Digital Qualitativ – Fokusgruppen und Interviews kreativ einsetzen und erweitern

Interview zum WdM Web-Seminar "Digital Qualitativ – Fokusgruppen und Interviews kreativ einsetzen und erweitern" von KERNWERT am 08.10.

Klassische Face-to-Face-Gespräche und Gruppendiskussionen sind aus der qualitativen Forschung nicht mehr wegzudenken. Dass aber auch qualitative Online-Forschung einiges zu bieten hat, zeigt die aktuelle COVID-19 Situation. Die Optimierung und insbesondere die Entwicklung neuer Ansätze, sowie die Vorteile und Herausforderungen, die sich für die qualitative Forschung im digitalen Kontext ergeben, stehen daher im Fokus des Web-Seminars von Philip Steffens und Dirk Wieseke von KERNWERT am 06.10..

Philip Steffens und Dirk Wieseke (KERNWERT)

In Ihrem WdM Web-Seminar am 08.10.2020 um 14 Uhr geht es um das Thema "Digital Qualitativ - Fokusgruppen und Interviews kreativ einsetzen und erweitern".

Welche Vorteile und Herausforderungen haben sich für die qualitative Forschung im digitalen Kontext ergeben? 

Dirk Wieseke: Wir beschäftigen uns mit dem Thema qualitative Online-Forschung schon seit 15 Jahren und waren in Deutschland die ersten, die als unabhängiger Dienstleister Softwarelösungen dafür entwickelt haben. Aktuell wird digitale qualitative Forschung vor allem mit Interviews und Diskussionen per Videokonferenzlösungen gleichgesetzt und diskutiert. 

Vor Covid-19 waren Diskussionsrunden per Videokonferenz - zumindest in Deutschland - eine eher selten genutzte Methode, in den letzten Monaten aber oft die einzige Möglichkeit Live-Gespräche zu führen. Mein allgemeiner Eindruck ist, auch wenn nicht immer alles zu 100% funktioniert hat, im Prinzip hat das recht gut geklappt - viel besser, als viele erwartet hatten. Nun gibt es die Chance und auch die Herausforderung, qualitative Forschung weiter zu denken und nicht nur bekannte Methoden 1:1 per Webcam zu ersetzen. Uns geht es darum, das Thema wieder etwas weiter zu fassen und kreative, innovative Ideen auszuprobieren.

Wo sehen Sie noch Optimierungspotenzial, was die Umsetzung von qualitativen Online-Methoden angeht?

Philip Steffens: Wir sehen vor allem kreatives Potenzial. Sicher lässt sich das ein oder andere noch optimieren, ich finde es aber spannender über neue Ansätze nachzudenken: Wie können wir den digitalen Kontext kreativ nutzen, welche Möglichkeiten bietet uns die Kombination verschiedener Methoden? Wie ergänzen sich analoge und digitale Formate?

Mit welchen (kreativen) digitalen Methoden kann man mit Online-Fokusgruppen oder -Interviews gut kombinieren?

Dirk Wieseke: Das wird das Thema unseres Webinars sein und ich möchte nicht zu viel verraten. Einen Punkt kann ich schon einmal ansprechen: In Gruppendiskussionen oder Interviews erleben wir in der Regel nur einen kleinen Ausschnitt eines Menschen. Eigentlich möchten wir in der qualitativen Forschung aber ein möglichst umfassendes Bild einer Person gewinnen. Über zusätzliche digitale Formate lässt sich der Blick einfach erweitern: z.B. durch ethnografische Hausaufgaben, die im Vorfeld gestellt werden oder durch vertiefende, asynchrone Diskussionen im Nachgang der Gespräche. So entstehen Formate, die rein offline nicht umsetzbar wären und die Vorteile der Online-Welt kreativ nutzen.

Philip Steffens: Ganz grundsätzlich ist in der digitalen Forschung auch die Trennung von qualitativen und quantitativen Methoden meist weniger relevant, da sich die entsprechenden Tools einfach kombinieren lassen. Wir merken das täglich in unserer Arbeit, wenn z.B. in Communities ganz unterschiedliche Befragungs- und Diskussionsformate eingesetzt werden. Übrigens kann man digitale Methoden auch sehr gut mit klassischen Fokusgruppen oder Interviews kombinieren - in Zukunft hoffentlich wieder öfter!

Stichwort FAQ: Welche Fragen werden Ihnen oder Ihrem Team immer wieder gestellt?

Dirk Wieseke: Eine Frage, die wir vor Corona ganz häufig gehört haben, ist weniger geworden: Geht das, funktioniert das überhaupt? Die letzten Monate haben gezeigt, was alles möglich ist und es gab allgemein einen enormen Kompetenzsprung in Sachen Digitalisierung. Inzwischen können auch ältere Zielgruppen zu Zoom-Gruppen eingeladen werden. 

Philip Steffens: Viele qualitative Forscherinnen und Forscher sind während der ersten Corona-Wochen mutig ins Wasser gesprungen und haben neue Methoden ausprobiert und erarbeitet. Da haben wir natürlich auch allgemein viel beraten und begleitet. Trotz der Krise waren das oft sehr positive Gespräche, viele haben mit Neugierde und Innovationsgeist reagiert!

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Wer sollte Ihr Web-Seminar auf keinen Fall verpassen?

Philip Steffens: Alle, die sich für qualitative Forschung interessieren, die Anregungen für ihre Arbeit suchen und sich am Diskurs über die neuen Möglichkeiten beteiligen möchten. 

Was möchten Sie mit Ihrem Web-Seminar erreichen? Was sind Ihre Ziele?

Dirk Wieseke: Die Vielfalt der digitalen qualitativen Forschung, das ist das Thema von Kernwert und darauf möchten wir auch mit dem Webinar aufmerksam machen. Wir möchten Impulse setzen und Möglichkeiten zur Diskussion stellen. In unseren Augen ist qualitative Forschung so spannend wie noch nie. Wir stecken mitten in einer Phase gesellschaftlicher Änderungen mit zahlreichen Herausforderungen in vielerlei Hinsicht. Die qualitative Forschung kann helfen zu verstehen - digital und/oder analog. 

Melden Sie sich jetzt zum kostenlosen Web-Seminar "Digital Qualitativ - Fokusgruppen und Interviews kreativ einsetzen und erweitern" an.

Veröffentlicht am: 01.10.2020

 

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