80 Prozent der Online-Händler verkaufen auch ins Ausland

Studie von DIHK und ibi research

In einer gemeinsamen Studie haben der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und das Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg den Einfluss der Digitalisierung auf den internationalen Online-Handel untersucht. Ein Ergebnis: 80 Prozent der rund 300 befragten Händler verkaufen bereits ins Ausland.

Heute geklickt, dann ins Ausland verschickt  - Tolle Farbenspiele im Containerhafen (Bild: Julius Silver - Pixabay)
Heute geklickt, dann ins Ausland verschickt  - Tolle Farbenspiele im Containerhafen (Bild: Julius Silver - Pixabay) 

Nur zehn Prozent beschränken sich laut Umfrage derzeit und in naher Zukunft auf die nationale Ebene. Besonders rechtliche Unsicherheiten beschreiben die teilnehmenden Händler dabei als großes als Hindernis. 

66 Prozent der deutschen Händler verkaufen aktiv im Ausland. 17 Prozent nehmen Aufträge von außerhalb Deutschlands an. Exportiert wird vor allem nach Österreich und Frankreich, in die Niederlande und die Schweiz. Bevorzugter Verkaufskanal ist der eigene Online-Shop.

Fehlende Informationen und rechtliche Unsicherheiten schrecken ab

Der häufigste Grund, warum Händler nicht ins Ausland verkaufen, sind rechtliche Anforderungen. Ebenso hindert sie eine zu umfangreiche und komplizierte Zollabwicklung und mögliche Probleme bei der Geltendmachung offener Forderungen an der Internationalisierung ihrer Geschäftstätigkeit. "Fehlende Informationen über ausländische Märkte, wie 27 Prozent der Studienteilnehmer angaben, könnten ebenfalls dafür verantwortlich sein. Hier gibt es deutlichen Handlungsbedarf", berichtet Wittmann weiter. Zum Beispiel müssen Unterstützungsangebote stärker publik gemacht werden, um auf lange Sicht die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Händler zu sichern und zu verbessern.

"Cross-Border-Handel ist schon heute nicht mehr wegzudenken. Deutsche Händler dürfen mit der Internationalisierung nicht mehr lange warten, wenn sie ausländische Marktanteile für sich gewinnen wollen", so Dr. Georg Wittmann, Geschäftsführer bei ibi research. Ebenso steige die Gefahr, dass Umsatzanteile an ausländische Akteure verloren gehen. Zwei Drittel der befragten Händler gehen sogar davon aus, dass grenzübergreifender Online-Handel noch weiter zunehmen wird.

DIHK fordert Harmonisierung der Regelungen für den Versandhandel 

"E-Commerce öffnet über Plattformen und eigene Online-Shops gerade auch kleineren Unternehmen und Mittelständlern die Tür zu Kunden in der ganzen Welt. Die neuen Möglichkeiten bringen für die Unternehmen aber auch neue Herausforderungen", so Ilja Nothnagel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des DIHK. Die Industrie- und Handelskammern und die Auslandshandelskammern unterstützten die Betriebe beim Start ins Auslandsgeschäft. Gleichzeitig brauche man aber Vereinfachungen. Der DIHK fordere daher eine Harmonisierung der Regelungen für den Versandhandel auf internationaler Ebene.

Veröffentlicht am: 11.09.2019

 

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