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08.06.2011:

Trendwende bei E-Commerce-Umsätzen - Online-Händler haben Potenzial erkannt

Köln – Die deutschen Online-Händler haben wieder Vertrauen in die anhaltend hohe Konsumlaune der Online-Shopper gefasst. Nach Monaten zurückhaltender Umsatzbewertungen steigt der e-KIX im Mai und läutet damit möglicherweise die Trendwende ein. Diese Hoffnung scheint insofern gerechtfertigt, als dass sie in Einklang mit einer aktuellen Nielsen-Studie steht, die ein sprunghaft gestiegenes Verbrauchervertrauen zeigt.

Online-Umsätze im Aufschwung          

Nach vier Monaten Abwärtsbewegung durchbricht der e-KIX diesen Trend erstmals seit Januar 2011 und steigt auf 95,9 Indexpunkte an. Auch die Umsatzerwartungen für die nächsten zwölf Monate sprechen für eine positive Entwicklung. Der e-KIX bezüglich der erwarteten Umsätze liegt zwar mit 93,1 Punkten unter dem Durchschnitt des Vorjahres, eine differenziertere Betrachtung zeigt aber, dass fast die Hälfte (48,8 %) der Online-Händler mit wachsenden Umsätzen rechnet, während nur jeder achte Befragte (12,3 %) eine negative Entwicklung erwartet. Offenbar wirkt sich das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in den letzten Monaten positiv auf den Online-Handel aus. Auch die konstant hohe Nachfrage nach Online-Dienstleistungen deutet darauf hin, dass mit einer länger anhaltenden und positiven Gesamtentwicklung im E-Commerce zu rechnen ist. Im Mai hält sich der d-KIX weiterhin auf einem hohen Niveau und erreicht 100,2 Indexpunkte.

Auf die Online-Shopper ist Verlass                 

Mit 94,4 Indexpunkten bezüglich der aktuellen Online-Ausgaben und 97,2 Indexpunkten für die zukünftig erwarteten Ausgaben bewegt sich der s-KIX kaum. Die Online-Shopper erweisen sich als verlässliche und treue Kunden. Dies steht im Einklang mit den Ergebnissen einer aktuellen Nielsen-Studie, nach der fast die Hälfte der Deutschen ihre finanzielle Situation in den nächsten Monaten als gut einschätzt. So geben lediglich 16,7 Prozent der Befragten an, ihre Online-Ausgaben in den nächsten zwölf Monaten reduzieren zu wollen, während 28,6 Prozent der Online-Shopper steigende Ausgaben erwarten. Offenbar wirkt sich die gestiegene generelle Ausgabenbereitschaft auch positiv auf die Online-Ausgaben aus.

Wahrnehmungslücke schließt sich             

Die Wahrnehmungen von Online-Umsätzen auf der einen und Online-Ausgaben auf der anderen Seite konnten nicht ewig auseinander gehen. Während die Online-Shopper ihre Ausgaben auf weitestgehend konstantem Niveau halten, bewerten die Online-Händler ihre Umsätze im Mai zum ersten Mal seit Dezember 2010 wieder positiver als im Vormonat. Wenn die Online-Shopper ihr Konsumversprechen auch zukünftig halten, könnte damit die Trendwende eingeläutet worden sein und den Online-Händlern stehen umsatzstarke Quartale ins Haus.

E-Commerce-Monatsfrage          

Die Zusatzfrage in der Juni-Erhebung zeigt, dass Zahlungsausfälle für Online-Händler nach wir vor ein großes Problem darstellen. 24 Prozent der Befragten geben an, dass Zahlungsausfälle für sie existenzbedrohend sind. Erwartungsgemäß sind es vor allem Kleinstunternehmen, für die Zahlungsausfälle eine Bedrohung darstellen. Fast die Hälfte (45,1 %) der Befragten gab an, aus Angst vor Zahlungsausfällen bei Kunden beliebte Rechnungsarten wie Rechnung oder Lastschrift nicht anzubieten. Das Angebot von kundenfreundlichen Zahlungsverfahren ist aber für die erfolgreiche Kundenakquisition und Kundenbindung von zentraler Bedeutung. Finden Online-Shopper nicht „ihr“ Zahlungsverfahren, besteht die Möglichkeit, dass sie den Kaufvorgang in letzter Minute abbrechen. Hier müssen die Händler individuell zwischen dem Risiko der Zahlungsausfälle und dem Potenzial der Kundenakquisition abwägen.

Quelle: Institut für Handelsforschung GmbH


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