"Die Pandemie hat die Branche ordentlich aufgerüttelt"

Interview zum Webinar am 13.10.2021 um 11 Uhr

Durch die Pandemie haben sich bei den Erwartungen an innovative Technologien signifikante Änderungen ergeben. Aber hat die Pandemie das Innovationstempo tatsächlich beschleunigt? Steffen Bott, Vice President Sales bei Dynata, im Gespräch.

Steffen Bott, Dynata

Die Corona-Wellen haben auch vor den Bug der Marktforschung geschlagen. Ist die Branche in Ihren Augen gut durch den Sturm gekommen? Gilt das nur für Teile der Branche? Oder ist es noch zu früh, um solche Prognosen aufzustellen?

Steffen Bott: Informationen zum Verbraucherverhalten werden auch gerade dann benötigt, wenn sich Einstellungen und Verhalten der Verbraucher nachhaltig verändern bzw. zu verändern drohen, das hilft natürlich beim Bestehen einer solchen Krise. Gleichzeitig sind aber ganze Branchen quasi als Kunden weggefallen, weswegen ich mir nicht anmaßen würde zu behaupten, die Branche ist unbeschadet aus dem Sturm gekommen. Mit Bestimmtheit sagen lässt sich, dass die Pandemie die Branche ordentlich aufgerüttelt hat, und als Katalysator die Digitalisierung vorangetrieben hat. Das fängt an beim Kundenmeeting via Zoom bis hin zu neuen Tools und Methoden. 

Der Mensch ist träge, Krisen spornen ihn an: Hat die Krise das Innovationstempo beschleunigt? Und in welchen Bereichen wurde am stärksten innoviert?

Steffen Bott: Um hier auch bei uns zu bleiben: Die Nachfrage nach Automatisierungslösungen für die Umsetzung von Marktforschungsprojekten hat sich verstärkt – mit entscheidenden Vorteilen, nämlich deutlich weniger Abstimmungsbedarf und eine erhöhte Autonomie des Umsetzenden. Ich denke die stärksten Veränderungen gab es daher allgemein im Bereich der Prozessinnovationen. Die Gründungsunternehmer, die auf der Insights präsentiert haben, sind dafür meiner Ansicht nach ein gutes Beispiel – hier wurden einzelne Teile der Wertschöpfungskette fokussiert und durch Digitalisierung vereinfacht und verschlankt.

Für die Online Marktforschung hat sich daneben ein Trend beschleunigt: Aufgrund der Vielzahl an Aufgaben, die nun Online erledigt werden, wird die Online verwendete Zeit der Konsumenten wertvoller, was sich mittelfristig in kürzeren Verweildauern in Online Panels bzw. einer niedrigeren Teilnahmerate auswirkt, insbesondere was lange Befragungen angeht. Die Rekrutierung wird dadurch aufwendiger, ergo teurer. Dynata hat in den vergangenen 18 Monaten in neue Rekrutierungsansätze investiert, Qualitätsmaßnahmen erhöht und investiert kontinuierlich, die Verweildauer im Panel durch geeignete Maßnahmen zu erhöhen – Maßnahmen, die der zusätzliche Druck der Krise beschleunigt hat.

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Befragungen ihrer Kunden zu Erwartungen an innovative Technologien zeigen, dass sich die Erwartungen an diese geändert haben – aber inwiefern? Was erwartet man heute von solchen Technologien, was man gestern nicht erwartet hat?

Steffen Bott: Geschwindigkeit ist natürlich nach wie vor ein Top-Thema, aber die Automatisierung verschafft vor allem auch Freiräume, um den Fokus auf die Analyse von Daten zu legen und ergänzende Datenquellen in die Analyse mit einzubeziehen; aus Beobachtungen oder Marktdaten. Und der Einsatz von KI und Maschinellem Lernen kann einerseits bei der Sicherstellung der Datenqualität als auch bei der Verknüpung und Analyse unterschiedlich strukturierter Daten helfen.

Wäre diese Entwicklung nicht auch ohne Covid eingetreten?

Steffen Bott: Gemäß den physikalischen Gesetzen wirkt die von Ihnen erwähnte Trägheitskraft entgegen der Beschleunigung. Die Beschleunigung wäre ohne Covid deutlich niedriger ausgefallen. Mit anderen Worten: ja, aber deutlich später.

Was erwartet die Zuschauenden in Ihrem Web-Seminar am 13. 10.2021? Was kann man mitnehmen aus Ihrer Präsentation, was gibt’s Neues zu erfahren?

Steffen Bott: Innovationen in der Wertschöpfungskette wurden auch in unseren Kundenbefragungen als wesentliche Wachstumstreiber benannt, mit einem starken Fokus auf Automatisierung und DIY vor dem Hintergrund des klassischen Spannungsfeldes Timing, Kosten, Qualität. Automatisierung und DIY werden dabei sowohl als Chance, aber auch nach wie vor als Risiko wahrgenommen. Beide Aspekte sowie Beispiele, wie Automatisierung auch Qualitätsaspekte unterstützen kann, werden wir in unserem Webinar präsentieren.

Wer darf Ihr Event nicht verpassen? Für wen ist es konzipiert?

Steffen Bott: Das Webinar richtet sich an alle Marktforscher die vor den eben genannten Herausforderungen stehen und weniger Zeit für die Umsetzung ihrer Projekte aufwenden wollen, um mehr Zeit für Analyse und Insightsgenerierung zur Verfügung zu haben. 

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/jvdm
Veröffentlicht am: 04.10.2021

 

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