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24.05.2011:

Qualität die (noch) keiner kennt: Die Zertifizierung deutscher Rad- und Wanderwege

Köln - Der Weg ist das Ziel. Immer mehr Deutsche gehen in ihrer Freizeit gerne wandern oder unternehmen Fahrradtouren. Dabei stellen sie hohe Ansprüche an die Qualität der Angebote. Verbände und andere Institutionen unterstützen Aktivtouristen, indem sie Wander- und Radwege bewerten und anschließend Zertifikate für geeignete Wege vergeben. Das Problem: Weder die Wanderer noch die Radfahrer kennen diese Gütesiegel. Dies ist eine Erkenntnis aus den repräsentativen Studien "Radreisen der Deutschen" und "Wandern in Deutschland" von Trendscope.

Fest steht: Die Deutschen sind in ihrer Freizeit gerne aktiv. Wander- und Radtouren erfreuen sich steigender Beliebtheit. Doch wie steht es um die Qualität deutscher Wander- und Radwege? Sind die Zielregionen auf die Bedürfnisse der Aktivtouristen vorbereitet? Und welche Wünsche haben die Naturliebhaber für ihren Urlaub?

Verbände und andere Institutionen bewerten Rad- und Wanderwege nach verschiedensten Kriterien, angefangen beim Schwierigkeitsgrad bis hin zur Qualität der Einkehrmöglichkeiten, und vergeben im Anschluss ein Zertifikat oder Gütesiegel an besonders gut geeignete Wander- und Radwege. Doch wie die Studien zeigen, sind diese Zertifikate den Wanderern und Radfahrern meist unbekannt. Nur knapp 15 Prozent der befragten Wandertouristen kennen Gütesiegel, die Wanderwege oder Wandergastgeber auszeichnen. Ebenso deutlich fällt das Ergebnis unter den Radtouristen aus.

Doch sind den Touristen Zertifikate oder Gütesiegel bekannt, so spielen diese offenbar eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Reiseziels. Hierin liegt großes Potenzial für die Zielregionen, die auf diesem Weg vermehrt Wanderer und Radfahrer anziehen können. "Die fehlende Bekanntheit von Gütesiegeln lässt eher auf Nachholbedarf in der Kommunikation als auf fehlende Relevanz schließen", erklärt Marcel Görtz, Studienleiter bei Trendscope. Der Wert solcher Zertifikate ist nur noch nicht bei den Touristen angekommen.

Bei Wanderern sind die Zertifikate "Premiumweg Deutsches Wandersiegel" und "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" noch am bekanntesten. Bei Radfahrern sind es die Zertifikate "ADFC-Qualitätsradroute" und "Bett+Bike". Die Top 10 der beliebtesten zertifizierten Wanderwege führt der Rennsteig im Thüringer Wald an, dicht gefolgt vom Harzer-Hexen-Stieg und dem Westweg im Schwarzwald.

Insbesondere Radtouristen stellen anspruchsvolle Wünsche an die Zielregion. Besonders wichtig ist ihnen dabei die Qualität der Strecke, der Unterkünfte und der Gastronomiebetriebe. Neben einer verkehrsarmen und abwechslungsreichen Streckenführung sind für Radurlauber ebenso der Zustand und die Beschilderung der Wegstrecke von sehr großer Bedeutung. Fahrradfreundliche Unterkünfte sollten insbesondere über einen abschließbaren Raum für Fahrräder und über Trockenmöglichkeiten für Kleidung etc. verfügen, wenn sie die Wünsche der Radfahrer erfüllen möchten. Einen fahrradfreundlichen Gastronomiebetrieb zeichnen vor allem überdachte Stellplätze für die Fahrräder im Sichtbereich der Gäste aus. Da Radurlauber ihren Urlaub gerne flexibel gestalten, haben sie diesen Anspruch auch an die Unterkünfte.

Zur Studie: Von Mai bis September 2010 befragte Trendscope für die repräsentative Marktstudie "Radreisen der Deutschen 2010" knapp 2.200 Radurlauber an deutschlandweit über 30 Befragungsstandorten. Die Studie bildet die Fortsetzung der ersten Ausgabe aus dem Jahre 2008. Für die Studie "Wandern in Deutschland 2009" wurden zwischen April und Oktober 2009 2.343 Wanderer an über 100 Standorten in Wanderregionen in ganz Deutschland befragt. Auch diese Studie soll in Zukunft fortgeführt werden.

Quelle: Trendscope


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