Absatz von FMCG-Produkten steigt nach drei schwachen Quartalen wieder an

Studie von Nielsen

Die Konjunktur steht vor einer Abschwächung, doch der europäische Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs (sog. FMCG-Produkte, "Fast Moving Consumer Goods" wie Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel) ist laut Nielsen im zweiten Quartal 2019 um +3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (+0,9 Prozent zum Vorquartal Q1 2019). Das Wachstum zeigte sich zuvor über drei Quartale sehr gedämpft.

Ein sich besonders schnell drehendes FMCG (Bild: alswart - AdobeStock)
Ein sich besonders schnell drehendes FMCG (Bild: alswart - AdobeStock)

Der private Konsum in Europa im zweiten Quartal 2019 unterstützte das BIP-Wachstum mit einem Anstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Auf Verbraucherseite wurde im zweiten Quartal 2019 ein FMCG-Mengenwachstum von +0,5 Prozent (plus 1 Prozent gegenüber -0,5 Prozent im ersten Quartal 2019) verzeichnet, das jedoch auch aufgrund der Ostersaison als temporärer Indikator betrachtet werden sollte. Insbesondere die Inflationsspitzen haben dazu geführt, dass die Verbraucher im Vergleich zum Vorjahresquartal (2 Prozent in Q2 2018) 2,9 Prozent mehr pro Artikel zahlten.

In einem herausfordernden Umfeld wie diesem dürfte die Konsumnachfrage insbesondere bei FMCG-Produkten sinken

"Es ist zu erwarten, dass sich aufgrund des Brexits und der Auswirkungen von internationalen Handelsstreitigkeiten in Europa in den nächsten sechs Monaten weiter eine wirtschaftliche Verlangsamung bemerkbar macht. In einem herausfordernden Umfeld wie diesem dürfte die Konsumnachfrage insbesondere bei FMCG-Produkten sinken", sagt Fred Hogen, Commercial Director bei Nielsen Deutschland. 

"Die jährliche Inflationsrate in der Eurozone liegt bei 1 Prozent, was fast einem Dreijahrestief entspricht, da sich die Energiepreisinflation verlangsamt. Da die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak sowie Dienstleistungen jedoch schneller steigen, erwarten wir inflationären Druck auf die FMCG-Käufe. Hersteller und Einzelhändler sollten darüber nachdenken, wie sich dies auf die Ausgaben der Verbraucher bei Kaufentscheidungen für FMCG und die Wahl der Marken auswirken könnte. Der Anstieg der Nachfrage muss durch eine effektive Werbe- und Marketingstrategie getrieben werden, da die Verbraucher hinsichtlich ihrer Finanzen und Ausgaben in verschiedenen Kategorien vorsichtig sein werden", ergänzt Hogen.

Länder im Vergleich

Die Türkei weist inflationsbedingt weiterhin das höchste Wachstum der Einnahmen an den Kassen im Jahresvergleich auf (+19,4 Prozent), jedoch ist das Volumenwachstum rückläufig, das im zweiten Quartal 2019 auf einem negativen Wachstumsniveau (-5,4 Prozent) liegt. Weitere Länder mit hohen Wachstumsraten sind Ungarn (+7,7 Prozent), Polen (+7,1 Prozent), Tschechien (+6,6 Prozent), die Slowakei (+4,6 Prozent) und Portugal (+4,2 Prozent). Dagegen verzeichnete Finnland (0,3 Prozent) das geringste Wachstum. Deutschland rangiert unter 28 Ländern auf Platz 12.

Italien lag im zweiten Quartal 2019 mit der höchsten FMCG-Wachstumsrate (+4 Prozent) unter den fünf großen westeuropäischen Märkten an der Spitze, gefolgt von Deutschland (2,4 Prozent) und Spanien (2,3 Prozent). Frankreich und Großbritannien verzeichneten im zweiten Quartal 2019 ein Wachstum von 1,3 Prozent bzw. 0,7 Prozent.

Die Lage in Deutschland

Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt zeigt Deutschland im zweiten Quartal eine Gesamtwachstumsrate von +2,4 Prozent, die auf Preiserhöhungen von +1,4 Prozent und ein Anstieg des Absatzes von +1,0 Prozent zurückzuführen ist.

"Das Wachstum von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr kompensiert den Rückgang im ersten Quartal, der wahrscheinlich auf die späteren Osterferien in diesem Jahr zurückzuführen sind. Wir sehen für das erste Halbjahr einen Anstieg des Gesamtumsatzes von 0,8 Prozent, obwohl der Absatz rückläufig war (-0,6 Prozent) und die Preissteigerungen nicht so dynamisch waren wie im Vorjahr", so Fred Hogen.
 
Zur Studie: Der Nielsen Growth Reporter vergleicht die Marktentwicklung (Nominalwert und Einheiten) im FMCG-Sektor in ganz Europa. Er basiert auf den Umsatzdaten, die Nielsen in 28 europäischen Märkten erhebt und deckt die Umsätze der Vertriebslinien Lebensmittel, Verbrauchermarkt, Supermarkt, Discounter und Convenience ab. Er basiert auf dem größtmöglichen Warenkorb an Produktkategorien, den Nielsen in jedem dieser Länder und Vertriebslinien kontinuierlich verfolgt.

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