"2018 haben wir Oculid als Spin-Off der TU Berlin gegründet, um Eye Tracking aus den Laboren zu holen"

Vorstellung des Start-up Pitch-Teilnehmers Oculid

Eye-Tracking ist bislang vergleichsweise aufwendig und teuer. Das will Antje Venjakob mit ihrem Start-up Oculid ändern, denn sie bieten Eye-Tracking über das Smartphone an. Damit haben sie sich für die Endrunde des dritten Online Start-up Pitches von marktforschung.de und CONSULTING.de qualifiziert. Jetzt das Interview dazu lesen, anmelden und mitbestimmen, wer den Start-up Pitch gewinnt!

IV Venjakob Oculid StartUp Pitch Beitrag (Bild: Oculid)

Wie würden Sie Ihr Geschäftskonzept in einem Satz beschreiben?

Antje Venjakob: Oculid bietet die Möglichkeit, überall auf der Welt unkompliziert, schnell, kostengünstig und Online-Marktforschungsstudien mit Eye Tracking auf dem Smartphone durchzuführen und auf sehr einfache Art und Weise auszuwerten.

Wie kam es zu der Gründung Ihres Start-ups? Was ist Ihr Gründungsmythos?

Antje Venjakob: Wir waren immer schon begeistert von der Aussagekraft und den Insights von Eye Tracking Studien, die es ermöglichen, Produkte, Werbemittel oder Markenauftritte optimal auf die menschliche Informationsverarbeitung zuzuschneiden. Lange Zeit war diese Methode jedoch recht elitär, da das Equipment teuer war und die Auswertung der Daten eine enorme Expertise erforderte.

2018 haben wir Oculid dann als Spin-Off der TU Berlin gegründet, um Eye Tracking aus den Laboren zu holen und die Methodik für Unternehmen jeder Größe und jeden Budgets verfügbar zu machen.

Indem wir die eingebaute Selfie-Kamera von Smartphones nutzen, ermöglichen wir den einfachen Einsatz von Eye Tracking ohne den Aufwand früherer Tage. Damit verschieben wir das Kosten-Nutzen Verhältnis von Eye Tracking Studien enorm und sorgen dafür, dass die Erhebung von Aufmerksamkeit in Studien mit engem Zeitplan kostengünstig große Erkenntnisse ermöglicht.

Welches Kundenproblem adressieren Sie?

Antje Venjakob: Egal, ob es sich um Marken, Verpackungen oder digitale Produkte handelt – Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, dass sie mit einer steigenden Anzahl internationaler Wettbewerber um die Aufmerksamkeit ihrer Kunden konkurrieren. Gleichzeitig war es in der Vergangenheit nicht einfach möglich, Aufmerksamkeit genau und zuverlässig zu messen, sodass z. B. Designentscheidungen schwerlich auf Basis der größten Aufmerksamkeitswirkung getroffen werden konnten.  Hier greifen wir an und helfen Unternehmen dabei  zu verstehen, wie Menschen mit ihren Produkten, Marken und Dienstleistungen auf Smartphones interagieren, indem wir ihnen Daten liefern, die direkte Schlüsse auf Aufmerksamkeit und Wahrnehmung ermöglichen. Diese Daten setzen wir in den Kontext von Verhalten und Äußerungen der Nutzer.

Melden Sie sich jetzt  für den für den dritten Start-up Pitch am 24. November, 15h, an!

Wie weit sind Sie in der Entwicklung? Gibt es bereits Testprojekte?

Antje Venjakob: Im ersten Quartal 2020 haben wir eine Plattform und eine Android-App auf den Markt gebracht, die Eye-Tracking auf Bildern, Videos, mobilen Websites und neuerdings auch mobilen Apps ermöglicht. Unsere Anwendung kann hierbei in Fragebogenstudien integriert oder "stand-alone" genutzt werden.

Wir haben erste Kunden gewonnen, die unser Produkt für Studien in den Bereichen Markt-, UX- und akademischer Forschung nutzen. Hier haben sich über die letzten Monate enge Partnerschaften entwickelt.

Wodurch unterscheidet sich Ihr Start-up? Was ist Ihr USP?

Antje Venjakob: Wir bieten eine Technologie für online Eye-Tracking-Studien an, für die keine externe Hardware erforderlich ist. Die Tester befinden sich also genau in der Umgebung, in der sie auch normalerweise mit dem Produkt, der Anzeige oder der Marke interagieren würden. Kein Versuchsleiter begleitet sie. Alles, was die Nutzer zur Durchführung des Tests benötigen, ist ihr Smartphone. Dies ermöglicht es Forschern jederzeit, Studien mit Teilnehmern auf der ganzen Welt durchzuführen. Trotz dieses recht freien Settings ist Oculids Eye Tracking sehr genau und liefert Erkenntnisse in "Laborqualität". Wir bieten hierfür eine Lösung mit breitem Funktionsumfang und einer enormen Flexibilität, die es so am Markt kein zweites Mal gibt.

Welche Ziele wollen Sie bis Ende 2022 erreicht haben?

Antje Venjakob: Für 2022 haben wir sowohl technisch wie auch geschäftlich viel vor. Zunächst wollen wir bis Ende diesen Jahres das Testen auf iOS Geräten ermöglichen, sowie das Testen von nativen Apps vereinfachen.  Außerdem erweitern wir die Möglichkeiten für die Datenanalyse, gerade im Bereich der quantitativen Forschung. 2022 möchten wir neben Smartphones auch Tablets integrieren und die Auswertung der Studien für Researcher mit geringer oder keiner Eye Tracking Erfahrung noch einfacher gestalten, um unserer Vision "Eye Tracking für alle" gerecht zu werden. Zudem spielen wir mit dem Gedanken eine API für unser Eye Tracking zur Verfügung zu stellen, sodass Kunden dieses noch einfacher in ihre Tests einbinden können.

Auf geschäftlicher Ebene wollen wir in Deutschland  und Europa zum Standardtool z.B. für Werbepretests werden und unser Kundenbasis international auch darüber hinaus ausweiten. 

Was würde Ihnen aktuell am meisten weiterhelfen?

Antje Venjakob: Wir sind technisch sehr gut aufgestellt und arbeiten derzeit vor allem an unserer Bekanntheit im Markt. Daher freuen wir uns auf die Möglichkeit, am Start-up Pitch von marktforschung.de teil zu nehmen. Dies ermöglicht es uns, die Vorteile von Smartphone Eye Tracking in die Welt der Marktforschung zu tragen. Auch Kooperationen mit etablierten Marktforschungsinstituten sind für uns gerade sehr wichtig, um unser Produkt perfekt auf die Bedürfnisse der Branche zuzuschneiden.

Mit welcher Art Geschäftsmodell wollen Sie Ihre Einkünfte erzielen?

Antje Venjakob: Oculid bietet ein SaaS Plattform auf der Researcher selbst Studien anlegen können und z. B. mit Hilfe von Panels Teilnehmer rekrutieren. Bei unserem Pricing handelt es sich um ein Pay-as-you-go-Modell, das es ermöglicht, nach Bedarf einzelne Projekte zu kaufen. Hierbei richtet sich der Preis pro Projekt nach der Anzahl der Teilnehmer und der Länge der Studie. Wir bieten zudem ein Creditsystem, das es Agenturen und Unternehmen ermöglicht, zu einem Rabatt im Voraus Credits zu erwerben und diese im Laufe verschiedener Studien zu nutzen.

Erleben Sie Oculid im dritten Start-up Pitch. Melden Sie sich für den 24. November, 15h, hier an. 

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