"Für uns besteht das klare Ziel, zu den Top 5 der Social Media Monitoring Anbieter zu zählen."

Interview mit Prof. Dr. Matthias Fank zur Fusion von VICO und infospeed

Prof. Dr. Matthias Fank, Professor für Informationsmanagement an der Fachhochschule Köln und dort Leiter des Masterstudienganges Markt- und Medienforschung, gehört zu den Gründern des Social Media Monitoring Anbieters infospeed, der jüngst von VICO Research übernommen wurde. Im Gespräch mit marktforschung.de äußert er sich zu den Hintergründen und Zielen des Mergers.

Prof. Dr. Matthias Fank, infospeed

Fusion zwischen VICO Research und infospeed: Prof. Dr. Matthias Fank zu den Hintergründen

marktforschung.de: Prof. Fank, Sie sind Gründer und wissenschaftlicher Partner der infospeed GmbH. Nun ist Ihr Unternehmen, das 2005 an den Markt ging, mit VICO Research fusioniert. Was war der Grund für den Zusammenschluss?

Matthias Fank: Der Hauptgrund bestand darin, die Kompetenzen der beiden Unternehmen zu bündeln, um daraus den Kunden von VICO und infospeed ein noch besseres Produkt anbieten zu können. Die mit den jeweiligen Bestandskunden geführten Gespräche zeigen, dass dies der richtige Schritt war. VICO investierte in den letzten Jahren viel in die Entwicklung von Social Media Analytics und in ihr Frontend. infospeed hingegen investierte viel in die Erfassung hoch qualitativer Daten mit einem extrem breiten Quellenansatz. Demnach werden in naher Zukunft infospeed wie VICO eine Social Media Monitoring Lösung anbieten, die auf hoch qualitativen Daten beruht, mit umfassender Analysefunktion und das noch mit einem Frontend, das keine Wünsche offen lässt. 

marktforschung.de: Können Sie Angaben zu den Konditionen der Fusion machen?

Matthias Fank: Hierzu wurde Stillschweigen vereinbart und kann nichts gesagt werden.

marktforschung.de: Kurzer Rückblick: Was waren die Meilensteine der Firmenentwicklung von infospeed?

Matthias Fank: infospeed wird in diesem Jahr 10 Jahre und weist seit seiner Gründung ein kontinuierliches Wachstum auf. In den Anfängen war es für infospeed ein großer Erfolg, die Welt der Internetforen so zu erfassen, dass Threads und deren Beiträge zusammenhängend abgebildet werden können und dies auch bei Diskussionen, die über mehrere Foren-Webseiten hinweg anhalten. Der ein oder andere möge sich auch noch an die Funktion "Diskussion" von Google erinnern, mit der versucht wurde, eine Foren-Suche anzubieten.

Wie groß die Herausforderung ist, um eine hochwertige Foren-Analyse anbieten zu können, zeigt sicherlich auch der Entschluss von Google, ab 2014 diese Funktion nicht mehr anzubieten. Mit dem Aufkommen von Blogs war ein Social Media Monitoring ohne vernünftige Blogsuche nicht mehr denkbar. Auch hier gelang es infospeed eine eigene Blogsuche zu entwickeln, die relevante Treffer generiert. In jüngster Zeit wurden Quellen wie Check24, Amazon oder iTunes mit in den Index aufgenommen. infospeed ist heute in der Lage, alle frei im Internet zugänglichen Quellen innerhalb kürzester Zeit zu erfassen und dies mit sehr hoher Datenqualität.

marktforschung.de: Wie hat sich seit der Firmengründung der Markt für Social Media Monitoring entwickelt?

Matthias Fank: Natürlich hat sich viel getan in den letzten 10 Jahren. Während in den Anfängen Foren das Monitoring dominierten, kamen neue Quellen wie Facebook oder Twitter und neuerdings immer stärker auch Foto-Microblogging-Dienste wie z.B. Instagram hinzu. D.h., die Zahl an Quellentypen hat deutlich zugenommen. Dies führt zwangsläufig zu einem enorm steigenden Datenbestand und wird aktuell unter dem Stichwort Big Data diskutiert und beschäftigt die Social Media Monitoring Anbieter zunehmend. 

marktforschung.de: Zurück in die Gegenwart: Wer leitet nach der Fusion das neue Unternehmen? Was passiert mit der Geschäftsführung bzw. mit den Mitarbeitern?

Matthias Fank: Auch nach der Fusion bleiben die beiden Unternehmen rechtlich eigenständige Unternehmen. Lediglich die Verwaltungstätigkeiten werden zentralisiert, was sich aus ökonomischen Gründen anbietet. Herr Dr. Sen hat seine Funktion als Geschäftsführer aus persönlichen Gründen niedergelegt. Derzeit wird die Geschäftsführung von Herrn Trömel übernommen. Alle Mitarbeiter bleiben in ihren jeweiligen Gesellschaften verankert. Entlassungen sind weder notwendig noch geplant. Eher das Gegenteil wird der Fall sein.

marktforschung.de: Von welchen Standorten aus wird das neue Unternehmen tätig?

Matthias Fank: Die beiden Standorte bleiben erhalten, da wie bereits erläutert, es sich nach wie vor um zwei rechtlich eigenständige Unternehmen handelt. 

marktforschung.de: Gibt es Expansionspläne - eventuell auch international?

Matthias Fank: Ohne Ideen und Visionen wäre eine derartige Fusion nicht sinnvoll gewesen. Daher bestehen bereits erste Pläne, die ich derzeit aber leider noch nicht veröffentlichen darf.

marktforschung.de: Was sind die Unternehmensziele für die Zukunft?

Matthias Fank: Für uns besteht das klare Ziel, zu den TOP 5 der Social Media Monitoring Anbieter national wie international zu zählen. 

marktforschung.de: Wie wird sich Ihrer Einschätzung nach der Social Media Monitoring Markt entwickeln? Wie ist in diesem Zusammenhang Ihr Verständnis von Big Data?

Matthias Fank: Innerhalb weniger Jahre hat sich Social Media Monitoring in den meisten Unternehmen fest etabliert. Diskussionen um Big Data zeigen zudem, wie wichtig Social Media ist und dass Social Media Monitoring noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. Bereits heute ist eine marktorientierte Unternehmensführung ohne Social Media Monitoring nicht erfolgsversprechend.

marktforschung.de: Prof. Fank, herzlichen Dank für das Gespräch!

Veröffentlicht am: 26.05.2015

 

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