The Post-Corona consumer might not be green

Interview zum WdM Web-Seminar von Strategir und Beyond Reason am 07.10.

Wie hat Corona das Konsumentenverhalten verändert, vor allem hinsichtlich des Themas Nachhaltigkeit? In dem englischen Web-Seminar stellen Olivier Tjon, Gründer von Beyond Reason und Isabelle Goisbault, Chief Innovation Officer bei Strategir zwei Marken vor, die ihre Nachhaltigkeitsstrategie an das veränderte Post-Corona-Konsumentenverhalten angepasst haben.

In Ihrem WdM Web-Seminar am 07.10.2020 um 14:00 Uhr geht es um die Frage, wie Corona die Konsumenten und somit das Kaufverhalten beeinflusst hat, vor Allem in puncto Nachhaltigkeit. 

Ganz generell: Wie hat sich das Konsumenten- und Kauf-Verhalten durch Corona verändert?

Strategir: Es wird tagtäglich viel über dieses Thema, unter anderem in Form von Tracking Studien, veröffentlicht. Wenn wir uns auf übergreifende Trends konzentrieren, sehen wir drei grundsätzliche Änderungen: Die erste betrifft die klare Verschiebung der Kaufgewohnheiten vom stationären Einzelhandel zum Onlinehandel.

Die zweite Änderung betrifft die Priorisierung von Hygieneaspekten im Allgemeinen (Rückzug auf sich selbst und seine Gesundheit als oberstes Gut) und auch in der Versorgung mit Lebensmitteln. Beispielsweise kehrt die Verpackung (individuelle Verpackung, Plastik...) zu ihrer zentralen Bedeutung für den Schutz von Produkten und die Versorgungssicherheit zurück.

Damit kommen wir zur dritten Änderung, die sich in Form einer Dissonanz ausdrückt, nämlich zwischen dem, was die Konsumenten gerne machen möchten (ethische, gesunde und nachhaltige Produkte kaufen) und was sie in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten tatsächlich tun. Dieses für Marken relevante Thema werden wir im Webinar vertiefen.

Auf welche Aspekte legen die Konsumenten nun mehr Wert, im Vergleich zu der Zeit vor Corona?

Strategir: Die Corona Krise hat Tendenzen, die sich bereits abgezeichnet hatten verstärkt oder sogar beschleunigt. Die Konsumenten haben sich mehr mit Themen wie Gesundheit und Umwelt auseinandergesetzt und nehmen die Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen in diesem Bereich ernster. Die soziale Verantwortung der Marken gilt in zunehmendem Maße als differenzierender Faktor bei der Kaufentscheidung. Jetzt fordern die Verbraucher, dass die Markenhersteller mit der Umwelt umsichtig umgehen, zur Natürlichkeit zurückkehren und recyceltes Material in ihren Packungen einsetzen. Dabei erwarten sie, dass die Marken ökologisch glaubwürdig und authentisch handeln und kommunizieren.

Worin bestehen für Marken die Schwierigkeiten beim Etablieren nachhaltiger Alternativen?

Strategir: Wir beobachten eine stärkere Fokussierung der Konsumenten auf den Preis als eine Konsequenz der heutigen unsicheren wirtschaftlichen Lage. Das heißt, dass die Verbraucher nicht bereit sind oder es sich nicht leisten können, einen höheren Preis für nachhaltige Produkte zu zahlen, obwohl diese für die Markenhersteller in der Produktion teurer sind. Ferner werden nachhaltige Produkte oft mit einer schlechteren Wirksamkeit in der Wahrnehmung der Verbraucher assoziiert, weil z.B. sanftere Inhaltstoffe in einem Waschmittel verwendet wurden. Im Klartext heißt das, dass ein nachhaltiges Produkt nicht teurer und weniger wirksam als ein nicht nachhaltiges sein darf, was für die Markenhersteller natürlich eine große Herausforderung darstellt.

Es stellt sich ebenfalls die Frage der Produktportfoliostruktur: sollen nachhaltige Produkte als Line Extension oder anstelle bestehender Produkte eingeführt werden?

Stichwort Unternehmensstrategie: Wie könnte man die Konsumenten eher zum Kauf nachhaltiger Alternativen motivieren?

Strategir: Als allererstes sollten die Grunderwartungen der Verbraucher in einer bestimmten Kategorie erfüllt werden! In unserem täglichen Geschäft sehen wir es aber nicht selten, dass das nicht immer der Fall ist, wenn Marken neue Produkte anbieten. Nachhaltigkeit ist nicht immer der Kaufgrund. Sie kann als "nice to have" Faktor betrachtet werden, der am Ende den Unterschied machen kann oder als "must have" Faktor, der unbedingt angeboten werden muss, um die Gunst der Kunden zu gewinnen. Es ist also unabdingbar, die Bedürfnisse zu kennen, die die Verbraucher mit einer bestimmten Kategorie und mit einem einzelnen Produkt befriedigen wollen.

Wer sollte Ihr Web-Seminar auf keinen Fall verpassen?

Strategir: Alle Personen, die im Kontakt mit Verbrauchern sind: betriebliche Marktforscher, Marketingentscheider, F&E, Handel...

Was können Zuschauer aus Ihrem Web-Seminar Neues lernen?

Strategir: Wie wir dem wahren Verhalten der Verbraucher in Bezug auf Nachhaltigkeit auf die Spur kommen.

Was möchten Sie mit Ihrem Web-Seminar erreichen? Was sind Ihre Ziele?

Strategir: Wir möchten unsere Learnings und Erfahrungen in Bezug auf dieses wichtige Thema teilen.

Melden Sie sich hier zum kostenlosen Web-Seminar "The Post-Corona consumer might not be green"  an. 

cb

Veröffentlicht am: 09.09.2020

 

Kommentare (1)

  1. Natacha Dagneaud vor 2 Wochen
    Sehr interessantes Thema. In unserer aktuellen Forschung sehen wir auch, dass bei der Packaging-Wahl oft die Taten nicht den Einstellungen entsprechen - und sich die Verbraucher selbst dafür schämen. Ich finde vor allem die Frage von Strategir interessant, wie Hersteller mit der Portfoliostruktur umgehen sollen! Gibt es eine Line-Extension besteht die Gefahr, die aktuellen Produkte in ein negatives Licht zu stellen. Ein ganzheitlicher Shift zu grüneren Produkten erfordert aber Zeit und muss behutsam vorgenommen werden.

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