"Mit Simstore können wir komplette Geschäfte detailgetreu nachbilden"

Das Interview zum Webinar am 21.5.2019

Virtuelle Räume können reale Einkaufsumgebungen nicht ersetzen, wenn es um die Erforschung des Käuferverhaltens geht. Aber je besser diese an die Realität herankommen, desto besser werden die Messergebnisse. Das verspricht sich zumindest Ipsos von seinem NORM Simstore, den Heidi Neubert, Steffen Goik und Nienke Smit am 21. Mai um 11 Uhr im Webinar vorstellen werden.

Heidi Neubert, Steffen Goik, Nienke Smit, Ipsos

marktforschung.de: Wenn ich in der Ankündigung zum Webinar lese, dass Sie eine virtuelle Einkaufsumgebung geschaffen haben, um Packungs- und POS-Konzepte online testen zu können, dann frage ich mich zunächst, wie man sich eine solche virtuelle Umgebung vorstellen muss. Sieht das aus wie in einem Computerspiel?

Steffen Goik: Der Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt, wenn man an die verblüffende Realitätstreue so mancher Computerspiele denkt. Mit Simstore können wir abhängig von der jeweiligen Forschungsfrage ausgewählte Regale mit Produkten oder sogar komplette Geschäfte detailgetreu nachbilden. Für die Programmierung der virtuellen Regale und Geschäfte nutzen wir eigens erstellte Fotos von Produkten und Umfeldern. Die virtuelle Testumgebung ist deswegen sehr realistisch und spiegelt eine reale Einkaufssituation, in der man sich am Regal oder im Geschäft orientiert, Produkte aus dem Regal nimmt und einkauft, lebensecht wider.  

marktforschung.de: Im Webinar werden Sie erläutern, wie die neue Ipsos-Plattform NORM Simstore funktioniert. Dort können auch Verhaltensmessungen stattfinden, lese ich, die Rede ist vom Verhalten der Einkäufer. Reagiert nicht jeder Shopper ganz unterschiedlich, als dass man das über drei bis vier Kämme scheren könnte?  

Heidi Neubert: Das Einkaufsverhalten und Kaufentscheidungen am POS sind in der Tat nicht bei jedem Shopper gleich. Sie werden beeinflusst von seinen Bedürfnissen, Erfahrungen und Einstellungen. Ein und derselbe Shopper kann abhängig von der jeweiligen Einkaufsgelegenheit ein unterschiedliches Einkaufsverhalten aufweisen. In unseren virtuellen Regal- und Store-Tests berücksichtigen wir die jeweiligen Einkaufsgelegenheiten. Wir arbeiten deswegen mit relativ großen Fallzahlen, um ein repräsentatives Abbild der unterschiedlichen Käufertypen und Einkaufssituationen sicherzustellen - schließlich wollen wir die Realität abbilden.

marktforschung.de: Der Handel spielt in den Webinaren bei marktforschung.de zurzeit eine große Rolle. Ist das eine Reaktion auf die Verlagerung von Umsätze in Online-Stores? Ist eine noch bessere Marktforschung die Antwort auf die großen Verschiebungen im Handel? 

Heidi Neubert: Sicherlich hat die Digitalisierung und damit verbunden auch E-Commerce einen großen Einfluss auf unser Leben als Konsument und Shopper. Der digitale Handel wächst zudem kontinuierlich, auch wenn die Relation von Online- zu Offline-Käufen im Branchenvergleich noch sehr unterschiedlich ist. Vor allem der Non-Food-Sektor ist überproportional von dieser Entwicklung betroffen. Um auf Dauer erfolgreich zu sein ist es wichtig, die komplette Shopper Journey zu verstehen mit seinen Touchpoints, Channels und Bedürfnissen der Shopper. Das heutige Einkauferlebnis verlangt, dass sich Handel und Hersteller vollständig auf den Kunden konzentrieren und sich danach ausrichten, wie der Kunde einkaufen möchte. Geschäfte müssen ein intensiveres, befriedigenderes und auf Kundenbedürfnisse ausgerichtetes Einkaufserlebnis bieten. Kunden sind zunehmend durch ihre digitalen Erfahrungen geprägt und erwarten auch von konventionellen Geschäften reibungslose "digitale Dienstleistungen". Die Antwort ist also keine "noch bessere Marktforschung", sondern eine an die neuen Gegebenheiten angepasste Marktforschung, in der der Kunde bzw. der Shopper immer im Fokus steht.

marktforschung.de: Wieviel Programmieraufwand steckt hinter einer solchen Lösung wie NORM Simstore?  

Nienke Smit: Das hängt maßgeblich von zwei Aspekten ab: Dem Projektumfang und der Anzahl an unterschiedlichen Produkten (SKUs) innerhalb der relevanten Kategorie(n). Um ein Beispiel zu nennen: Mit 100 interaktiven SKUS im Regal (SKUs, die aus dem Regal genommen, zurückgestellt und gekauft werden können) kann man mit ca. 4-5 Tagen für die Programmierung der Einkaufsumgebung rechnen.

marktforschung.de: Vielen Dank für das Gespräch, wir freuen uns auf das Webinar am 21. Mai!

Hier geht es zur Anmeldung.

Das Interview führte Tilman Strobel.

Veröffentlicht am: 09.05.2019

 

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