Banken-Evolution läuft

infas quo-Studie

Filialen schließen, Geschäftsmodelle wanken. In der Bankenwelt ist wenig, wie es einmal war. Und es gibt neue Anbieter, die so langsam auch Marktanteile gewinnen. Vor allem die sogenannten Neobanken sorgen für einigen Wirbel. infas quo hat sich den Markt einmal näher angeschaut.

Bankgeschäfte unterwegs? Klappt inzwischen sehr gut (Bild: Zazu70 - pixabay.com)

Bankgeschäfte unterwegs? Klappt inzwischen sehr gut (Bild: Zazu70 - pixabay.com)

Die Art des Bankings der Neobanken fällt vor allem bei der nächsten Generation Kunden auf fruchtbaren Boden, mehr als zwei Millionen Deutsche sind bereits Kunde bei einer der Neobanken wie N26 oder Revolut. 54 Prozent der unter 29-Jährigen bestätigen, einfache Bankgeschäfte lieber per App und Smartphone erledigen zu wollen. Und was für die etablierten Banken vielleicht noch dramatischer ist – erst im Segment der über 60 jährigen sinkt der Wert unter die 30 Prozent-Marke.

Banken merken die Abwanderung zu spät

Ein Wechsel zu einer Neobank wird häufig durch kostenlose Girokonten motiviert, aber auch durch die Lust auf etwas Neues. Manchmal spielt auch der Technikfrust eine Rolle, den man mit seiner alten Bank erlebt hat. Wenn es zu einem Wechsel kommt, werden alte Bankverbindungen aber nur selten gekündigt. Hier merken Banken die Abwanderung viel zu spät, weil man erst kostenfrei testet, bevor man sich wirklich bindet.

Jeder vierte Befragte erlebt Neobanken als ein Angebot, das sich auf das Wesentliche reduziert (24 Prozent). Dieser Aussage stimmen 41 Prozent der Neobankkunden mit Erfahrungen "voll und ganz" zu. Und weil Neobanken weit weg sind von Schalterhallen, komplizierten Prozessen und Regeln, die nur schwer einsichtig sind, glaubt fast die Hälfte der unter 29 jährigen, dass Neobanken Kunden gewinnen werden. Die erlebte Einfachheit definiert den Vorteil.

Sicherheit hat obere Priorität

Die Datensicherheit, einer der Kernwerte dieses Geschäftsmodells, hält 40 Prozent der Deutschen davon ab, Kunde bei einer Neobank zu werden. Dies ist nachvollziehbar, weil nicht zuletzt das Aushängeschild der Branche, N26, verschiedentlich Probleme einräumen musste. Gleichzeitig erreicht N26 bei der Frage nach dem Abschluss einer Bankverbindung in der Zukunft Zuspruch aus dem jungen Lager, das deutlich über dem Niveau der Großbanken und der Sparkassen liegt.

Zur Studie: Für die Untersuchung wurden 1.400 online-repräsentativ ausgewählte Personen zwischen 16 und 69 Jahren zur Bekanntheit, Akzeptanz und Nutzung von Neobanken befragt. Die Erhebung fand im Mai 2019 statt und wurde im Rahmen des Online Panels (quo PEOPLE) der infas quo GmbH durchgeführt. 

 

 

 

 

Veröffentlicht am: 11.06.2019

 

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