"Forschung wird in Zukunft hybrid sein"

Dirk Wieseke, Kernwert

Online-Quali-Methoden boomen. Vorne mit dabei ist das Berliner Unternehmen Kernwert. Dirk Wieseke von Kernwert gibt erste Einblicke in sein Webseminar am 8. Oktober um 10 Uhr und beantwortet Fragen darüber, wie es um die Zukunft der qualitativen Online-Forschung auch nach Ende der Pandemie bestellt sein wird.

IV-Wieseke-Kernwert-Wdm-hybrid-Beitrag (Bild: Kernwert)

Die Pandemie hat der Akzeptanz von qualitativer Online-Forschung einen großen Schub gegeben. Wird die Popularität der Online-Methoden wieder zurückgehen, sobald die Pandemie besiegt ist?

Dirk Wieseke: Nein, das denke ich nicht. Im Großen und Ganzen haben diese Methoden sehr gut funktioniert und die meisten Forscherinnen und Forscher haben Online-Methoden mittlerweile fest in ihr Repertoire integriert. Forschung wird in Zukunft hybrid sein – teilweise ist sie es ja schon. Im Prinzip wie unser Alltag auch: Wir kaufen per App und im Supermarkt, wir kommunizieren im Biergarten und per Zoom. Genauso wird auch die Forschung künftig das Beste aus beiden Welten für sich nutzen.

Aktuell gibt es z.B. bei Veranstaltungen viele hybride Formate: Ist das bei qualitativen Online-Studien ebenso denkbar?

Dirk Wieseke: Ja, auf jeden Fall. Wie schon angedeutet, wird das bereits regelmäßig gemacht und in Zukunft sicher zunehmen. Ein bewährtes Setting sind Hausaufgaben vor einer Gruppendiskussion oder einem Interview. Diese finden mittlerweile kaum noch per Paper-Pencil statt, sondern per Smartphone. Aber auch iterative Studien können sehr schön als Hybridformat umgesetzt werden, wenn sich z.B. digitale Recherche- oder Tagebuchphasen und Vor-Ort-Workshops ergänzen.

Jetzt für das Webseminar anmelden am 8. Oktober, 10h!

Wie diskursiv können Diskussionen online sein? Halten sich die Probanden nicht deutlich mehr zurück mit gegensätzlichen Meinungen als in der Studio-Umgebung?

Dirk Wieseke: Wir erleben das nicht so. Weder in schriftlichen Diskussionen, wie Textchat oder Forum, noch in Webcam-Diskussionen haben wir bisher die Erfahrung gemacht, dass Probanden sich grundsätzlich zurückhaltend äußern. Wir dürfen nicht vergessen, dass die schriftliche digitale Kommunikation schon lange im Alltag angekommen ist und der Austausch via Zoom & Co. mittlerweile auch gelernt ist. Das sind für viele Menschen also keine ungewohnten Situationen mehr. Ob im Studio oder online, eine gute Moderation und die Zusammensetzung der Gruppe sind wesentliche Erfolgsfaktoren für kontroverse und konstruktive Diskussionen.

„Das passende Format für die passende Forschungsfrage zu finden“ – Welche Heuristiken gibt es hier mittlerweile? Oder ist das eher das Bauchgefühl des Forschers, wann er welche qualitative Online-Methode einsetzt?

Dirk Wieseke: Offline wie online ist die Auswahl der passenden Methode eine zentrale, teilweise komplexe Entscheidung. Bei der Auswahl der passenden Methode wird meist von Thema, Forschungsfrage und Zielgruppe ausgehend eine Vorüberlegung getroffen, die dann gegebenenfalls an bestimmte Rahmenbedingungen wie Zeit oder Budget angepasst werden muss. Es gibt Fragestellungen, die eher für ein Tagebuch geeignet sind, wie etwa eine Produktnutzung im Alltag und andere, die in einer Community diskutiert werden können, z.B. Ideen für neue Produkte. Dabei spielt vor allem die Erfahrung der Forscherinnen und Forscher eine Rolle, weniger das Bauchgefühl. In unserer Beratung unterstützen wir natürlich bei der Auswahl der passenden Methode bzw. des passenden Methodenmixes und ich werde auch im Webseminar darauf eingehen.

Herr Wieseke, Ihre Vorträge wurden in der Regel sehr gut bewertet. Inwiefern haben Sie Ihren Präsentationsstil selbst seit Beginn der Pandemie angepasst? Welche Tools und Mittel verwenden Sie heute häufiger, um Kunden zu überzeugen? 

Dirk Wieseke: Wir haben schon vor der Pandemie den größten Teil unserer Präsentationen per Webmeeting durchgeführt. Gerade im internationalen Bereich ist das ja schon länger üblich. Ich muss gestehen, dass ich in meinen Vorträgen relativ klassisch unterwegs bin. Ich versuche, interessante Inhalte, gut zu strukturieren und optisch ansprechend aufzubereiten. Weniger ist manchmal mehr. Ich freue mich, dass das gut ankommt.

Jetzt für das Webseminar anmelden am 8. Oktober, 10h!

Über die Person:

Dirk Wieseke, Mitgründer und Geschäftsführer – KERNWERT (Bild: Kernwert)
Dirk Wieseke ist Mitgründer und Geschäftsführer von KERNWERT und entwickelt mit seinem Team seit 2005 Software und Services für digitale Forschung mit qualitativem Schwerpunkt. Er berät Institute, Agenturen und Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von digitalen Forschungsansätzen.

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