"Auch in Hamburg machen wir keine Kompromisse"

Interview mit Ute Wetzlar und Markus Meeth (QUOVADIS)

Der Teststudio-Anbieter QUOVADIS startet am 1. Dezember mit seinem dritten Standort in 1a-Lage. Zehn Jahre nach seiner Unternehmensgründung öffnet das Unternehmen nach den Filialen in Köln und München nun auch in der Spitaler Straße in Hamburg ein Studio. Anlass für ein Gespräch mit den Unternehmensgründern Ute Wetzlar und Markus Meeth.

Markus Meeth, Ute Wetzlar (QUOVADIS) - Foto: marktforschung.de
Markus Meeth, Ute Wetzlar (QUOVADIS) - Foto: marktforschung.de

marktforschung.de:
Frau Wetzlar, Herr Meeth, warum haben Sie für Ihr drittes Studio den Standort Hamburg gewählt? 

Ute Wetzlar: Projekte erfordern zunehmend eine bundesweite regionale Verteilung. Mit einem weiteren Standort wachsen wir horizontal und können nun auch Studioleistungen in einer dritten Großstadt anbieten. Unsere Kunden erhalten ab Dezember mit nur einem Ansprechpartner den QUOVADIS-Standard in Köln, München und Hamburg.

marktforschung.de: Aber warum gerade Hamburg  ?

Markus Meeth: Unsere Standorte in Köln und München decken den Westen und Süden Deutschlands sehr gut ab. Mit einem Hamburger Studio nun auch im Norden Deutschlands forschen zu können, lag einfach auf der Hand. Hinzu kommt, dass viele unserer Kunden Hamburg nachfragen.

Seit Jahren ist von wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Teststudio-Branche zu hören. Sie setzen mit der Entscheidung für die norddeutsche Metropole etwas dagegen. Wieso, denken Sie, können Sie mit einer Expansion erfolgreich sein?

Ute Wetzlar: Wir haben einen eigenen Weg eingeschlagen und uns als Anbieter von Qualität, als Partner der Forschungsinstitute einen Namen gemacht – die Resonanz auf unsere Dienstleistung ist durchweg positiv. Wir haben uns für innovative Wege entschieden, Stichwort: Inhouse-Rekrutierung von Probanden, Stichwort: Arbeit nur mit Festangestellten. Wir sehen, dass diese Qualitätsbetonung gut ankommt.

Markus Meeth: Und wir sind auch realistisch genug zu wissen, dass Größe wichtig ist, um im Studiomarkt – einem Verdrängungsmarkt – zu bestehen. In jeder deutschen Großstadt gibt es derzeit ein größeres Angebot an Studios als Nachfrage nach deren Leistungen. Wir expandieren, um langfristig effizienter zu sein, Gelerntes auf neue Standorte zu übertragen und unseren Kunden maximale Schnittstellen zu Zielgruppen zu bieten. Mit unserem Qualitätsansatz an allen Standorten liefern wir den entscheidenden Vorteil.

Markus Meeth (QUOVADIS) - Foto: marktforschung.de
Markus Meeth (QUOVADIS) - Foto: marktforschung.de

marktforschung.de: Woher kommt dieser Mut in diesem sonst eher schwierigen Marktumfeld?

Markus Meeth: Als wir vor zehn Jahren unser Unternehmen gründeten, waren wir uns bewusst, dass der Markt sich veränderte, dass die goldenen Zeiten für Studios vorbei waren. Wir wussten, dass wir hart am Wind segeln müssen, auf Innovationen setzen müssen, um auf Erfolgskurs zu kommen und zu bleiben. Diese Leistungsbereitschaft steckt in unserer DNS. Wir haben eine Leistungstiefe aufgebaut, die uns von vielen Wettbewerbern abhebt.

marktforschung.de: In Hamburg haben aber zuletzt auch Studios geschlossen. Übersehen Sie nicht die Gefahren?

Ute Wetzlar: Wir haben natürlich Kontakte zu all unseren Wettbewerbern. Die sagen: ‚Ihr seid aber mutig – in diesen Zeiten‘. Aber wir bieten eben ein Paket, das uns bestehen lässt: Qualitative und quantitative Marktforschung sowie sehr komplexe Rekrutierungsformen. Wir binden uns nicht an eine Methode oder eine Branche, sondern sind absichtlich breit aufgestellt – aber immer qualitativer Vorreiter. 

marktforschung.de: Ganz ohne Spezialisierung?

Ute Wetzlar: Nein. Unsere Spezialisierung ist Face-to-Face-Marktforschung. Dank unserer inhaltlichen Vielfalt sind wir nicht von einem Kunden oder einer Branche abhängig. Das verschafft uns Sicherheit.

marktforschung.de: Sind Sie sicher, dass Ihnen das in Hamburg reichen wird?

Markus Meeth: Eindeutig ja, denn QUOVADIS steht für eine Vielfalt an Testmöglichkeiten, für sehr ansprechende Räume, hervorragende Lage. Aber – und das ist das entscheidende – eben auch für ein ausgeklügeltes, eigenes Rekrutierungsverfahren. Wir arbeiten nicht mit externen Rekrutierern, sondern betreiben selber höchsten Aufwand, um das passende Zielpublikum einzuschätzen und zu finden. All das mit unserem Team an loyalen, verantwortungsvollen festangestellten Mitarbeitern. 

marktforschung.de: Warum sind Sie denn nicht eine Kooperation mit einem bestehenden Studio in Hamburg eingegangen?

Markus Meeth: Es gibt immer wieder Kooperationsversuche. Wir wurden mehrfach angefragt. Aber letztlich glauben wir nicht an Studio-Kooperationen. Wir sind überzeugt, dass unsere eigene Leistung, unser Standard sich nur alleine durchsetzen lassen. Vor allem gilt das für die hohen Anforderungen an die Rekrutierung der Testpersonen. Hier müssen wir jederzeit garantieren, dass alles unseren Ansprüchen genügt. Außerdem wollen wir in allen Städten in den besten Innenstadtlagen sein. Das ist in Kooperationen nicht ohne weiteres möglich.

marktforschung.de: Stichwort „beste Innenstadtlage“: In Hamburg ist das nun also die Spitaler Straße. Warum gerade die?

Ute Wetzlar: Es gibt nur 300 Meter, die in Hamburg für unsere Zwecke relevant sind – die alle Faktoren erfüllen, auf die es fürs Kontaktieren von Testpersonen ankommt. Wir hätten auch schon länger ein Studio eröffnet, wenn wir ein passendes Immobilienangebot gesehen hätten. Zur Spitaler Straße gibt es keine Alternative. Wir haben auf diesen Standort gewartet. Wir machen in der Standortfrage ebensowenig Kompromisse wie bei der Auswahl der Testpersonen.

Ute Wetzlar (QUOVADIS) - Foto: marktforschung.de
Ute Wetzlar (QUOVADIS) - Foto: marktforschung.de

marktforschung.de: Quovadis ist jetzt rund 10 Jahre alt. Was denken Sie, wie sich der Teststudio-Markt in den nächsten zehn Jahren verändert haben wird? Gibt es Branchen, von denen Sie sich in Zukunft Umsatzwachstum versprechen?

Markus Meeth: Studiotests machen immer dann Sinn, wenn Testpersonen etwas probieren, also schmecken, riechen oder anfassen sollen. Ebenso ist der klassische Regaltest aus Studios nicht wegzudenken. Hierfür gibt es auf lange Sicht in der Online-Welt keine adäquate Alternative. Auch für qualitative Studien wie Gruppendiskussionen und Tiefeninterviews werden Studios branchenübergreifend weiterhin stark nachgefragt, da Kunden das Live-Erlebnis schätzen. 

Ute Wetzlar: Teststudios werden sich künftig noch viel stärker als früher auf Kundenbesuche ausrichten müssen. Das erfordert hohe Flexibilität und schnelle Reaktion auf Änderungswünsche und stellt letztlich steigende Anforderungen an das Studiopersonal. Hinzu kommt, dass unsere Kunden sich vor Ort jederzeit ein Bild von der korrekten Durchführung Ihrer Projekte machen können. Das sorgt für Vertrauen und gibt Sicherheit. Solange es Marktforschung gibt, wird es Teststudios geben – davon sind wir absolut überzeugt.

marktforschung.de: Frau Wetzlar, Herr Meeth, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Veröffentlicht am: 18.11.2014

 

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