Auswirkungen von Nahverkehrsstreiks: Kosten, Unfälle, Luftverschmutzung

München - Streiks im öffentlichen Personennahverkehr führen zu einer stärkeren Nutzung von Autos, mehr Unfällen, mehr Verletzten und zu einer größeren Luftverschmutzung. Das haben Forscher des ifo Instituts und der Universität Passau in einer Studie zu Streiks in fünf deutschen Großstädten herausgefunden.

Die Fahrtzeiten zum und vom Arbeitsplatz verlängerten sich an Streiktagen um durchschnittlich 9,3 Prozent. Allein ein eintägiger Streik in einer Stadt verlängerte die Fahrtzeiten um 91.700 Stunden oder 2294 Arbeitswochen. Das entspricht Kosten von rund 4,8 Millionen Euro. Das ist vier Mal so viel wie die durchschnittlichen Einnahme-Verluste des jeweiligen Transport-Unternehmens, die pro Streiktag auf 1,2 Millionen Euro geschätzt wurden. Insgesamt entsprachen die Zeitverluste bei allen 71 untersuchten Streiks einer Summe von 338,6 Millionen Euro.

Die Autonutzungszeiten nahmen der Studie zufolge zu um 15 Prozent, die Zahl der Verkehrsunfälle um 14 Prozent und die Zahl der Verletzten um 20 Prozent. Die Luftverschmutzung erhöhte sich um 14 Prozent und die Zahl der kleinen Kinder, die wegen Atemwegsbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert wurden, um 11 Prozent.

Zur Studie: Untersucht wurden 71 Nahverkehrsstreiks von 2002 bis 2011 in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt.

ah

Veröffentlicht am: 07.05.2015

 

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