"Wir müssen wegkommen von der Frage, ob und welche Seite eigentlich recht hat"

Repräsentativität

Repräsentativität in der Online-Forschung – wie kann das gehen? Unter diesem Titel fand auf der GOR 2019 ein Workshop für DGOF-Mitglieder statt. Wir haben mit den beiden Moderatoren Alexandra Wachenfeld-Schell, GIM und Mitglied des DGOF Vorstands, und Holger Geißler, DCORE, nach dem Workshop gesprochen.

Holger Geißler, DCORE, Alexandra Wachenfeld-Schell, GIM

Holger Geißler, DCORE, Alexandra Wachenfeld-Schell, GIM

marktforschung.de: Sie stellen in Ihrem Workshop Thema, die Frage, wie Repräsentativität in der Online-Forschung gehen kann. Haben Sie auf diese Frage eine Antwort bekommen?

Holger Geißler: Es ist ein großer Optimismus da, dass Repräsentativität mittels Online-Erhebungen gehen kann und zwar schon heute. Wir haben eine Umfrage unter den 32 Workshop-Teilnehmern gemacht: Die eine Hälfte war der Meinung, dass Repräsentativität schon heute in der Online-Forschung möglich ist, die andere Hälfte glaubt, dass es möglich sein wird, aber jetzt noch nicht. Kein Teilnehmer war der Meinung, dass es überhaupt nicht geht. Dieses eindeutige Ergebnis hat uns überrascht.

Alexandra Wachenfeld-Schell: Wir nehmen diese Verortung der Online-Forschung als ein positives Signal. Wir müssen die heutigen Möglichkeiten transparent machen und weiter forschen. Wir nehmen das Ergebnis der Umfrage als positiven Auftrag mit, um bekannt zu machen, welche Möglichkeiten es schon jetzt gibt und welche man forscherisch noch begleiten sollte. Betrachtet man die ganze Branche tun sich beim Thema Repräsentativität ja Grabenkämpfe auf.

marktforschung.de: Wie einig ist sich die Community der Online-Marktforscher, als solche kann man die DGOF-Mitglieder ja sicher bezeichnen?

Holger Geißler: Unsere Umfrage innerhalb des Workshops hat ja eine relativ große Einigkeit gezeigt. Die Mischung der Teilnehmer spiegelte die Zusammensetzung der DGOF gut wider. Es war die ganze Bandbreite von Instituten, Universitäten, Forschungseinrichtungen und betrieblichen Marktforschern vertreten. 

Alexandra Wachenfeld-Schell: Die Mehrheit der Teilnehmer wünscht sich Orientierung und Transparenz in diesem Gebiet. Auch hier ist die Erhebungsmethode ja nur so gut, wie diejenigen, die sie ausführen. Die Atmosphäre war äußerst konstruktiv und wir sind uns einig, wo wir hinwollen. 

marktforschung.de: Die Diskussion zur Repräsentativität ist ja hauptsächlich eine Methoden-Diskussion. Konnten Sie dazu auch Ergebnisse erarbeiten?

Alexandra Wachenfeld-Schell: Für eine ausführliche Methodendiskussion reichte bei diesem einstündigen Workshop die Zeit nicht. Wir wollten mit unseren Mitgliedern Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen von heute besprechen und ihre Sicht auf die Entwicklung der Online-Forschung in der nahen Zukunft einholen. Daraus ergeben sich nun die weiteren Handlungsfelder. 

Holger Geißler: Bisher verlief die Diskussion vorrangig schwarz-weiß. Wir müssen wegkommen von der Frage, ob und welche Seite eigentlich recht hat. Wir wollten heute Anknüpfungspunkte definieren, in denen wir die Diskussion um Repräsentativität weiter voranbringen können. Das ist ja gerade die Stärke der DGOF, dass hier die Expertise von akademischer und angewandter Forschung zusammenkommt.

marktforschung.de: Frau Wachenfeld-Schell, Herr Geißler, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Monika Maruschka.

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