Microsoft Power BI – der neue Standard in der Visualisierungslandschaft?

Interview zum Web-Seminar am 11.05.2021 um 11 Uhr

Die Frage nach einem neuen Standard aufzuwerfen sei etwas anderes, als sie zu beantworten, konstatiert Thomas Donath. Der NORDLIGHT-Geschäftsführer über die Rolle von Dashboards und was ihn an Power BI begeistert.

Thomas Donath, NORDLIGHT research
Thomas Donath, NORDLIGHT research

Dashboards: Ein Buzzword, das in manchen Ohren vielversprechender klingt, als das, was sie letzten Endes im Stande sind zu leisten. Wie sehen Sie das?

Ich persönlich halte den zusätzlichen Nutzen für Ergebnisempfänger durch online abrufbare Dashboards für zahlreiche Marktforschungsfragestellungen tatsächlich auch für begrenzt. In Projekten, in denen kontinuierlich oder wiederholt Befragungsdaten visualisiert und analysiert werden oder bei denen Auftraggeber selbst explorativ tätig werden, bieten Online-Dashboards einen Mehrwert. Damit ist auch schon die Grenze des Nutzens aufgezeigt: Bei Einmalprojekten, die zügig abgeschlossen werden oder in die Ergebnisempfänger nur begrenzt Zeit investieren können, reichen in aller Regel auch klassische Reports und Zusatzanalysen auf Zuruf.

Am 11. Mai sprechen Sie über Microsoft Power BI. Handelt es sich dabei um noch ein weiteres Tool in der Visualisierungslandschaft oder um den neuen Standard?

Mir gefällt der Spruch "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen". Ich traue mich daher, die Frage zu stellen, nicht aber die Antwort zu geben. Allerdings schätze ich die Chance als sehr gut ein, dass Microsoft Power BI langfristig ein Reporting-Standard in unserer Branche wird, da diverse Barrieren bisheriger Lösungen wegfallen und starke Erfolgstreiber hinzukommen.

Was begeistert Sie denn an der Lösung?

An den Stellen, an denen es normalerweise umständlich wird, ist Power BI überraschend unkompliziert. Das beginnt mit einer einfachen Lizenzierung. Als versierter Marktforscher bekommt man die Daten leicht ins System und kann schnell erste Erfolgserlebnisse in der Visualisierung von Ergebnissen sammeln. Durch die Integration in andere Microsoft Office-Produkte kann man Reports und Dashboards leicht in Microsoft Teams oder SharePoint publizieren, so dass Kolleginnen und Kollegen auf diese zugreifen können.

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Wie kommt es, dass Sie über ein Thirdparty Tool sprechen?

Und dann auch noch über Microsoft... hätte ich vor noch einem Jahr nicht für möglich gehalten. Ich habe schon verschiedene Lösungen für Dashboards und Online-Analysen im Laufe der Jahre aus- und anprobiert. Dies war das erste Mal, dass ich spontan begeistert war und sich die Hürden im Einsatz in engen Grenzen halten. Gleichzeitig sehe ich den Wettbewerbsvorteil von Microsoft. Diese Einschätzung hätten wir nun auch für uns behalten können. Aber die "tech- und data-driven" Analysten etablieren sich zunehmend stärker in der Markt- und Organisationsforschung. Man sollte daher schauen, welche Technologie dort im Einsatz ist und einem dienlich sein kann, um nicht irgendwann aus der Zeit gefallen dazustehen.

Welche Rolle spielen Dashboards bei Nordlight-Projekten? Gibt es zu jedem Projekt ein interaktives Auswertetool?

Dashboards in PowerPoint-Berichten finden sich zwar regelmäßig, aber fast nie online. Der Standard ist zumindest bei unseren Kunden und Projekttypen aktuell auch weiterhin der klassische PowerPoint-Bericht. Wenn Kunden diesen zeitnah haben, erlischt das Interesse an alternativen Lösungen rasch. Budgets beim Auftraggeber und Gewohnheiten spielen hier sicherlich auch eine hinderliche Rolle. Unsere Kunden haben zudem in aller Regel eine Full-Service-Mentalität und wenn sie eine Fragestellung haben, fragen sie uns und würden nicht selbst mit Auswertungstools analysieren. Allerdings wollen wir diese Lösung promoten, sodass unsere Kunden bei Interesse interner Auftraggeber diese von Seiten der Marktforschung ohne Zögern ins Spiel bringen.

Die meisten Unternehmenswelten liegen bereits im Microsoft-Kosmos. Was ist aus Ihrer Warte heraus der größte Vorteil daran?

Der größte Vorteil für die externe Marktforschung dürfte sein, dass man durch Verwendung von Microsoft-Lösungen leichter mit den auftraggebenden Unternehmen zusammenarbeiten kann. Fast jeder tauscht heute Präsentationen über PowerPoint oder zumindest kompatible Apps aus. Ähnliches könnte sich mit Power BI für das Online-Reporting ergeben. Wenn Kunden das gleiche System einsetzen, muss man keinen von "seiner" Software und der IT-Sicherheit "seines" Anbieters überzeugen. Da die neue Microsoft-Welt zudem stark vernetzt ist, wird man über Dienste wie Power BI als externer Dienstleister leichter ein integrierter Teil der "Business Intelligence". Ein paar Klicks und das Dashboard ist im auftraggebenden Unternehmen im Teams-Kanal oder Intranet platziert. Ich sehe diese Konformität und "Winner takes it all"-Mechanik zwar kritisch. Gleichzeitig erkenne ich aber die Chance als ein "research-driven" Institut, Teil der sich ändernden Informations- und Kommunikationsstrukturen in Unternehmen zu bleiben.

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