"Die WdM beginnt ja bereits mit einem Paukenschlag"

Robert Wucher (Gfk), Dirk Wieseke (Kernwert) & Sebastian Stahlhofen (Talk Online Panel)

Die Wdm mit ihren Events rückt näher. Wir haben mit Robert Wucher von der Gfk, Dirk Wieseke von Kernwert und Sebastian Stahlhofen vom Talk Online Panel u.a. darüber gesprochen, was die Wdm dieses Jahr besonders macht und auf welche Events sie sich besonders freuen.

WDM IV Paukenschlag Beitrag (Bild: Gfk / Kernwert / Talk Online Panel)

(v.l) Dirk Wieseke (Kernwert), Robert Wucher (Gfk) & Sebastian Stahlhofen (Talk Online Panel) im Interview (Bild: Kernwert / Gfk / Talk Online Panel)

Online-Veranstaltungen sind mittlerweile gang und gäbe. Was macht die WdM in Ihren Augen besonders?

Dirk Wieseke: Die WdM ist das erste virtuelle Branchen-Treffen, das aus der Pandemie heraus entstanden ist und sicher auch darüber hinaus bleiben wird. Eine Woche lang im Zeichen der Marktforschung, das ist schon etwas Besonderes. Die Vielfalt an Themen ist wirklich beeindruckend und bietet die Möglichkeit, sich einen guten Überblick über aktuelle Trends und Meinungen der Branche zu verschaffen.

Sebastian Stahlhofen: Besonders ist vor allem, dass es nun die zweite Auflage der WdM gibt und eine tatsächliche Verknüpfung mit der anschließend stattfindenden succeet erfolgt. Da finden wir es extrem interessant, wie der Brückenschlag effektiv erfolgt, denn plötzlich hat man wieder eine Präsenzmesse im Nachgang zur digitalen WdM. Das kann extrem spannende Anschlussgespräche zu den geplanten tollen Vorträgen/Themen geben

Robert Wucher: Die WdM zeichnet vor allem ihr thematisch vielfältiges Programm aus, das in vielen unterschiedlichen Formaten präsentiert wird – das ist so bunt und vielfältig wie unsere Branche! Zudem gefällt mir der „Festival-Charakter“, denn wo sonst trifft sich das „who is who“ der deutschen Marktforschung für eine ganze Woche? Mit Online-Events haben wir zwischenzeitlich viele Erfahrungen gesammelt, sowohl als Veranstalter und Vortragende als auch als Teilnehmer. Mein persönliches Fazit bis hier hin ist, dass die Geschäftsanbahnung auch online prima funktioniert. Deswegen haben wir uns bewusst für die WdM und gegen andere Branchen-Events entschieden, die in Präsenz stattfinden. Der einzige Malus von Online-Events ist das Networking, da haben mich die bisherigen Möglichkeiten noch nicht vollends überzeugt.

An welchen Veranstaltungen werden Sie selbst im Rahmen der WdM teilnehmen? Sind schon welche online, auf die Sie besonders gespannt sind?

Sebastian Stahlhofen: Um ehrlich zu sein sehe ich im aktuellen Programm keine Veranstaltung, an der wir nicht teilnehmen werden. Die WdM beginnt ja bereits mit einem Paukenschlag in Form des spannenden Transformationsvortrags der Porsche Marktforschungsabteilung. Da wird die Latte vermutlich extrem hoch gehangen, aber man ist andererseits auch sofort spot on im Event. Klasse!

Robert Wucher: Bei dem tollen Programm stehe ich im wahrsten Sinne des Wortes vor der Qual der Wahl. Einige der Key-Notes, Podiumsdiskussionen und Pitches sprechen mich aktuell am meisten an.

Dirk Wieseke: Es gibt wieder viele spannende Themen. Ich freue mich zum Beispiel auf den Vortrag der GIM über die Zukunft der qualitativen Forschung am Mittwoch und auch den Vortrag von Produkt und Markt zu agilen Expert Communities finde ich spannend. Es werden sicher noch einige weitere Termine dazu kommen. Zum Glück bleibt noch etwas Zeit, den persönlichen WdM-Kalender zu füllen.

Jetzt alle Events im Wdm-Eventkalender entdecken!

Fragen an die Sponsoren:

Sie sind nicht nur Sponsor der WdM, sondern tragen als Veranstalter auch selbst zum WdM-Programm bei. Auf was können sich die Zuschauer freuen?

Dirk Wieseke: Wir sind mit zwei Terminen dabei: Beim ersten Pitch am Montag, wo wir unsere Software für qualitative Online-Forschung vorstellen werden und mit einem Vortrag am Freitag. Dort geben wir einen Überblick über die Vielfalt digitaler qualitativer Forschung, die ja mehr ist als Communities und Online-Fokusgruppen. Und natürlich möchten wir Einblicke und Erfahrungen aus der Praxis teilen. Unser Vortrag am Freitag richtet sich an alle, die Anregungen für ihre Arbeit suchen und die bisher vielleicht noch wenig Erfahrungen in diesem Bereich sammeln konnten.

Robert Wucher:  Wir stellen unsere Beiträge zur WdM dieses Jahr unter das Motto „Know. React. Predict. Gamechangers to decode 2022“. Das wird auch das Leitthema unseres diesjährigen GfK Insight Summit sein, der am 13. Oktober ebenfalls als reiner Online-Event stattfindet. In unseren WdM-Vorträgen „Brand decoded: Sieben Treiber für den Erfolg Ihrer Marke“ und „Campaign decoded: So stärken sie Ihre Marke mit Bewegtbild-Kampagnen“ setzen wir uns mit den Folgen der Pandemie auseinander und zeigen Wege auf, wie Unternehmen die damit verbundenen Herausforderungen in 2022 erfolgreich meistern können.

Warum sollte man Ihren Programmpunkt nicht verpassen?

Robert Wucher:  Auch wenn viele von uns die Worte „Pandemie“, „Corona“ und „COVID-19“ mittlerweile nicht mehr hören können, so führt doch an einer professionellen Auseinandersetzung der damit verbundenen Folgen für das Marketing kein Weg vorbei. Markenverantwortliche stehen mehr denn je vor der Aufgabe, ihre Marken in einem immer herausfordernderen Umfeld zukunftssicher zu machen. Wir zeigen in unserem „Brand decoded“-Vortrag auf, wie die Marke im Einklang mit der Unternehmensstrategie einen nachweisbaren Beitrag zu Preispremium, Mengenwachstum oder beidem liefern kann – und welche Rolle das omni-präsente Thema „Brand Purpose“ dabei spielt. In unserem „Campaign decoded“-Beitrag stellen wir zusammen mit unserem Partner Facebook eine neue, GDPR-konforme Lösung für Bewegtbild-Werbung vor, die Werbetreibenden dabei hilft neben dem Setzen von kurzfristigen Handlungsanreizen auch langfristig auf die Marke einzuzahlen.

Dirk Wieseke: Die digitale qualitative Forschung ist ein lebendiger, agiler Bereich, wo auch viel ausprobiert und experimentiert wird. Es ist nicht immer leicht den Überblick zu behalten und das passende Format für die eigene Forschungsfrage auszuwählen. Wir möchten Orientierung geben, welche Ansätze und Methoden es gibt und wofür man sie einsetzen kann.

Spezifische Fragen an die Gfk

Corona ist auch an der Marktforschungsbranche nicht spurlos vorbeigegangen. Vor welchen Herausforderungen steht die Marktforschungsbranche vor diesem Hintergrund Ihrer Meinung nach zukünftig? 

Robert Wucher: Ich glaube, dass die Auswirkungen auf die Marktforschungsbranche im Grundsatz dem ähneln, was wir auch bei Konsumenten und in den Märkten unsere Kunden beobachten konnten. Es gibt nur sehr wenige Trends, die durch die Pandemie erst in Gang gesetzt worden sind. Im Kern ist es eine Beschleunigung von Entwicklungen, die bereits vor COVID-19 begonnen haben. Schon seit Längerem geht es in der Marktforschungsbranche vor allem um „more for less“, d.h. bessere und schnellere Insights für kleineres Budget. Das hat sich durch die Pandemie intensiviert und wird uns auch danach erhalten bleiben. Von daher wundert es mich nicht, dass sich auf dem WdM Eventkalender eine Vielzahl von Beiträgen rund um unterschiedliche Teilaspekte der digitalen Transformation der Marktforschung finden.   

Wo sehen Sie GfK in den nächsten 5 Jahren bzw. was wünschen Sie sich für Ihr Unternehmen?

Robert Wucher: Erlauben Sie mir die Frage mit einem drei Jahreshorizont zu beantworten, denn 2024 wird die GfK 90 Jahre alt. Ich denke dieser runde Geburtstag wird ein guter Anlass sein, um stolz auf die Historie als Marktforscher und vertrauensvoller Partner unserer Kunden zu sein. Der Blick nach vorne erfüllt uns nicht minder mit Stolz, denn wir sind die digitale Transformation frühzeitig angegangen und haben sie konsequent umgesetzt. Mit unserer digitalen Plattform „gfknewron“ lancieren wir den wichtigsten Meilenstein in der jüngeren GfK-Geschichte – von einem traditionellen Marktforschungsunternehmen zu einem Data & Analytics- und Consulting-Unternehmen, das auf einer kompletten Software as a Service (SaaS)-Infrastruktur aufbaut. In den kommenden Jahren wird gfknewron im Vergleich zu heute Module für eine Vielzahl zusätzlicher Business-Fragestellungen und Branchen umfassen. Das Consulting-Business wird die SaaS Plattform ergänzen und Kunden dabei beraten, die richtigen strategischen und taktischen Entscheidungen zu treffen.

Spezifische Fragen an Kernwert

Online-Communities sind ja spätestens seit Corona in der Breite der Marktforschung angekommen. Wie waren die letzten 18 Monate für Kernwert?

Dirk Wieseke:  Das stimmt, Online-Communities gibt es natürlich schon länger, aber durch Corona wurde doch manches neu in den digitalen Raum verlagert. Und Communities sind einfach eine wunderbare Möglichkeit mit seinen Zielgruppen in Kontakt zu kommen. Was sich geändert hat, ist die Bedeutung von webcambasierten Methoden, wie etwa Online-Fokusgruppen, Interviews, Workshops oder auch hybride Formate. Diese waren in Deutschland vor Corona eher ein Randthema und sind mittlerweile selbstverständlich geworden. Wir waren froh, dass wir gerade in der Anfangsphase unsere langjährigen Erfahrungen einbringen und viele Kunden bei der Digitalisierung von Projekten beraten und unterstützen konnten.

Welche Entwicklungen und Innovationen zeichnen sich bei Kernwert ab? In welche Richtung werden Sie Ihre Produkte weiterentwickeln? 

Dirk Wieseke:  Einer unserer Schwerpunkte bei der Entwicklung ist die Entlastung unserer Kunden, die immer weniger Zeit für Projekte zur Verfügung haben. Zusätzlich wird häufig durch internationale Kooperationen und komplexe Prozesse das Projektmanagement aufwändiger. Schon jetzt unterstützt unsere Plattform durch automatisierte Workflows, integrierte Meetingräume, Live-Übersetzung, Audio-to-Text-Transkription, Analysehilfen etc. bei diesen Herausforderungen. Das werden wir weiter vorantreiben: Unsere Plattform soll neben einer breiten Auswahl an Erhebungstools Zeit für unsere Kunden einsparen und ihre Arbeit erleichtern. Damit ihnen mehr Zeit für Inhalte und Austausch mit den Teilnehmenden bleibt, den Kern qualitativer Forschung.

Spezifische Fragen an Talkonlinepanel

Herr Stahlhofen, Sie sind seit August 2020 im Amt bei Talk Online Panel. Ein großes Ziel war Wachstum. Wie gut ist Talk Online Panel in den letzten neun Monaten vorangekommen? 

Sebastian Stahlhofen: Wir sind 2020 trotz Corona hoch zweistellig gewachsen und konnten 2020 ein Rekordjahr verzeichnen. Auch 2021 entwickelt sich besser als geplant und ist demzufolge ein weiteres Rekordjahr, speziell auch dadurch, dass wir neben klassischem „Sample“ und „Full Service“ auch zusätzliche Services wie beispielsweise Community Building im Angebot haben.

Besonders im Fokus standen Deutschland und die Schweiz: Wie geht es dem Geschäft in diesen beiden Märkten?  

Sebastian Stahlhofen: Beide Märkte sind sehr unterschiedlich, mit unterschiedlichen Needs. Was die Schweiz anbelangt, kann man mittlerweile ja durchaus behaupten, dass das unser Heimmarkt ist, da unsere Firmenzentrale zwischenzeitlich in Zürich angesiedelt ist. Demzufolge sind uns hier voriges Jahr auch wichtige Kooperationen gelungen. Was Deutschland anbelangt sind wir sehr gut unterwegs, das ist wie bereits oben erwähnt neben einer extremen Kundenorientierung vor allem unserer breiten Angebotspalette geschuldet - von reinem Sample bis hin zu komplexen, technischen Systemen. Kurzum: wir sind in beiden Ländern aktuell sehr gut unterwegs und es sieht danach aus, dass das auch für das Gesamtjahr 2021 und 2022 weiterhin so bleiben wird.

Über die Personen:

Dirk Wieseke, Mitgründer und Geschäftsführer – KERNWERT (Bild: Kernwert)
Dirk Wieseke ist Mitgründer und Geschäftsführer von KERNWERT und entwickelt mit seinem Team seit 2005 Software und Services für digitale Forschung mit qualitativem Schwerpunkt. Er berät Institute, Agenturen und Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von digitalen Forschungsansätzen.

Robert Wucher, Regional Director Marketing & Consumer Intelligence Northern, Central and Eastern Europe –  GfK (Bild: Gfk)
Robert Wucher ist Regional Director Marketing & Consumer Intelligence Northern, Central and Eastern Europe bei GfK in Nürnberg. Er ist seit mehr als 20 Jahren beim Unternehmen und war in unterschiedlichen leitenden Vertriebs- und Beratungspositionen für das Marktforschungsinstitut tätig.

Sebastian Stahlhofen, Business Development Director DACH  – Talk Online Panel (Bild: Talk Online Panel)
Sebastian Stahlhofen ist Business Development Director DACH beim Talk Online Panel. Er hat ein Studium der Soziologie mit Abschluss als Diplom-Soziologe absolviert und hat mehr als 10 Jahre Forschungs- und Beratungserfahrung mit Stationen als Mobilitätsforscher (ÖPNV) bei einem internationalen Institut für Infrastruktur und Verkehrsforschung in UK und Australien sowie in der Automotive-Marktforschung (IPSOS) und als Head of Client Consulting beim Felddienstleister Norstat.

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