2020: 2,9 Prozent mehr Kaufkraft

GfK-Prognose

GfK hat eine neue Prognose zur Kaufkraft 2020 veröffentlicht. Die prognostizierte Kaufkraft der Deutschen beläuft sich danach auf 23.766 Euro pro Kopf. Das entspricht einer Steigerung von 2,9 Prozent.

Mehr Kaufkraft mehr Umsatz für den Einzelhandel ? (Bild: stevepb - Pixabay.com)
Mehr Kaufkraft mehr Umsatz für den Einzelhandel ? (Bild: stevepb - Pixabay.com)

Unter Kaufkraft versteht man das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. Wie viel vom nominalen Kaufkraftzuwachs real übrig bleibt, hängt allerdings davon ab, wie sich 2020 die Verbraucherpreise entwickeln werden. Für Deutschland prognostiziert GfK für das Jahr 2020 eine Kaufkraftsumme von 1.973,0 Milliarden Euro. Im Jahr 2020 steht den Deutschen demnach eine durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft von 23.766 Euro für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung. 

Regionale Kaufkraftverteilung

Auf Ebene der Bundesländer gibt es 2020 eine Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 25.982 Euro nimmt Bayern die Spitze des Rankings ein und verdrängt Hamburg, den Spitzenreiter der letzten Jahre, auf den zweiten Platz. Neben Bayern und Hamburg weisen noch Baden-Württemberg und Hessen eine überdurchschnittliche Kaufkraft auf - alle anderen Bundesländer schneiden im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittlich ab.

Kaufkraft in den Kreisen: Starnberg bleibt an der Spitze

Wie in den Vorjahren führt der bayerische Landkreis Starnberg das Ranking der 401 deutschen Stadt- und Landkreise an: 33.977 Euro und damit 43 Prozent mehr als dem Bundesdurchschnitt stehen den Starnbergern pro Kopf für ihre Ausgaben zur Verfügung. Einziger Stadtkreis in den Top 10 ist der Stadtkreis München, der mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 31.979 Euro knapp 37 Prozent über dem deutschen Durchschnitt und damit deutschlandweit auf dem vierten Platz liegt. 

Änderungen in den Top 10 im Vergleich zum Vorjahr gibt es bei den Rängen sieben bis zehn. So tauschen die Landkreise Dachau (Platz 7) und Fürstenfeldbruck (Platz 8) die Ränge, ebenso wie die Landkreise Böblingen (Platz 9) und Miesbach (Platz 10). Den letzten Platz des Kreisrankings belegt der sächsische Landkreis Görlitz mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 18.613 Euro, was in etwa 78 Prozent des Bundesdurchschnitts entspricht.

Einwohnerstarke Stadtkreise 

Zwar vereinen die 25 einwohnerstärksten Stadtkreise bereits etwas mehr als ein Viertel der Gesamtkaufkraft Deutschlands - dies bedeutet jedoch nicht, dass auch alle Großstädte in Deutschland ein überdurchschnittliches Kaufkraftniveau aufweisen. Die Hauptstadt Berlin liegt bei der Pro-Kopf-Kaufkraft rund 9 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt, ähnlich wie auch Dortmund und Dresden. Noch weiter darunter liegt Leipzig (-13 Prozent), während München und Düsseldorf mit knapp 35 und 17 Prozent deutlich darüber liegen.

Kaufkraftdichte: Hohe Potenzialabschöpfung auf kleinem Raum

Dass die einwohnerstarken Städte und insbesondere die großen Metropolregionen für Einzelhändler und Dienstleister unverzichtbare Zielmärkte darstellen, zeigt ein Blick auf die Kaufkraftsummen. Die Kaufkraftdichte, also die verfügbare Kaufkraftsumme in Millionen Euro je Quadratkilometer, ist in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München, aber auch in Nürnberg, im Ruhrgebiet, dem Großraum Stuttgart und Frankfurt/Main sehr hoch. Die Kaufkraftdichte ist somit ein wichtiger Indikator, dass Unternehmen dort auf kleinstem Raum viel Kaufkraftpotenzial allein schon bei den dort lebenden Menschen mobilisieren können, wenn sie ihre Zielgruppe gezielt ansprechen.

Zur Studie

Die GfK Kaufkraft ist definiert als die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung, bezogen auf den Wohnort. Neben dem Nettoeinkommen aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit werden ebenso Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten zur Kaufkraft hinzugerechnet. Von diesem verfügbaren Einkommen sind allerdings noch nicht die Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Miete und Nebenkosten wie Gas oder Strom, Bekleidung oder das Sparen abgezogen. 

ts

Veröffentlicht am: 24.01.2020

 

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