Umsatzplus, Profitabilität und die großen Tore von Köln

Interview mit SKOPOS-Geschäftsführer Olaf Hofmann

Geschäftsleitung von SKOPOS: Thomas Starsetzki und Olaf Hofmann (Foto: marktforschung.de)
Die Geschäftsführer von SKOPOS: Olaf Hofmann (rechts) mit Thomas Starsetzki (Foto: marktforschung.de)

Olaf Hofmann gehört zu den Gründern von SKOPOS und bildet gemeinsam mit Thomas Starsetzki die Geschäftsführung des Marktforschungsinstituts. Im Interview mit marktforschung.de äußert er sich zur aktuellen Geschäftsentwicklung sowie den Strategien und Zielen seines Unternehmens.

marktforschung.de: Herr Hofmann, wie ist das Jahr 2014 für SKOPOS wirtschaftlich verlaufen?

Olaf Hofmann: Der Umsatz von SKOPOS hat im Jahr 2014 erstmals die Marke von 6,5 Mio. Euro überstiegen. Das mag sich auf den ersten Blick nicht viel anhören, aber wer weiß, wie zersplittert unser Markt geprägt ist, kann dies einschätzen. SKOPOS gehört damit laut Context-Liste zu den Top 25 Full-Service-Instituten in Deutschland. Unter den Top 5 liegt SKOPOS im Bereich prozentuales Wachstum in den letzten drei Jahren. Besonders stolz sind wir darauf, dass dies nicht zu Lasten der Profitabilität erreicht wurde. Im Gegenteil - unsere operative Marge konnten wir von 5,5% in 2013 auf über 7% in 2014 steigern. 

marktforschung.de: Woher resultiert das Wachstum? Gibt es bestimmte Bereiche oder Branchen, die überdurchschnittlich performiert haben? 

Olaf Hofmann: SKOPOS ist in allen Geschäftsfeldern stark gewachsen. Am meisten aber freut mich, dass wir im Kernbereich der Ad-hoc Marktforschung am stärksten gewachsen sind, weil dies das kompetitivste Segment unseres Portfolios überhaupt ist. Es ist stark kostengetrieben und der Wettbewerb ist durch die Anzahl der Player enorm hoch. Die Ad-hoc Marktforschung wandelt sich gerade in den letzten 2 Jahren stark. 

Kunden über inhaltliche Themen gewinnen

Ja, der digitale Aspekt der Wertschöpfung wird größer, aber das tut er schon seit 15 Jahren. Wer Themen wie Insight Communities, Online Reportings usw. nicht annimmt, hat ein Problem. Hier kann man eigentlich nur Fehler vermeiden. D.h. wir haben für uns erkannt, dass man mit Rückstand im Bereich Digitalisierung Kunden verliert, man aber über inhaltliche Themen Kunden gewinnen und nachhaltig ausbauen kann.

marktforschung.de: Können sie uns verraten, welche inhaltlichen Themen das sind?

Olaf Hofmann: Nun, das ist eigentlich gar nicht so schwer. Entscheidend ist hier, den Wandel nicht nur auf der digitalen, d.h. prozessualen Ebene unserer Dienstleistung anzunehmen und aktiv zu managen, sondern auch den inhaltlichen Wandel. Damit meine ich, wie Menschen heutzutage Entscheidungen treffen – auch unsere Kunden. Vieles ist identisch in der Art und Weise, wie wir das tun. Vieles ist aber einem Wandel unterworfen, und diesen zu erkennen und in die eigene Arbeit einfließen zu lassen, das kann ein Institut differenzieren und das suchen und finden unsere Kunden bei uns. 

Wir beobachten, dass die verhaltenswissenschaftliche Fundierung von Forschungsansätzen, Methoden und Auswertung immer wichtiger wird. Die Gründer von SKOPOS sind Psychologen und ich bin stolz darauf, dass wir viele Sozialwissenschaftler bei SKOPOS beschäftigen, die genau diesen Wachstum treibenden Aspekt unserer Arbeit glaubwürdig umsetzen können. Der Dreiklang aus Verhaltenswissenschaften, Digitalisierung und hervorragendem Personal ist der entscheidende, der eigentlich erklärende Faktor für die sehr positive Entwicklung von SKOPOS in den letzten drei Jahren.

Die SKOPOS-Geschäftsführer Olaf Hofmann und Thomas Starsetzki (Foto: marktforschung.de)
Olaf Hofmann und Thomas Starsetzki (Foto: marktforschung.de)

marktforschung.de: 
Schaffen Sie es denn, den oft limitierenden Faktor Personalnachwuchs so zu managen, dass Sie die erhöhte Nachfrage auch tatsächlich bedienen können?

Olaf Hofmann: Ja, das ist in der Tat eine der größten Herausforderungen überhaupt, und man kann als Geschäftsführer nicht oft genug betonen, dass - sofern man hier einen guten Job macht - vieles sich von selbst erledigt bzw. ja genau genommen von den Mitarbeitern erledigt wird. 

Strategisches Thema Human Resources

Genauso umgekehrt: Wer hier Fehler macht und Talente ziehen lässt, kommt in größte Schwierigkeiten. Wir profitieren in diesem Bereich unmittelbar von und durch unsere Tochtergesellschaft SKOPOS VIEW, die sich mit HR-Forschung für große und mittelständische Unternehmen beschäftigt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Unit fungieren als unser interner Berater und Mahner im HR-Management. Auch und vor allem bei mir persönlich. Das ist manchmal hart, aber sehr wertvolles Feedback. HR ist für uns ein strategisches Thema und das ist kein Lippenbekenntnis.

Und man darf natürlich auch nicht vergessen, dass wir mit Köln über einen enorm attraktiven Standort verfügen. Wir erhalten viele gute Bewerbungen, WEIL wir in Köln ansässig sind, streng genommen vor den Toren Kölns. Aber da Köln viele Tore hat und diese Tore groß genug sind, damit Züge hindurch passen, ist das überhaupt kein Problem.

marktforschung.de: HR ist bei Ihnen als strategisches Thema aufgehängt, die Ad-Hoc-Marktforschung hatten Sie ja bereits erwähnt – in welchen anderen Geschäftsfeldern ist SKOPOS noch gewachsen? 

Olaf Hofmann: Ein erheblicher Teil des Wachstums der letzten Jahre ist neben den genannten Themenfeldern auf den Bereich Mystery Research zurückzuführen. 2009 hat SKOPOS die Mysterydienstleistungen in eine Tochtergesellschaft, der SKOPOS NEXT, ausgegliedert, um die Kompetenzen zu bündeln. SKOPOS NEXT hat sich in diesem Marktumfeld deutlich als Qualitätsanbieter mit Mehrwertvermittlung positioniert.

Zunehmende Verschmelzung von Mystery Research und Customer Experience Forschung

Flächendeckendes, hochfrequentiertes Standard-Mystery-Shopping kann kaum noch Mehrwerte beispielsweise für den stationären Handel bieten. Es gibt einen klaren Trend im Markt, dass Mystery Research und Customer Experience Forschung zunehmend verschmelzen. Wir sind der Überzeugung, dass Markt- und Mysteryforschung letztlich zwei Seiten derselben Medaille sind im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung der Touchpoint Experience oder TX. Erst im kombinierten Einsatz kann der wirksame Anteil der Dienstleistungsqualität herausgearbeitet werden und dem Auftraggeber einen echten Mehrwert liefern. 

marktforschung.de: Welche Umsatz- und Margenziele haben Sie für das laufende Geschäftsjahr ausgegeben? Und wie wollen Sie sicherstellen, dass diese auch erreicht werden? 

Olaf Hofmann: Wir planen, die 7 Mio. Euro Umsatz in 2015 zu knacken – bei mindestens gleichbleibender Umsatzrentabilität. Unsere grundlegende Strategie ist dabei unverändert. Der Dreiklang aus Verhaltenswissenschaften, Digitalisierung und Wertschöpfung verbunden mit einem in jeder Hinsicht exzellenten Umgang mit unseren Mitarbeitern.

Die Taktik aber wird sich in 2015 in zweierlei Hinsicht wandeln. Erstens: Wir werden deutlich stärker als bislang mit unseren Kunden zusammen innovative Forschungsansätze entwickeln und zweitens werden wir die inhaltlichen Synergien aus Mystery, verhaltenswissenschaftlich fundierter Marktforschung und Personalforschung zum Leben erwecken. Unsere Kunden sind für ganzheitliche Forschungsansätze, die oft fast alle Unternehmensbereiche betreffen, mittlerweile viel offener geworden. In diese Lücke wollen und werden wir stoßen.

marktforschung.de: Herr Hofmann, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Veröffentlicht am: 24.03.2015

 

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