"Auch im Online-Medium gibt es viele Möglichkeiten, den Spaß- und Workshopcharakter zu zünden"

Interview zum Workshop von EARSandEYES

Nicht zur berieseln lassen, sondern interaktiv selbst tätig werden. Das ist das Motto des Workshops von EARSandEYES auf der WdM, bei dem die Teilnehmenden aktiv in das Geschehen einbezogen werden. Wie das funktioniert? Das erklären Esther Hestermann & Juliane Berek vorab im Interview und gewähren erste Einblicke in ihren Workshop am 7. Oktober um 10h.

Wie Workshops auch online Spaß machen können, zeigen Esther Hestermann & Juliane Berek live  auf der WdM

Wie Workshops auch online Spaß machen können, zeigen Esther Hestermann & Juliane Berek live  auf der WdM (Bildnachweis: picture alliance / dpa Themendienst | Klaus-Dietmar Gabbert)

Sie planen am 7. Oktober einen „Hands-on Workshop“ bei der diesjährigen WdM. Wie gedenken Sie die Teilnehmenden digital einzubeziehen? Wie kann der Workshop-Charakter auch online bestehen bleiben?

Juliane Berek: Schon vor März 2021 haben wir bei EARSandEYES im qualitativen Bereich viel interaktiv online geforscht. Auch diese Erfahrung hat uns bei der Umstellung von persönlichen zu digitalen Workshops geholfen. Rückblickend würden wir allerdings sagen: Digital ist die Normalität. Und glücklicherweise gibt es auch im Online-Medium viele Möglichkeiten, den Spaß- und Workshopcharakter zu zünden. Und das ist für die Kreativität und das Teamwork ja ein ganz wesentlicher Punkt!

Teilnehmer*innen unserer Workshops erwartet daher auch online die sehr effiziente Kombination aus Arbeit in kleinen Teams und dem Austausch im Plenum – ebenso wie verschiedene Aktivierungs-Bonbons!

Bei Ihrem Workshop wird es darum gehen, Produktideen fachgerecht in Konzepte zu übersetzen. Geben Sie dabei hauptsächlich Design-Tipps für die Darstellung der Ideen oder auch andere Anregungen – beispielsweise zu bestimmten Tools? Was erwartet uns?

Juliane Berek: Wenn wir hier von Konzepten sprechen, stehen Verbalkonzepte im Vordergrund. Es geht dabei um Inhalte. Da diese Konzepte die Grundlage für alle weiteren Schritte von der Idee zum fertigen, werblich begleiteten Produkt in den Markt darstellen, ist es unerlässlich, hier die Idee, Nutzen und Positionierung klar zu formulieren. Nur so kann man Potenziale sinnvoll abschätzen und findet gegebenenfalls die Hebel zur Verbesserung, noch bevor das Geld für die nächsten Schritte im Innovationsprozess investiert wird.

Warum ist das Thema so relevant? Ist es wirklich für viele eine so große Herausforderung, ihre Ideen in einem Konzept zusammenzufassen? Sprechen wirklich gute Ideen nicht für sich selbst?

Esther Hestermann: Ein super Punkt! Gute Konzepte zu verfassen braucht Übung und ein gewisses Handwerkszeug. Selbst erfahrene Marketiers, die häufig Konzepte schreiben, spiegeln uns nach den Workshops gern zurück, dass sie die Übungen und die Beschäftigung mit diesem wichtigen Thema als sehr wertvoll empfinden.

Jetzt für das Webseminar "How-to-Concept: Produktideen fachgerecht in Konzepte übersetzen" am 7. Oktober, 10h anmelden!

Was sind die 5 häufigsten Fehler, die bei der Erstellung eines Produktkonzeptes gemacht werden? Und was sind die schlimmsten?

Juliane Berek: Zeitmangel: Für den so wichtigen Schritt des Entwickelns werden Konzepte häufig aufgrund von Zeitdruck zu schnell als final freigegeben.

Esther Hestermann: Alleingänge: Statt die Schwarmintelligenz zu nutzen und mehrere – mindestens aber noch eine weitere Person – als Sparringpartner mit ins Boot zu holen, werden die Konzepte oft von Einzelpersonen geschrieben. Gerade im Workshop zeigt sich, wie viel Mehrwert es bringt, wenn oft auch nur schon eine weitere Person mit involviert ist.

Juliane Berek: Betriebsblindheit: Was dem Marketier sonnenklar ist, weil er oder sie klare Vorstellungen zum Markt, zur eigenen Marke und dem neuen Produkt hat, führt leider auch immer wieder dazu, dass das Selbstverständliche nicht formuliert wird. Der vermeintlich offensichtliche Nutzen entgeht den Konsumenten dann aber häufig.

Esther Hestermann: Konsumentenbrille: Über die interne Begeisterung für eine Idee wird gerne mal vergessen, dass die einzige Frage von Konsument*innenseite zuallererst lautet: „What’s in it for me?“ Deshalb rufen wir immer wieder zur Konsument*innenzentrierung und zur Besinnung auf den Insight auf. Wir wollen Konsument*innen dort abholen, wo tatsächlich ihr Interesse geweckt wird.

Juliane Berek: Mangelnde Verlinkung von Innovation und RTB: Wir sehen immer wieder Fälle, in denen Inhaltsstoffe oder technisch beschriebene Innovationen in den Vordergrund gestellt werden, die aber für Konsument*innen ohne Erklärung nicht aussagekräftig sind. Dabei bietet sich diese Innovationen perfekt als Reason to Believe für den versprochenen Zusatznutzen an – nur müssen die PS hier auch auf die Straße gebracht werden.

Esther Hestermann: Die schlimmsten Fehler? Könnten wir so allgemein gar nicht sagen – es ist auf jeden Fall immer traurig zu sehen, wenn ein Konzept aufgrund der Umsetzung scheitert, obwohl die Idee dahinter viel Potenzial hat.

Gibt es die eine „Goldene Regel“ für Produktkonzepte?

Juliane Berek: Mehrere sogar – eine davon lernen Sie in unserem Workshop kennen…

Wer sollte Ihr Event keinesfalls verpassen? An welche Zielgruppe richtet sich Ihr Workshop?

Esther Hestermann: Im Kern natürlich an genau die Personen, die für ihre Unternehmen Konzepte schreiben – also besonders ans Marketing. Und darüber hinaus natürlich an Personen, die mit den Marketing-Konzepten arbeiten und gegebenenfalls dazu fDie #wdm2021 ist voll von Web-Seminaren, doch auch das ein oder andere Format ist mit dabei, so etwa der Workshop von EARSandEYES. Wie kann das digital funktionieren? Das erklärt Esther Hestermann und gewährt erste Einblicke in den Workshop am 07. Oktober um 10h.orschen, wie betriebliche Marktforscher*innen.

Jetzt für das Webseminar "How-to-Concept: Produktideen fachgerecht in Konzepte übersetzen" am 7. Oktober, 10h anmelden!

Über Esther Hestermann:

Esther Hestermann ist seit über 15 Jahren in der Marketingforschung tätig. Beim Hamburger Marktforschungsinstitut EARSandEYES leitet sie ein quantitatives Forscherteam, in dem ganzheitlich zu Marketingthemen geforscht wird. Das beinhaltet Innovationsforschung genauso wie strategische Marken- und Grundlagenforschung.

 

Über Juliane Berek:

Juliane-Berek-EARSandEYES-2021 (Bild: EARSandEYES)
Juliane Berek ist seit über 12 Jahren in der Marketingforschung tätig. Sie leitet bei EARSandEYES die qualitative Marktforschung. Ihre Schwerpunkte liegen in der Entwicklung digitaler qualitativer Methoden, der Marken- und Innovationsforschung, Werbewirkungsforschung und Customer Journey.

 

 

Beide teilen die Begeisterung für das Leiten von Online- wie auch Offline-Workshops.

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