"Wir handeln seit Jahren nach dem gleichen Prinzip und dabei steht die Qualität stets im Vordergrund."

Ina Foerster & Uwe Foerster (Foerster & Thelen), Jan Flechsig (Rosenthal Research)

In der aktuellen Imagestudie konnte sich Foerster & Thelen gemeinsam mit der Tochter Rosenthal Research in der Kategorie Felddienstleister den ersten Platz sichern. Im Interview sprechen die beiden Institute darüber, was ihr Geheimrezept für dieses erfolgreiche Abschneiden ist, wie sie über Innovationen im Bereich Offline-Feldarbeit denken und ob die Online-Erhebung eine Gefahr für ihre Arbeit darstellen könnte.

Zuallererst einmal herzlichen Glückwunsch! Laut der aktuellen marktforschung.de-Imagestudie gehört Foerster & Thelen zu den Top-Felddienstleistern. Mit acht Medaillen sind Sie gemeinsam mit der F&T-Tochter Rosenthal auf Platz 1. Wie wichtig ist Ihnen dieses Ergebnis und was bedeutet Ihnen das Feedback aus der Branche?

Uwe Foerster (F&T): Ein positives Feedback aus Sicht der Kunden ist selbstverständlich immer sehr wichtig. Vor allen Dingen ist es ein motivierendes Lob für das gesamte Team.

Jan Flechsig (Rosenthal): Die positive Platzierung ist eine große Ehre für uns, und wir sind unseren Kunden für dieses Lob sehr dankbar. Die Studie bestärkt uns in der Überzeugung, den Weg weiterzugehen, der Rosenthal geprägt hat: Das Streben nach der Exzellenz unseres Teams ist unerlässlich, um den besten Service zu bieten und somit gilt unser Dank sowohl unseren Kunden als auch dem gesamten Team.

Wie schafft man es, so gute Werte zu erzielen? Was ist das Geheimrezept?

Jan Flechsig (Rosenthal): Im internationalen Bereich braucht sichere Datenerhebung folgendes:

  • Die Erfahrung und das Wissen, was in welchem Land wie funktioniert und was nicht, bzw. was ein Risiko darstellt.
  • Gute Partner und langfristige Partnerbeziehungen.
  • Seriöse Kommunikation an den Kunden, d. h. transparent hinsichtlich der Risiken aufklären, damit schon im Vorfeld Schwierigkeiten ausgeschlossen werden können.
  • Kontinuierliche Qualitätssicherung.
  • Man braucht, auf jedes Projekt bezogen, den absoluten Willen, dass es gut läuft.
  • Die Bereitschaft, in jedes Projekt und somit in langfristige Kundenbeziehungen zu investieren.

Ina Foerster (F&T): Die Antwort ist ganz einfach:

Wir handeln seit Jahren nach dem gleichen Prinzip und dabei steht die Qualität der von uns gelieferten Daten stets im Vordergrund. Seit Gründung des Unternehmens haben wir uns ausschließlich auf Felddienstleistungen spezialisiert und sind dieser Strategie treu geblieben.

So sind wir quasi "außer Konkurrenz" zu den Full-Services-Instituten und werden als Supplier für empirische Erhebungen gerne gebucht. Der Austausch mit unseren Auftraggebern über Machbarkeit, Zielgruppen, Erfahrungen nach Pretests, stellt ein ganz wichtiges Element für das Gelingen eines Projektes dar. Darüber hinaus sind über die Jahre enge Verbindungen entstanden, die ein vertrautes, wertschätzendes Arbeiten möglich machen. Die hohe Weiterempfehlungsrate bestätigt dies. Es hat uns sehr gefreut, so viel positives Feedback aus der Branche zu erfahren und wir schauen hoch motiviert in die Zukunft.

Sie verfügen über eine hohe Bekanntheit im Markt. Viele Ihrer Marktbegleiter sind im Vergleich dazu ziemlich unbekannt. Warum ist Ihnen eine sichtbare Präsenz wichtig?

Jan Flechsig (Rosenthal): Trotz fast 22 Jahren der internationalen Datenerhebung ist für Rosenthal Research eine höhere Bekanntheit auf jeden Fall etwas, das wir erreichen wollen. Der hohe Grad an Marktpräsenz, den Foester & Thelen hat, ist ein Ziel, welches wir über die Jahre gerne erreichen würden.

Ina Foerster (F&T): Wir sind seit über 45 Jahren am Markt, eine gewisse Bekanntheit sollten wir also erreicht haben, schließlich sind wir einer der ältesten Felddienstleister in Deutschland. In der Vergangenheit haben wir oft im Hintergrund gearbeitet. Mittlerweile hat sich der Markt verändert, dabei haben wir bemerkt, dass externe Felddienstleistungen immer selbstverständlicher werden und die F2F-Felder der Kollegen schwinden. Andererseits wurde uns klar, dass vielen unserer potenziellen Kunden unser Spektrum gar nicht bekannt war. Daraufhin sind wir mit unseren Leistungen ein bisschen "lauter" an die Öffentlichkeit getreten, dabei hat uns auch Ihre Plattform geholfen. Viele Kontakte entstehen tatsächlich über die Recherche nach Marktforschungsdienstleistern und da kommt kaum einer an "marktforschung.de" vorbei!

Die Felddienstleister werden allesamt vergleichsweise niedrig auf der Imagedimension „Innovation und Kreativität“ bewertet. Gibt es in der Offline-Feldarbeit keine Innovationen mehr? Oder wird darüber einfach nicht gerne geredet?

Jan Flechsig (Rosenthal): In Bezug auf Innovation im Sinne von Einführung neuer Befragungstechnologie ist die Datenerhebung generell, meiner Meinung nach, größtenteils eine reagierende Branche. Zuerst gab es F2F Interviews, dann folgte die Durchdringung der Gesellschaft mit Telefonen und auf dieses aufsetzend Telefoninterviews, später die Durchdringung mit Internet und diesem folgend Onlineinterviews.

Mit anderen Worten, die Datenerhebung ist, mit Ausnahmen wie Eye-Tracking, kein Innovator, sondern folgt den sich ändernden Kommunikationsformen und Technologien.

Uwe Foerster (F&T): Unsere Kreativität beschränkt sich darauf, die uns übertragenen Aufgaben bestmöglich abzuarbeiten, nicht aber die vorgegebenen Methoden kritisch zu betrachten. Unsere Auftraggeber sollen kreativ sein, nicht wir.

Jan Flechsig (Rosenthal): Kreativität kann folglich nur sehr eingeschränkt definiert werden, z. B. als fähig in der Lösungsfindung. Sie überschneidet sich teilweise mit Beratungskompetenz - im internationalen Feld geht es in diesem Sinne häufig um die korrekte, kreative Beratung des Kunden, mit welchen Technologien oder Methoden bestimmte Projekte in unterschiedlichen Ländern möglich gemacht werden können. Und da Offlinedatenerhebung kein technischer Innovator ist, bestehen Innovativität bzw. Kreativität in der Umsetzung bestehender Technologien bzw. Kommunikationsformen. Wie wir während der Höhepunkte der Covidkrise gesehen haben, wurden Online-Lösungen für die qualitative Marktforschung angewendet, aber auch im quantitativen Bereich sehen wir eine verstärkte Nutzung von Assisted CATI.

Das Thema Recruiting ist aktuell ein großes Thema in der Branche. Wie stellt sich das für F&T dar? Sie haben ja bereits seit vielen Jahren gleichbleibend hohen Bedarf an Interviewern. Ist die Situation im Recruiting heute schwieriger als noch vor zehn Jahren?

Jan Flechsig (Rosenthal): Die Situation beim Recruiting ist für uns schwerer als vor 10 Jahren, da es im Vergleich zu vorher mehr alternative Arbeitsangebote in Barcelona gibt. Wir können dieses ausschließlich durch das Anbieten guter Arbeitsbedingungen kompensieren.

Ina Foerster (F&T): Das Recruiting war noch nie leicht, es durfte immer nur nichts kosten. Inzwischen ist wohl vielen klar geworden, dass nicht nur das Handwerk Probleme hat, Nachwuchs zu entwickeln, bzw. Mitarbeiter zu finden, sondern auch wir in der Marktforschung hinsichtlich des Interviewerfeldes. Helfen kann nur, auf „allen Kanälen“ unterwegs zu sein und die Arbeit für die Interviewer durch entsprechende Honorierung attraktiver zu machen. Wir investieren gerne in entsprechende Kampagnen, um unser Feld zu erweitern, da die Zukunft der klassischen Empirie von uns optimistisch betrachtet wird.

Der Offline-Feldarbeit wird seit vielen Jahren ein baldiges Ende prophezeit, weil die Online-Erhebung alles dominieren soll. Offensichtlich geht es F&T aber selbst nach der Pandemie hervorragend. Wie stellt sich die Situation für F&T dar, die ja in allen Feldern der Datenerhebung – sowohl online wie auch offline – zu Hause sind?

Jan Flechsig (Rosenthal): Die Online-Datenerhebung ist nützlich und wird auch von unseren Kunden beauftragt.

Ich glaube jedoch, dass alle Methoden ihre Notwendigkeit haben und weiterhin nebeneinander bestehen werden.

Die Offline-Datenerhebung wird hinsichtlich B2B als Ganzes für lange Zeit relevant bleiben, da die Fluktuation innerhalb dieses Bereichs (Mitarbeiter wechseln Firmen, werden befördert, verändern die Verantwortlichkeiten etc.) zu groß ist. Auch im B2C Bereich wird Offline-Feldarbeit im Kontext von In-Home,Street-Intercept, Central Location Test etc. weiterhin gebraucht, da diese Methoden nicht anderweitig ersetzt werden können. Die Familie der Erhebungsmethoden ist noch farbenfroher geworden und wird sicherlich mit der Zeit noch bunter werden.

Uwe Foerster (F&T): Den Unsinn vom baldigen Ende der Offline-Feldarbeit möchten wir nicht kommentieren, zumal uns gerade durch die noch nicht ganz überwundene Pandemie deutlich vor Augen geführt wurde, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und nicht nur ein Zahlenfriedhof. Selbstverständlich sind wir mit unseren Webfragern auch im Online-Geschäft zu Hause und werden auch in Zukunft bemüht sein, alle Felder der Empirie zu besetzen.

Über Ina Foerster

Ina Foerster ist Geschäftsführerin von Foerster & Thelen Marktforschung Feldservice GmbH.

 

 

 

Über Uwe Foerster

Uwe Foerster ist gemeinsam mit Ina Foerster Geschäftsführer von Foerster & Thelen Marktforschung Feldservice GmbH.

 

 

 

Über Jan Flechsig

Jan Flechsig ist CEO von Rosenthal Research.

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