"Der erste Fehler kann bereits bei der Zielgruppenauswahl und der Konzeption des Projekts passieren."

Interview mit Jasmin Zitzmann, Rogator AG

Im Interview zum Webinar "Steigerung von Rücklaufquoten in Zeiten inflationärer Befragungskulturen" am 5. April gibt Jasmin Zitzmann von der Rogator AG erste spannende Einblicke zum Thema Rücklaufquoten von Befragungen. Außerdem erklärt sie welchen Einfluss Incentives auf die Teilnahmemotivation von Befragungen haben und ob es Unterschiede zwischen Mitarbeiterbefragungen und Kundenbefragungen gibt.

Zitzmann Rogator Interview (Bild: Rogator)

Sind die Rücklaufquoten bei Befragungen im Vergleich zu früher geringer geworden? Ist es heutzutage schwieriger, Teilnehmer zu rekrutieren? 

Jasmin Zitzmann: Das kann man so pauschal nicht sagen. Wir denken, dass es andere Wirkmechanismen gibt, als es noch vor 10 Jahren der Fall war. Dadurch fallen vielleicht Gruppen weg, die sich früher über Incentives motivieren ließen. Aber andere kommen vielleicht hinzu, die durch die zunehmende Feedbackkultur im Internet motiviert wurden. Diese Entwicklungen gilt es zu berücksichtigen. 

Was sind Ihrer Erfahrung nach die wesentlichen Gründe für zu geringe Rücklaufquoten bei Befragungen? 

Jasmin Zitzmann: Der erste Fehler kann bereits bei der Zielgruppenauswahl und der Konzeption des Projekts passieren. Eine Befragung, die methodisch und inhaltlich nicht auf die Zielgruppe angepasst ist, wird kaum hohe Rücklaufquoten erreichen. Nur wenn die Teilnahme an der Befragung möglichst leicht gemacht wird und die Inhalte für die Adressaten auch relevant sind, sind hohe Rücklaufquoten realisierbar.   

Welche Rolle spielen Incentives für die Teilnahmemotivation von Kunden oder Mitarbeitenden? 

Jasmin Zitzmann: Aus unserer Sicht nur eine ganz geringe. Incentives sind notwendig im Rahmen von Panels, wenn Teilnehmende dauerhaft und wiederholt befragt werden sollen. Da muss es einfach irgendeine Art von Kompensation geben für den geleisteten Aufwand. Und sie können empfehlenswert sein, um bei den Teilnehmenden ein gutes Gefühl nach der Teilnahme zurückzulassen. Dies strahlt dann auf den Auftraggeber ab. Auf eine substanzielle Erhöhung der Rücklaufquoten durch Incentives würde ich mich nicht verlassen. Und in den allermeisten Fällen können Sie diesen möglichen Effekt auch gar nicht messen. 

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Was halten Sie für das größere Problem: Eine mangelnde Teilnahmebereitschaft oder zu hohe Abbruchquoten? 

Jasmin Zitzmann: Auch das kommt auf die Studie an. Es gibt Umfragen mit geringer Teilnahmebereitschaft und dafür geringen Abbruchquoten. Und solche mit hoher, initialer Teilnahmebereitschaft, aber auch erhöhter Abbruchrate. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich eher ersteres bevorzugen, weil man dann davon ausgehen kann, dass die tatsächlich teilnehmenden Personen auch eine entsprechende Motivation mitbringen. 

Gibt es nennenswerte Unterschiede zwischen den Rücklaufquoten von Mitarbeiterbefragungen und Kundenbefragungen? 

Jasmin Zitzmann: Es gibt zwischen allen Befragungsformen und Themengebieten ganz erhebliche Unterschiede. Von wenigen Prozent bis an die 100 Prozent Teilnahme. Aus diesem Grund ergibt auch die Frage „Wie hoch ist die Rücklaufquote generell bei Online-Befragungen?“ keinen Sinn. 

Auf welche Fragen geben Sie in Ihrem Webinar eine Antwort? Wer sollte dies nicht verpassen? 

Jasmin Zitzmann: In meinem Vortrag möchte ich darstellen, wie wichtig ein von Anfang bis zum Ende durchdachter Befragungsprozess für die Rücklaufquote ist. Der Fokus liegt jedoch auf dem Einladungsmanagement und den Aspekten, die es hier zu beachten gilt. Anhand von Beispielen möchte ich aufzeigen, welche Möglichkeiten es je nach Zielgruppe und Rahmenbedingungen des Projekts gibt, um den Adressaten die Teilnahme an der Befragung möglichst komfortabel zu gestalten. Dazu eingeladen sind alle Marktforscher, die aussagekräftige Fallzahlen und somit belastbares Feedback erhalten und ihre Zielgruppe(n) dauerhaft zur Teilnahme motivieren möchten. 

Über Jasmin Zitzmann:

Zitzmann, Rogator AG (Bild: Rogator)
Jasmin Zitzmann studierte Soziologie und Pädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. In ihrer elfjährigen Berufserfahrung betreute sie zahlreiche Projekte aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen. Seit 2016 ist sie bei der Rogator AG tätig und managet als Consultant die ganzheitliche Projektabwicklung für namhafte Kunden im Bereich Employee Feedback. 

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