"Müssen wir nicht auch unsere Marktforschungstools anpassen?"

Das Interview zum Webinar: Julia Görnandt, SKIM

Am 19. Juni führt Sie Julia Görnandt, SKIM, zu einem Thema von großer Relevanz. Im E-Commerce steigen die Umsätze, immer mehr Menschen kaufen online ein. Doch die Konkurrenz ist groß und ganz nach dem Motto, dass sich der Gewinner alles nimmt, werden die Großen immer größer. Umso wichtiger also, sich sehr professionell aufzustellen – auch in der Marktforschung.

Julia Görnandt, SKIM

marktforschung.de: Frau Görnandt, in der Ankündigung zum Webinar schreiben Sie diesen Satz: "Damit Ihre Marke heute auch online Erfolg hat, müssen Strategien zur Insights-Gewinnung an das sich veränderte Umfeld angepasst werden." Sie fordern also nicht nur, sich im eigenen E-Commerce top aufzustellen, sondern auch die eigene Marktforschung laufend zu hinterfragen. Habe ich das richtig gedeutet? 

Julia Görnandt: Ja, das stimmt genau. Heutzutage verändert sich die Welt, in der wir leben, jeden Tag. Technologische Entwicklungen wie Smartphones, 5G, digitale Sprachassistenten, eCom etc. führen dazu, dass sich das Umfeld, in dem Konsumenten Entscheidungen - also auch Kaufentscheidungen - treffen, stark gewandelt hat und weiter wandeln wird. Als Marktforscher haben wir immer das Ziel, das Verhalten von Menschen so genau wie möglich abzubilden, zu verstehen und auch vorherzusagen. Mit den Veränderungen, die vonstatten gehen, denke ich, dass es sehr wichtig ist, auch zu hinterfragen, WIE wir Verhalten erfassen und beobachten. Müssen wir nicht auch unsere Marktforschungstools anpassen? Wie müssen unsere Fragebögen aussehen oder sind Fragebögen überhaupt gar nicht der richtige Ansatz? Welche Analysen brauchen wir, um Insights zu gewinnen, wenn wir vielleicht auch Zugang zu neuen Arten von Daten haben?

marktforschung.de: Sie haben ja schon mehrere Punkte sehr konkret benannt, die Sie im Webinar am 21. Juni behandeln werden. Daher einmal aus der pauschalisierenden Vogelperspektive gefragt: Was läuft im Bereich Online-Handel immer wieder so falsch, dass Sie es einfach nicht fassen können?   

Julia Görnandt: So allgemein kann man das gar nicht sagen, da es durchaus auch Unternehmen und Marken gibt, die schon eine sehr ausfeilte und erfolgreiche Strategie für eCommerce oder auch mCommerce entwickelt haben. Und von denen kann man durchaus gut lernen. Eine große Herausforderung gibt es für Unternehmen, die eine Omni-Channel-Strategie entwickeln wollen: Welche Rolle spielt die Online-Präsenz vs. der traditionelle Laden? Wie muss das Portfolio und auch die Preisstrategie je nach Channel an die Bedürfnisse der Konsumenten angepasst werden? Und wie können digitale Sprachassistenten einen Mehrwert bringen?  

Außerdem muss man zum Beispiel auch überdenken, wie man sein Produkt online darstellt, so dass Konsumenten alle relevanten Informationen schnell und einfach finden. Gerade wenn man an mCom - also den Online-Handel auf mobilen Endgeräten - denkt, wird diese Herausforderung noch größer, da die Bildschirme kleiner sind als bei einem Laptop. Andererseits bietet das Online-Umfeld auch neue Möglichkeiten, Produktinformationen zu zeigen: Ich kann mich auf bestimmte Aspekte meiner Verpackung konzentrieren, bestimmte Bereiche vergrößern oder hervorheben und sogar mehr als eine Darstellung zur Verfügung stellen.  

marktforschung.de: Die Marktforschung kann helfen, Kunden zu verstehen und deren Handeln vorherzusagen und beeinflussen zu können. Unterscheidet sich der Bereich E-Commerce hier deutlich von anderen Segmenten im Handel?

Julia Görnandt: Die Erwartungen und Bedürfnisse von Konsumenten sind je nach Channel stark unterschiedlich - und das muss man natürlich mit den entsprechenden Marktforschungsansätzen abbilden. Um nur ein paar Beispiel zu nennen: Während konventionelle Geschäfte die Möglichkeit geben, Produkte mit allen Sinnen zu erkunden, bietet E-Commerce Vorteile im Bereich Convenience. Ich kann mit wenigen Klicks bestellen und es wird mir bis zur Wohnungstür geliefert. Und natürlich hat die Online-Welt auch viele neue Business-Modelle hervorgebracht: Abonnentenservice wie HelloFresh, Amazons Spar-Abo oder der Dollar Shave Club, neue Medienangebote wie Netflix und Spotify etc.  

Also ja, eCom unterscheidet sich fast immer sehr deutlich von anderen Kanälen. Aber das ist natürlich auch noch einmal sehr stark von der spezifischen Produktkategorie abhängig. Mode ist zum Beispiel ganz anders als Nahrungsmittel oder Elektrogeräte.  

marktforschung.de: Bringen Sie am 21. Juni auch best practice-Beispiele mit, die Sie den Teilnehmern unter die Nase reiben können? Von Firmen, die die Klaviatur des E-Commerce und auch die Insights-Generierung perfekt beherrschen? 

Julia Görnandt: Ja, ich werde viele Beispiele und Best Practices aus dem Bereich eCom, mCom und vCom (also Voice-Commerce) dabeihaben, so dass alle Teilnehmer hoffentlich mit einigen Inspirationen nach Hause gehen, wie Marketing und Marktforschung an sich das veränderte Umfeld angepasst werden kann, um erfolgreich zu sein.  

marktforschung.de: Vielen Dank, Frau Görnandt, für das Gespräch, wir sind gespannt! 

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Das Interview führte Tilman Strobel 

Veröffentlicht am: 12.06.2019

 

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