Akte Marktforschung: "SPIEGEL ONLINE" legt nach

Kritik an der Branche

In einem Artikel seiner Online-Ausgabe vom 19. April hat der "SPIEGEL" die "Akte Marktforschung" wieder aufgegriffen. Der Branche wird vorgeworfen, kein Interesse an Veränderungen zu haben.

Der SPIEGEL titelt: "An Aufklärung nicht interessiert" (Screenshot: SPIEGEL ONLINE)

Der SPIEGEL titelt: "An Aufklärung nicht interessiert" (Screenshot: SPIEGEL ONLINE)

"An Aufklärung nicht interessiert", so lautet der Titel eines aktuellen Artikels in "SPIEGEL ONLINE", in dem das Magazin erneut die Missstände in der Marktforschung aufgreift. Abermals wird der Branche vorgeworfen, an einer Aufklärung der Missstände nicht interessiert zu sein. Zwar hätten einige Unternehmen und Branchenverbände eingeräumt, "dass es Probleme gibt", es handele sich aber lediglich um "schwarze Schafe".

Der SPIEGEL stellt außerdem die Qualitätssiegel der Branche in Frage und verweist besonders auf ACE und CSI International, die inzwischen beide Insolvenz angemeldet haben. In einem Interview mit marktforschung.de hat sich der BVM bereits im März zu diesem Thema geäußert.

Der SPIEGEL kritisiert weiter, dass der Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM) sich bisher mehr auf Selbstregulation verlässt, als tatsächlich selbst zu überprüfen. Man wolle zwar "verbindliche Transparenzstandards" erweitern, aber einen Zeitplan gäbe es nicht. Der Wunsch nach rechtlichen Konsequenzen wird sich nach Spiegel-Angaben auch nicht schnell umsetzen lassen. Diese könnten erst folgen, wenn die Staatsanwaltschaft Münster das vollständige Geständnis von Whistleblower Martin Thöring habe.

marktforschung.de wird das Thema in der kommenden Woche noch einmal vertiefend aufgreifen.

Veröffentlicht am: 20.04.2018

 

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Kommentare (1)

  1. Jan Kollmann am 20.04.2018
    Ich halte die journalistische Arbeit des SPON in diesem Falle für ungenügend. Es wird der Rat der Marktforschung wegen zu weniger Aktivität kritisiert, ohne zu recherchieren, dass dessen Arbeit aufgrund juristischer Unklarheiten geruht hat. Es wird kein Bezug auf die zahlreichen Beiträge samt Kommentaren Ihrer Webseite genommen, die doch ein sehr klares Bild gezeichnet haben. Die journalistische Arbeit des Redakteurs sollte vom Chefredakteur auf Qualität geprüft werden, um diese lausige Recherche in einer Akte 3 geradezurücken.

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