändler und 42 Prozent der Inhaber von freien Werkstätten. Die Servicebetriebe sind also ihrer Meinung nach stärker betroffen.

Zu der Frage, warum die Besitzer älterer Fahrzeuge notwendige Reparaturen nicht mehr von den Fachwerkstätten durchführen lassen, gab eine Vielzahl der Befragten die fehlende Kaufkraft der Autofahrer an. Insgesamt 66 Prozent der markengebundenen sowie 73 Prozent der freien Kfz-Betriebe meinten zudem, dass die Werkstattpreise zu hoch seien. Die Bevorzugung von freien Werkstätten ist aus der mehrheitlichen Sicht der Befragten ebenfalls ein entscheidender Grund für jene Entwicklung.

Um verloren gegangene Kunden wieder in die Fachwerkstatt zurückzuholen, planen 94 Prozent der Befragten, zeitwertgerechte Reparaturen aktiv anzubieten. Als weitere wichtige Maßnahmen gegen rückläufige Werkstattaufträge wollen die Autohäuser insbesondere das Reifen-, Autoglas- und Ölgeschäft weiter ausbauen.

Die Mehrheit der Betriebe ist davon überzeugt, dass das Geschäft mit Wartungen/ Inspektionen im 2. Halbjahr 2009 konstant bleiben wird. Auch bei Verschleißreparaturen rechnen knapp zwei Drittel der Befragten mit stagnierenden Umsätzen.

Das Gros der Fabrikatshändler (77 Prozent) und mehr als jeder dritte Servicebetrieb (39 Prozent)  haben eine spezielle Direkt- bzw. Dialogannahme im Einsatz. Diese wird auch von den jeweiligen Betrieben aktiv genutzt, dieses bestätigen 96 Prozent der Autohäuser und 82 Prozent der Servicebetriebe.

Durchschnittlich etwas mehr als die Hälfte der Fahrzeuge geht in den markengebundenen und freien Betrieben über die Direktannahme. Dabei nehmen sich die verantwortlichen Werkstattmitarbeiter für die Begutachtung des Fahrzeuges mit dem Kunden rund 15-20 Minuten Zeit.

Durch den Einsatz der Direktannahme einen spürbaren Mehrumsatz im Service verzeichnen zu können, davon sind die Befragten mehrheitlich überzeugt (64 Prozent der AH, 59 Prozent der SB). Den Mehrumsatz beziffern die Fabrikatshändler mit knapp 15 Prozent, die Inhaber freier Werkstätten mit rund 22 Prozent.

Quelle: BBE RETAIL EXPERTS

Veröffentlicht am: 03.08.2009

 

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