"Der Firmenname stammt von 'Murmuration' ab, dem komplexen Schwarmverhalten der Stare"

Vorstellung des Start-up Pitch-Teilnehmers "Murmuras"

Murmuras nimmt an unserem 2. Online Start-up Pitch teil. Wir haben mit Gründer Qais Kasem gesprochen und im Interview gibt er uns erste Einblicke in sein Start-up. Melden Sie sich als Zuschauer*in an und bestimmen Sie über den Sieger des Pitches mit!

Wie würden Sie Ihr Geschäftskonzept in einem Satz beschreiben? 

Qais Kasem: Murmuras ermöglicht es Marktforschungsunternehmen und akademischen Einrichtungen Smartphone-Nutzungsdaten zu erfassen und zu analysieren - ausschließlich für Studienzwecke, DSGVO-konform und mit Servern in Deutschland.

Wie kam es zu der Gründung Ihres Start-ups? Was ist Ihr Gründungsmythos? 

Qais Kasem: Das IT-Startup geht aus dem Menthal-Projekt der Universität Bonn hervor, bei dem seit 2014 die Handy-Nutzungsdaten von über 700.000 Teilnehmern zu wissenschaftlichen Zwecken untersucht werden. Menthal stellt den weltweit größten Datensatz mobilen menschlichen Verhaltens dar, der der Wissenschaft zugänglich ist. Im Laufe der Zeit haben zahlreiche Forscher und Unternehmen weltweit darum gebeten, die Menthal-Technologie für ihre eigenen Projekte zu nutzen. Im Jahr 2019 haben die Menthal-Gründer das Unternehmen Murmuras ins Leben gerufen, um diese Bedürfnisse zu decken. 

Wie sind Sie zu Ihrem Firmennamen gekommen? Was steckt dahinter? 

Qais Kasem: Der Firmenname stammt von "Murmuration" ab, dem komplexen Schwarmverhalten der Stare. In ähnlicher Weise untersucht Murmuras die Dynamik menschlichen Verhaltens in großen Personengruppen. 

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Welches Kundenproblem adressieren Sie? 

Qais Kasem: Smartphones liefern enorme Mengen an Daten und damit umfassende Einblicke in das Leben ihrer Benutzer. Wann nutzen Probanden welche Apps? Wie aktiv sind Probanden in sozialen Netzwerken? Welche Werbeanzeigen sehen Probanden? Wie ist ihr Mobilitätsverhalten?  

Der Einsatz von Technologien zur Erfassung und Analyse von Smartphone-Nutzungsdaten in Verhaltensstudien erfordert allerdings spezifische technische Expertise und jahrelange Entwicklungszeit. Die eigenständige Entwicklung und Pflege einer vergleichbaren Lösung wie von Murmuras wäre daher mit langjährigen hohen Ausgaben verbunden. Dies ist für akademische Einrichtungen als auch für kleine und mittelständige Marktforschungsunternehmen nicht wirtschaftlich und fällt auch nicht in deren  Kernkompetenz. Unser Anspruch ist, dass die Nutzung der Murmuras Software bereits deutlich günstiger ist als die eigenständige Entwicklung und Pflege einer solchen Lösung. 

Wie weit sind Sie in der Entwicklung? Gibt es bereits Testprojekte? 

Qais Kasem: Die Erfassungs-Apps und verbunden Web-Plattformen laufen bereits robust und stabil seit 2014 auf über 700.000 Smartphones. Seit der Gründung in 2019 hat Murmuras Projekte mit zahlreichen Humanwissenschaftlern durchgeführt. Zusätzlich laufen erste Teststudien mit Marktforschungsunternehmen. Hier eine Auswahl: 

  • ZI Mannheim: Förderung eines nachhaltigen digitalen Lebensstils auf Grundlage von App-Interaktionen in Sozialen Medien und Messaging-Apps durch eine lokale KI auf dem Handy. 

  • "mFUND" BMVi: Optimierung der ÖPNV-Planung durch die anonymisierte Analyse von App-Nutzungsdaten und dem realen Bewegungsverhalten (u.a. anhand von GPS-Daten). 

  • Uni Vechta: Analyse sozialer Kontakte zwischen älteren und jüngeren Personen. 

 

Wodurch unterscheidet sich Ihr Start-up? Was ist Ihr USP?  

Qais Kasem: Die Verarbeitung komplexer Daten aus Smartphones impliziert eine substantielle Komplexität. Die erfassten Datenmengen sind unstrukturiert und müssen erst aufbereitet und über Kenngrößen, Korrelationen oder Muster analysiert werden. Dabei greift Murmuras auf eine ganze Palette von Methoden des Maschinellen Lernens, der Künstlichen Intelligenz und der Wissenserkennung zurück. Durch eine In-App Content Engine können individuelle Forschungsfragen bedient werden (z.B.: alle gesehene Facebook-Ads der Probanden in anonymisierter Form). Die Menthal-Technologie, auf der auch das Murmuras-Framework basiert, meistert die so entstehende Fragmentierung robust und skalierbar seit 2014, und erhebt auf >700.000 Telefonen Daten.   

Angesichts der Sensitivität der erhobenen Daten ist Datenschutz, die Einhaltung wissenschaftlicher und ethischer Standards sowie die Vorschriften der Deutschen Markt- und Sozialforschung integraler Bestandteil von (i) Geschäftsmodell, (ii) technischer Infrastruktur und (iii) Unternehmenskultur. Hierzu wurde ein umfassendes Datenschutzkonzept gemeinsam mit einem Fachanwalt für Datenschutzrecht erarbeitet, welches kontinuierlich mit einem externen Datenschutzbeauftragten (Anwalt für IT-Recht) überprüft und erweitert wird. Zuvorderst steht die Datensouveränität des Teilnehmers. Die Teilnahme an einer Studie wird ihm nicht nur ersichtlich gemacht, sondern benötigt seine explizite Zustimmung. Eine nicht kommunizierte Nutzung oder gar eine Weitergabe von Daten an Dritte sind ausgeschlossen. Ebenso werden die Daten ausschließlich für Studien genutzt, nie zum Schaden des Teilnehmers (wie beispielsweise durch targeted advertisement).  

Die Software hat sich in der Anwendung als ausreichend sicher erwiesen. App, Kommunikationswege und Authentifizierung sowie Server setzen durchweg auf dieselben sicheren technischen Standards, die auch im Online-Shopping oder Banking Einsatz finden. Die Daten werden sämtlich in Deutschland vorgehalten und unterliegen europäischem Recht. Sowohl gegenüber Kunden als auch Teilnehmern schafft die strenge Regulierung der EU Vertrauen. Die DSGVO bildet somit einen Standortvorteil gegenüber amerikanischen Mitbewerbern, die nur (wenig glaubwürdig) versprechen können, freiwillig entlang ähnlicher Regeln zu operieren.  

Welche Ziele wollen Sie bis Ende 2021 erreicht haben? 

Qais Kasem: Wir führen bereits zahlreiche innovative Projekte mit Humanwissenschaftlern durch (u.a. Psychologie, Soziologie, Kommunikationswissenschaft), sind aber noch relativ neu in der Marktforschung. In 2021 wollen wir vor allem die Probleme und Herausforderungen von Marktforschern besser verstehen und lösen. 

Was würde Ihnen aktuell am meisten weiterhelfen? 

Qais Kasem: Murmuras ist insbesondere auf der Suche nach Partnerschaften mit Marktforschungsunternehmen. 

Mit welcher Art Geschäftsmodell wollen Sie Ihre Einkünfte erzielen? 

Qais Kasem: Marktforschern bieten wir folgende IT-Lösung an: 

Software-as-a-Service: Bereitstellung einer App und Plattform-Lösung zur Durchführung von Smartphone-basierenden Studien. Auf Wunsch sind zusätzlich auch individuelle Lösungen möglich (z.B: white-labeling).

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