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27.07.2009:

Studie von Grass Roots: dm ist Kundenliebling, Schlecker klar abgeschlagen

Düsseldorf - Wer glaubt, dass niedrige Preise und ein breites Warensortiment die einzigen Wege sind, um Kunden zu gewinnen und zu binden, der irrt. Die schauen nämlich keineswegs nur auf das Preisschild, sondern auch auf die Arbeitsbedingungen hinter den Schnäppchen. Nach den Lebensmittel-Discountern bekommen das nun auch die Drogeriemarkt-Discounter deutlich zu spüren. Eine aktuelle Studie der Grass Roots Germany GmbH aus Düsseldorf zeigt, dass mehr als die Hälfte der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher den Einkauf in Märkten mit mutmaßlich schlechten Arbeitsbedingungen bewusst und konsequent meiden.

Die Diskussion um die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel reißt nicht ab, auch Drogeriemarkt-Ketten geraten immer wieder in die Kritik. Ein Thema, das die Kunden offenbar gebannt verfolgen und das sogar ihre Kaufentscheidung beeinflusst. Dies zeigt die Studie der Grass Roots Germany GmbH, in der 1983 Personen zu ihrem Kaufverhalten bei den Drogeriemarkt-Ketten dm, Rossmann, Müller, Ihr Platz und Schlecker befragt wurden. Mehr als 80 Prozent von ihnen schätzen die öffentliche Diskussion um die Qualität der Arbeitsbedingungen im Einzelhandel überhaupt als "wichtig" oder "sehr wichtig" ein. 74,3 Prozent von ihnen verfolgen die Diskussionen darüber. Ihr Kaufverhalten orientiert sich dabei nicht nur an Preispolitik und Sortiment der einzelnen Ketten, auch Ruf und Image sind für den Konsumenten mittlerweile ein Kauffaktor.

Am stärksten in der Kritik von Gewerkschaften und Arbeitsrechtlern war zuletzt der Drogeriemarkt-Riese Schlecker. Dieser Imageverlust führt nun offensichtlich zu einer deutlichen Abstrafung durch die Verbraucher und zu Verlusten von Marktanteilen. Der Umfrage zufolge bewerten 45,6 Prozent der Verbraucher Image und Ruf von Schlecker als "schlecht" oder "sehr schlecht". Das Unternehmen mit Sitz in Ehingen bei Ulm war in der Vergangenheit vor allem wegen seiner Personalpolitik sowie den mutmaßlich schlechten Arbeitsbedingungen wiederholt in die Kritik geraten. Entsprechend schätzen rund 65 Prozent der Befragten Schlecker als "schlechten"oder "sehr schlechten" Arbeitgeber ein. Lediglich 7,4 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen die Kette als "guten" oder "sehr guten" Arbeitgeber an. Aufgrund der Vorwürfe der vergangenen Monate und Jahre vermeiden 50,4 Prozent der Befragten daher den Einkauf dort.

Im Gegensatz zu Schlecker überzeugen die expandierenden Konkurrenten dm und Rossmann: Über 70 Prozent der Befragten bewerten Image und Ruf der dm-Märkte als "gut" oder "sehr gut", rund 45 Prozent sehen die Kette als "guten" oder "sehr guten" Arbeitgeber an. Entsprechend kaufen rund 70 Prozent mindestens einmal im Monat oder häufiger bei der Drogeriemarkt-Kette ein. Das Unternehmen Rossmann kann die Verbraucher ebenfalls durch Image und Angebot überzeugen: 68,7 Prozent der Befragten beurteilen das Image der Drogeriemarkt-Kette von Unternehmer Dirk Roßmann als "gut" oder sogar "sehr gut", rund 70 Prozent von ihnen würden zum Einkauf bei Rossmann raten.

Auch in puncto Sortimentsbreite, Qualität der Produkte und Preispolitik, die jeweils für mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmer entscheidend sind, liegt dm in den Umfragewerten vorne, dicht gefolgt von Rossmann. Die – nur regional bekannten - Ketten Müller und Ihr Platz sowie Schlecker sind in dieser Verbraucherwertung deutlich abgeschlagen.

So erstaunt es nicht, dass dm die höchste Weiterempfehlungsrate aufweist: 71,7 Prozent geben an, Verwandten und Freunden "wahrscheinlich" oder "bestimmt" zum Einkauf in einer der mittlerweile 1012 dm-Filialen in Deutschland zu raten. Beinahe ebenso viele Teilnehmer der Studie (70,7 Prozent) schätzen das Angebot der Kette Rossmann und würden Familie und Bekannten den Einkauf dort empfehlen.

Quelle: Grass Roots Germany


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