"Sirius Campus soll eine Startrampe für junge und ehrgeizige Forscher sein"

Christoph Müller, Dr. Oliver Gaedeke & Katharina Päffgen, Sirius Campus

Zum 1. Januar 2019 haben Dr. Oliver Gaedeke und Christoph Müller das Unternehmen Sirius Campus gegründet, mit dem sie sich der Forschungs- und Beratungsarbeit zur Kundenentscheidung widmen wollen. Was hinter dem Unternehmensnamen steckt und wie sich die Gründer die nächsten Schritte vorstellen, erzählen sie im Interview.

Dr. Oliver Gaedeke, Katharina Päffgen & Christoph Müller, Sirius Campus
Dr. Oliver Gaedeke, Katharina Päffgen & Christoph Müller, Sirius Campus

marktforschung.de: Sie haben zum 1. Januar in Köln die Firma Sirius Campus gegründet. Den Namen müssen Sie uns, glaube ich, erklären.

Christoph Müller: Das ist eigentlich ganz einfach: Sirius ist eine Reminiszenz an unsere gemeinsamen psychonomics-Zeiten und Campus steht für eine Plattform bzw. eine Startrampe für junge und ehrgeizige Forscher, die bei unseren Kunden etwas bewegen wollen.

marktforschung.de: Können Sie uns erklären, wie die Firma aufgestellt ist? Wo sitzen Sie und mit wie vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehen Sie an den Start.

Christoph Müller: Wir haben unser Büro im Kölner Zentrum in der Nähe des Friesenplatz bezogen, unmittelbar gegenüber der früheren Gerling-Konzernzentrale. Zusammen mit Katharina Päffgen, die ebenfalls von YouGov zu Sirius Campus gewechselt ist, sind wir momentan noch zu dritt. Wir planen, in nächster Zeit noch weitere erfahrene Mitarbeiter mit verschiedenen Expertisen zum Kernteam hinzuzugewinnen. Alle Marktforscher und empirisch arbeitenden Berater, die ihre eigenen Ideen und Gestaltungswünsche bislang nicht realisieren konnten, dürfen sich gerne an uns wenden.

marktforschung.de: Was werden die inhaltlichen Schwerpunkte von Sirius Campus sein?

Oliver Gaedeke: Im Zentrum unserer Forschungs- und Beratungsarbeit steht die Kundenentscheidung. Wir fokussieren auf das "Go" oder "No-Go" für einen Beratungspunkt, für einen Kauf und für ein höherpreisiges Premiumangebot. Dazu müssen wir zu Beginn eines Projektes die Variationsparameter im Kundenkontakt herausarbeiten. Das ist fast der wichtigste und sicherlich aufgrund diverser Widerstände der herausforderndste Teil unserer Projekte, um Wirksamkeit und Effizienz in Beratungs- und Serviceprozesse zu treiben. Diese "Anpacks" für unsere Klienten entwickeln wir dann anhand von entscheidungspsychologischen Konzepten, die weit über Meinungs- und Einstellungsforschung hinausgehen. Nur so lassen sich klare und einfache, aber hoch wirksame Umsetzungskonzepte erarbeiten und auf die Straße bringen.

Christoph Müller: Außerdem werden wir Marktstudien anbieten, zum Versicherungsmarkt, aber auch darüber hinaus. Da sind zum einen der "Kundenmonitor Assekuranz" und die "Erfolgsfaktoren im Ausschließlichkeitsvertrieb", die wir fortführen und weiter ausbauen werden. Zum anderen werden wir aber auch neue und aktuelle Themen aufgreifen – wie zum Beispiel unsere erste Studie "Werthaltige Kfz-Versicherungskunden mit Künstlicher Intelligenz identifizieren", die wir im Januar fertiggestellt haben.

marktforschung.de: Wie glauben Sie wird sich die Marktforschung im Bereich Versicherungen in den nächsten Jahren entwickeln?

Christoph Müller: Automatisierte Datengewinnung und -verarbeitung ist ja voll im Trend – natürlich auch im Versicherungsmarkt. Wir heben uns jedoch bewusst von der Vorstellung ab, dass man nur genügend Daten sammeln muss, um alles vorherzusagen. Ohne intelligentes Dazutun wird man am Ende doch nicht erfolgreich sein. Das gilt aber natürlich nicht nur für den Versicherungsmarkt.

Oliver Gaedeke: Das ist auch der Grund, warum Watson – die Künstliche Intelligenz von IBM – wieder aus einem riesigem Gesundheitsprojekt ausgestiegen ist. Wir haben gerade in einer Studie anhand des Kfz-Versicherungsmarkts erfolgreich gezeigt, dass Künstliche Intelligenz sehr wohl Zukunft hat, jedoch haben wir uns vorher reichlich Gedanken gemacht und entscheidungspsychologische Konzepte einbezogen, um zum Beispiel werthaltiges von wertminderndem Kundenverhalten zu unterscheiden und im Kfz-Versicherungsneugeschäft sich zu erkennen.

marktforschung.de: Sie sind beide in der Branche keine Unbekannten und waren beide vorher bei bekannten Unternehmen tätig. Sie, Herr Müller, bei YouGov und Sie, Herr Gaedeke, bei Vocatus. Warum haben Sie sich zum Schritt in die Selbständigkeit entschieden?

Oliver Gaedeke: Zunächst einmal haben wir gelernt, dass nichts beständiger ist als der Wandel. Andererseits sehen wir eine ganze Reihe von teilweise sehr engen Fokussierungen in der Branche, was wiederum Räume für unsere Positionierung geöffnet hat. Dafür haben wir in unseren ersten Kundenprojekten und -kontakten bereits viel positives Feedback erhalten.

marktforschung.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Zu den Personen:

Dr. Oliver Gaedeke ist promovierter Diplom-Psychologe und seit mehr als 20 Jahren in der Forschung und Beratung zu menschlichen Verhalten und Entscheidungen aktiv u.a. in leitenden Positionen bei psychonomics, ServiceRating, YouGov und Vocatus. Mit besonderer Expertise für den Finanzdienstleistungsmarkt hat er immer wieder neue Impulse für Versicherer, Bausparkassen, Sparkassen und Banken sowie Investmentgesellschaften gesetzt. Seine Kompetenzen zur Kundenloyalität, NPS, Produkt- und Vertriebsdesign hat ihn in den letzten Jahren in den e-Commerce, stationären Handel, Gesundheitsmarkt und das produzierende Gewerbe geführt.

Christoph Müller ist Diplom-Kaufmann und seit mehr als 20 Jahren in der Marktforschung aktiv. Zunächst bei psychonomics und später bei YouGov hat er insbesondere Mehrbezieherstudien im Versicherungsmarkt wie den "Kundenmonitor Assekuranz" und die "Erfolgsfaktoren im Ausschließlichkeitsvertrieb" verantwortet, aber auch zahlreiche Studien in anderen Branchen geleitet, v. a. in den Bereichen Automotive, Banken, Food und Sportmarketing. Seit 2018 ist er Geschäftsführer der Sirius Campus GmbH.

Veröffentlicht am: 08.02.2019

 

Kommentare (2)

  1. Uwe Kleine am 08.02.2019
    Glückwunsch die Herren und viel Erfolg!
    Frischer Wind tut der Branche immer gut.
  2. Dirk Weller am 08.02.2019
    Glückwunsch zur Gründung und viel Erfolg! :)

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