Algorithmen und Big Data: Bürgerschreck oder Hoffnungsträger?

Studie des Goslar-Instituts

Die Debatte um Big Data ist in Wissenschaft und Öffentlichkeit in vollem Gange. Eine aktuelle Studie des Goslar-Instituts setzt sich mit dem ambivalenten Verhalten der Bundesbürger bei der Datensicherheit auseinander. Welche Chancen und Risiken bestehen für die Bürger?

(Bild: Goslar Institut)
(Bild: Goslar Institut)

Big Data ist nicht nur eine informationstechnische Neuerung, sondern auch eine große Erzählung. Die Autoren der Studie stellen fest, dass diese Erzählung vor allem vom Big-Brother-Narrativ geprägt wird. Zur gesellschaftlichen Konstruktion positiver, sinnstiftender Narrationen, die den Schutz des Bürgers vor Datenmissbrauch einerseits und den Nutzen von Big Data andererseits besser ausbalancieren helfen, ist es für die Autoren der Studie hingegen noch ein weiter Weg. Diese seien aber nötig, um zu verhindern, dass der Bürgerschreck tatsächlich Realität werde. Denn letztlich seien Algorithmen und Big Data aktuell beides: Bürgerschreck und Hoffnungsträger.

Trotz der eher ablehnenden Grundeinstellung in der Bevölkerung gegenüber Big Data, hinterlassen die Bürger im Internet, in den sozialen Netzwerken und auch beim Einkaufen eher sorglos eine breite Spur an persönlichen Informationen. Daraus leiten die Verfasser der Studie des Goslar Instituts ein Nutzer-Paradoxon ab.

„Der Nutzer als Bürger ist skeptisch, schutzbedürftig und kulturpessimistisch, als Verbraucher ist er sorglos, bequem und pragmatisch“, heißt es in der Studie. Oder positiver formuliert: „Das tatsächliche Verhalten der Bürger im Netz orientiert sich deutlich stärker an den Chancen von Big Data als an den Risiken.“

Beim sogenannten Goslar Diskurs am 24. Januar 2019 diskutierten im Klosterhotel Wöltingerode in Goslar unabhängige Experten das Thema "Big Data: Bürgerschreck oder Hoffnungsträger?" sowie die Ergebnisse der gleichnamigen Studie des Goslar Instituts. Auf dem Podium saßen unter anderem Prof. Dr. Fred Wagner, Institut für Versicherungslehre (IVL), Universität Leipzig, Christoph Keese, Geschäftsführender Gesellschafter, Axel Springer hy GmbH und Dr. Thilo Weichert, Vorstand, Deutsche Vereinigung für Datenschutz e.V.

Zur Studie: Mit Unterstützung des Goslar Institut für verbrauchergerechtes Versichern hat Prof. Horst Müller-Peters vom Institut für Versicherungswesen der TH Köln gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Susanne Knorre von der Hochschule Osnabrück und Prof. Dr. Fred Wagner von der Universaität Leipzig eine Studie zum Umgang der Bürger mit Big Data und künstlicher Intelligenz verfasst. 

Veröffentlicht am: 25.01.2019

 

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