"Es gibt kaum Spannenderes für neugierige Personen"

Interview-Reihe: Karriere in der Marktforschung

Wieso Julia Friedrich, Research Managerin bei GIM, so gerne in der Marktforschungsbranche arbeitet, hat sie uns im Interview verraten. Und auch, ob Sie die Marktforschung für eine Zukunftsbranche mit tollen Arbeitsplatzaussichten hält oder für ein Auslaufmodell.

Julia Friedrich, GIM
Julia Friedrich, GIM

marktforschung.de: Frau Friedrich, angenommen, Sie werden im Zug von einer Schulabgängerin gefragt, was Sie beruflich machen. Sie erzählen davon, in der Marktforschung zu arbeiten. Die junge Dame ist beruflich noch in der Orientierungsphase und Sie beschließen, sie zu einem Berufsstart in der Marktforschung zu überreden. Wie stellen Sie das an?

Julia Friedrich: Ich würde ihr sagen: Es gibt kaum Spannenderes für neugierige Personen! Dann würde ich ihr konkret von meinen Studien, bzw. Forschungsprojekten erzählen – der Kundenverantwortung, den Datenerhebungen im In- und Ausland, der Themenvielfalt. Wenn das immer noch nicht reicht, würde ich ihr anbieten, bei der GIM ein Praktikum zu absolvieren. Frei nach dem Motto: Glaub' nicht, was Dir andere erzählen, wenn Du Dich selbst davon überzeugen kannst. Danach wäre eh alles klar.

In anderen Branchen kann besser verdient werden als in der Marktforschung. Was gleicht den Gehaltsverzicht aus?  

Ganz generell vor allem die Abwechslung. Eine physikalische Formel könnte abgewandt heißen: Marktforschung ist die Abwesenheit von Langeweile. Das gilt für die Forschungsfragen, die aus so unzählig vielen und unterschiedlichen Branchen kommen können. Aber auch für die spannenden Menschen, die in dieser Branche arbeiten: Von Soziologen, Psychologen bis hin zu Mathematikern und Data Scientists. Wir haben bei der GIM Leute mit über 15 verschiedenen akademischen Hintergründen. 

Würden Sie von einer Zukunftsbranche sprechen mit dann auch tollen Arbeitsplatzaussichten? Oder ist der Beruf ein Auslaufmodell, weil die Marktforschung künftig automatisiert von den Unternehmen selbst und nebenbei erledigt wird?  

Ganz klar von ersterem, also davon, dass der Job Zukunft hat. Klar, die Anforderungen an Researcher ändern sich vor dem Hintergrund von DIY, Data, "agil" und vielem anderem. Aber das tun sie permanent in jedem Job. Ein Bäckermeister muss heute darauf achten, welche Allergene in seinem Brot sind. Und KfZ-Mechaniker brauchen heute Softwarekenntnisse. War das vor 20 Jahren so? Nein. Und beide Berufe stehen meines Wissens nach nicht kurz vor dem Aussterben. 

Wenn Sie noch einmal in die Marktforschung gehen würden, welche Karriereweiche würden Sie dieses Mal anders stellen?  

Keine. So vielseitig wie die Marktforschung ist, so unterschiedlich können auch die Wege im Studium sein, die einen zur Marktforschung führen. Und falls unsere Schulabgängerin noch mitliest: Das meine ich ernst. :)

Bitte vervollständigen Sie: Wenn ich nicht in die Marktforschung gegangen wäre...

... könnte ich meine Forschungsneugier nicht jeden Tag im Beruf ausleben.

Vielen Dank für das nette Gespräch, Frau Friedrich.

Zur Person Julia Friedrich:

  • Seit 2015 bei der GIM
  • Forschungsschwerpunkt Healthcare (u.a. Grundlagenstudien, Patient Journeys, internationale Studien)
  • Bachelor: Betriebswirtschaftslehre (Schwerpunkt Markt- und Kommunikationsforschung) an der Hochschule Pforzheim
  • Master: in Brand Management and Marketing Communication an der University of Southern Denmark
Veröffentlicht am: 26.02.2020

 

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