17.04.2012:

Adidas, Nike und PUMA – 330 Millionen Euro für Europas Top-Ligen aus Ausrüsterverträgen

Köln - Die 98 Vereine aus den Top-5-Ligen Europas erhalten in der aktuellen Saison 2011/12 rund 330 Millionen aus Ausrüsterverträgen mit Sportartikelunternehmen wie adidas, Nike und PUMA. Dabei konnten die Klubs der Bundesliga, Ligue 1, Premier League, Primera División und Serie A ihre Einnahmen in den letzten sieben Jahren um insgesamt 48 % steigern. Zu diesem Ergebnis kommt der "European Football Kit Supplier Report 2012" von SPORT+MARKT und PR MARKETING, in dem das Beziehungsgeflecht zwischen den Ausrüstern und Teams untersucht und analysiert wird.

Die höchsten Einnahmen erzielen die Vereine der englischen Premier League (109,7 Millionen Euro), der spanischen Primera División (77,5 Millionen Euro) und der italienischen Serie A (69,3 Millionen Euro). Während in Spanien rund 86 % der Einnahmen auf lediglich drei Vereine entfallen, weist die Bundesliga eine deutlich höhere Homogenität als alle anderen europäischen Top-Ligen auf. Dabei verteilen sich rund 58 % der finanziellen Leistungen in Höhe von 48,1 Millionen Euro auf die drei Top-Vereine FC Bayern München, Borussia Dortmund und FC Schalke 04.

Die Anzahl der vertretenen Unternehmen schwankt seit sieben Jahren zwischen 27 und 33 Sportmarken, die sich im Geschäft um die lukrativen Vermarktungsrechte etablieren wollen. Allerdings bleibt die Dominanz weniger Sportartikelfirmen im Ausrüstermarkt davon weiterhin unangetastet. In der aktuellen Saison werden 44 % von den drei größten Sportartikelherstellern adidas, Nike und PUMA ausgestattet.

Die finanziellen Dimensionen (monetäre Leistungen) des Ausrüsterengagements im Klubfußball Europas sind inzwischen mit annähernd 330 Millionen Euro in beachtliche Größenordnungen hineingewachsen. Dies bedeutet, dass ein Ausrüster im Durchschnitt pro Klub etwa 3,3 Millionen Euro für eine Partnerschaft im Spitzenfußball zahlt. Im Vergleich zu der Situation vor sieben Jahren ist das eine Steigerung um 48 Prozent. In dem o.a. Sponsoringbetrag sind allein die finanziellen Leistungen der Ausrüster enthalten, sämtliche durchweg kostenfreie Bereitstellung von Team- und Freizeitkleidung sowie anderen Ausrüstungsgegenständen (Schuhe, Taschen, Bälle etc.) dagegen nicht. Es ist allerdings bekannt, dass dafür pro Saison schnell zusätzlich 0,2 Millionen Euro oder mehr zusammenkommen. Dies bedeutet für alle Sportartikelhersteller noch einmal weitere 25 Millionen Euro an Sachleistungen.

Der Grundpreis für ein Replikashirt, d.h. ohne die sog. Veredelung, kostet im Durchschnitt aller untersuchten europäischen Fußballklubs etwas über 65 Euro. Die Bandbreite der Trikotpreise bei den Spitzenklubs reicht von ca. 42 bis 81 Euro, wobei in Spanien und Italien die größte Preisspreizung (Preisamplitude) vorkommt. Nach der Tabelle scheinen die englischen Klubs ihren Fans die günstigsten Preise anzubieten (Klubdurchschnitt unter 50 Euro bzw. 41,55 GBP), jedoch ist zu beachten, dass hier auch währungsbedingte Einflüsse gelten, weil im Untersuchungszeitraum das Pfund Sterling zum Euro unter Druck stand. Am meisten müssen die Klubfans in Italien und Frankreich mit über 71 Euro je Trikot bezahlen, die Bundesliga folgt jedoch mit einer starken Verteuerung auf über 70 Euro nur knapp dahinter, spanische Klubs verlangen durchschnittlich knapp 65 Euro, zwei ihrer Klubs haben aber mit 81 Euro den höchsten Preis überhaupt.

ah/SPORT+MARKT


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