"Wir verstehen die WdM als Festival für die gesamte Marktforschungsbranche"

Branchen-Festival: Woche der Marktforschung

marktforschung.de veranstaltet vom 5. bis zum 9. Oktober die Woche der Marktforschung, da die großen Branchen-Events corona-bedingt wegbrechen. Wie man sich die WdM vorstellen kann? Dazu haben wir mit Holger Geißler, einem der Initiatoren der WdM, gesprochen.

Interview zu WdM
"Wir verstehen die WdM als Festival für die gesamte Marktforschungsbranche"

marktforschung.de hat in der Vergangenheit lediglich Web-Seminare veranstaltet, aber nie eine mehrtägige Konferenz. Warum jetzt?

Holger Geißler: Durch Corona sind bereits viele Events, die für Marktforscher wichtig sind, ausgefallen oder ins virtuelle verschoben worden. Gerade bei den rein virtuellen Veranstaltungen waren wir selbst bislang wenig begeistert. Zu wenig Austausch, zu viel Ablenkung, zu wenig persönlicher Kontakt. Da ist gerade ein Vakuum. Deshalb haben wir vor einigen Wochen zwei Workshops mit einigen Beiräten von marktforschung.de durchgeführt, um eine Idee zu finden, wie wir die Lücke füllen können. Daraus ist die Idee für "Die Woche der Marktforschung", kurz WdM, entstanden.

Warum die Festival-Idee?

Holger Geißler: Jeder dürfte in den letzten Monaten gemerkt haben, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei virtuellen Events überschaubar ist. Das hat unserer Meinung nach viel mit den Formaten zu tun, die wenig interaktiv sind. Und mit der Rezeptionssituation, da viele Teilnehmer noch im Home-Office sind. Da gibt es mehr Ablenkung. Deshalb war klar, dass wir keinen 1-2 tägigen Kongress veranstalten möchten, sondern besser ein Festival, wo jeder sich das rauspicken kann, was ihn interessiert. Die WdM soll möglichst abwechslungsreich sein. Lieber dreimal eine halbe Stunde am Tag richtig dabei sein als 3h zugeschaltet, aber mit dem Kopf ganz wo anders.

Die Redaktion erreichte folgende Mail: "Das ist eine interessante Idee, und gleichzeitig Offensive: Gibt es eine Absicht, die R&R oder die Insights zu killen?". Was sagst Du dazu?

Holger Geißler: Wir finden es gut, dass die Insights den Schritt wagt und voraussichtlich stattfinden wird. Das ist eine prima Veranstaltung, aber aufgrund der hohen Teilnahmegebühr wird – gerade in diesem Jahr – jeder zweimal überlegen, ob er hinfährt. Die WdM soll ein breites Angebot sein, an dem möglichst viele teilnehmen können. Gerne auch FAMS, Junioren und eben nicht nur die Geschäftsführer. Und gerne auch ein Produkt-Manager, der sich nur eine Veranstaltung in der WdM aussucht.

Die R+R ist eine Fach-Messe und damit vom Konzept ganz anders gelagert als die WdM. Viele unserer Kunden haben Zweifel geäußert, ob ihr Messekonzept, das sie für München geplant haben, in Corona-Zeiten funktionieren kann. Einige haben sich bereits entschieden aus budgetären Gründen dieses Jahr auszusetzen. Die Messe-Investition passt nicht so recht, wenn der Großteil des Teams noch in Kurzarbeit ist. Deshalb haben wir die Einstiegsschwelle für die WdM bewusst niedrig gemacht. Jedes Institut, jedes Teststudio soll sich mit einem eigenen Event in die WdM einbringen können.

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Dann laden Sie hier das WdM-Factsheet herunter!

Was soll in der WdM anders sein als bei anderen Online-Konferenzen?

Holger Geißler: Wir verstehen die WdM nicht als reine Online-Konferenz, sondern als Festival für die gesamte Marktforschungsbranche – und für alle benachbarten Felder auch. Das müssen nicht nur Online-Events sein, sondern es sind ja auch schon wieder Offline-Treffen möglich.

Wir fänden es großartig, wenn man sich z. B. täglich zum After-Work bei einem Teststudio in der Innenstadt treffen könnte. Das ist problemlos möglich, wenn die Getränke in Flaschen ausgeschenkt werden und die Corona-Bestimmungen, an die sich die Teststudios ohnehin halten, beachtet werden.

Ansonsten soll die WdM deutlich interaktiver sein als andere Online-Events. Ob uns das gelingt, wissen wir heute noch nicht. Aber wir haben einige Ideen und möchten es ausprobieren.

Wie wollt Ihr es schaffen, dass man auch mit neuen Menschen in Kontakt kommt? Bislang sind Online-Events ja vergleichsweise unpersönlich?

Holger Geißler: Das hängt entschieden von den Events selbst ab. Wir wollen im Vorfeld Wege zeigen, wie man auch virtuell miteinander ins Gespräch kommen kann.

Deshalb gibt's am 16. Juli um 11 Uhr eine Online-Infoveranstaltung, auf der wir unsere Ideen zur WdM vorstellen und auch auf Fragen eingehen werden.

Melden Sie sich hier für die Online-Infoveranstaltung zur WdM an

Wie aufwendig wird das Ganze für Euch?

Holger Geißler: Ziemlich. Zunächst müssen wir unsere Website entsprechend anpassen, den Festivalkalender und einige weitere technische Notwendigkeiten programmieren lassen. Dann kommt die ganze Organisation. Und natürlich auch der Vertrieb, Marketing und die Berichterstattung selbst. Das wird auf jeden Fall eines der größten Projekte, das wir bislang gestemmt haben.

Falls das Konzept aufgeht, könnte es ja viele Veranstaltungen geben. Besteht nicht die Gefahr, dass es für einzelne Veranstaltungen dann sehr wenige Teilnehmer gibt?

Holger Geißler: Wir glauben, dass gute Veranstaltungen auch ihr Publikum finden. Was wir mit der WdM, allen Sponsoren und der gesamten Branche gemeinsam schaffen wollen, ist die Buntheit der Marktforschung darzustellen. Wenn wir es schaffen, ein Festival zu veranstalten, dass uns selbst begeistert, wird das Festival auch für Menschen außerhalb der Kernbranche attraktiv sein.

Es gibt Berechnungen, dass es in der Marktforschungsbranche selbst ca. 25.000 Menschen gibt. Viele davon erreichen wir täglich mit unserem Newsletter.

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Dann gibt es noch haufenweise Menschen, die mit Marktforschungsdaten täglich in Kontakt kommen, die man mit spannenden Themen ebenfalls erreichen kann. Das Besucher-Potenzial ist groß für das Festival.

Und es soll ja auch Formate geben, die bewusst für kleine Gruppen ausgelegt sind, wie z. B. virtuelle Diskussionstische, an denen maximal 15 Personen teilnehmen können.

Veröffentlicht am: 13.07.2020

 

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