Die tägliche Online-Zeitung für die Marktforschungsbranche - regelmäßig alle wichtigen Nachrichten im kostenlosen E-Mail-Abo.
Mehr Infos? Hier klicken.
Baden bei Wien/Österreich - Der Blick in die Zukunft zeigt für österreichische Banken zahlreiche...
Heidelberg - Die GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH verstärkt ihr Senior...
Aachen - Das Unternehmen Bayer setzt seine langjährige Zusammenarbeit mit Dialego in 2013 fort. Zum...
Sämtliche Nachrichten können Sie hier abrufen.
Branchen-Studie: Versorger investieren halbherzig in die Energiewende
Hamburg - Die Energieversorger in Deutschland verhalten sich in Sachen Energiewende widersprüchlich. Zwar wollen drei von vier Versorgern die Ökostromerzeugung ausbauen. Trotzdem zeichnet sich ab, dass die aktuelle Planung der Unternehmen den Erfolg der Energiewende fundamental in Frage stellt. Der immens wichtige flächendeckende Ausbau intelligenter Verteilernetze, so genannter Smart Grids, kommt nicht voran. Gerade einmal die Hälfte der Energieversorger plant hier bis 2014 Investitionen. Das ergibt die aktuelle Studie "Branchenkompass 2012 Energieversorger" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.
"Eine Energiewende ohne Investitionen in Smart Grids ist undenkbar.
Die schwankenden Energieflüsse von Solar- und Windenergie müssen mit einem intelligenten Netzmanagement beherrscht werden", sagt Norbert Neumann, Energieexperte von Steria Mummert Consulting. Sieben von zehn Energieversorgern planen zwar, in die Instandhaltung und Modernisierung der Verteilnetze, weitere 65 Prozent in das Energiedatenmanagement zu investieren. Aber speziell beim Netzausbau für Smart Grids bleiben entsprechende Planungen bis 2014 deutlich zurück. "Der Widerspruch ist unter anderem dadurch zu erklären, dass Investitionen in Smart Grids vom Gesetzgeber derzeit nicht spezifisch gefördert werden und somit aus dem laufenden Geschäft zu finanzieren sind. Es fehlen politische Modelle, die entsprechende Anreize schaffen", so Neumann.
Die Investitionszurückhaltung der Versorger ergibt sich zudem aus den sich abzeichnenden höheren Netzentgelten zur Finanzierung neuer Stromautobahnen in den Süden. Der im Mai vorgestellte deutsche Netzentwicklungsplan der vier großen Übertragungsnetzbetreiber sieht immerhin einen Investitionsbedarf von 32 Milliarden Euro vor. Allein die zusätzlichen Kosten für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Rahmen des Aufbaus intelligenter Netze (Smart Grids) belaufen sich auf sieben Milliarden Euro, die von deutschen Verteilnetzbetreibern bis 2030 zu investieren wären, das ergibt eine Studie im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) (Investitionskosten in Smart Grids, Juni 2012).
Beim nötigen Bau effizienter Gaskraftwerke als Back-up-Lösung zu
Solar- und Windkraft zeigen sich ähnliche Widersprüche in der Investitionsplanung der Versorger. Branchenexperten sind sich einig, dass zwingender Bedarf an einem mittelfristigen Ersatz ineffizienter alter Kraftwerke besteht. Dennoch herrscht auch hier Zurückhaltung. Lediglich 30 Prozent der befragten Energieversorger planen, in den kommenden drei Jahren in moderne konventionelle Energieerzeugung zu investieren. Aus Sicht der Kraftwerksbetreiber werfen neue Gaskraftwerke zu wenig Profit ab. Sie speisen nur bei zusätzlichem Bedarf Energie in die Netze, wenn die Menge erneuerbarer Energie nicht ausreicht. Wie beim Netzausbau fehlen den Unternehmen entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen und eine tragfähige nationale Gesamtplanung. "Bevor wieder stärker in konventionelle Energieerzeugung investiert wird, erwartet die Branche gesetzliche Regelungen für adäquate Investitionsanreize und entsprechende Kapazitätsmechanismen", so Norbert Neumann von Steria Mummert Consulting.
Neben den Umbrüchen durch die Energiewende haben die Versorgungsunternehmen zahlreiche weitere Anforderungen zu bewältigen, zeigt die Studie. An vorderer Stelle steht die Umsetzung von EU-Verordnungen. Dazu zählen die Umstellung des nationalen Zahlungsverkehrs auf die SEPA-Formate sowie Anforderungen, die für eine Teilnahme am Energiehandel erfüllt werden müssen (REMIT, EMIR, MiFID und MAD). Erst gut die Hälfte der Unternehmen hat Aktivitäten zur Umsetzung der neuen EU-Anforderungen überhaupt vorgesehen, der Mehrheit steht hier noch die konkrete Planung notwendiger Umsetzungsmaßnahmen bevor. Darüber hinaus zeichnet sich ab, dass die optimale Synchronisation von Energiebeschaffung und Energieabsatz für 70 Prozent der Unternehmen künftig sehr wichtig wird, um neue individuell ausgeprägte Preismodelle entwickeln und abwickeln zu können. Gleichzeitig ist laut Studie ein Paradigmenwechsel beim Outsourcing erkennbar. Sechs von zehn Versorgern in Deutschland schalten in der Maßnahmenplanung auf ein verstärktes Outsourcing um, mehr als eine Verdopplung gegenüber 2010 (21 Prozent).
Hintergrundinformationen: Im April und Mai 2012 befragte das Marktforschungsinstitut forsa für Steria Mummert Consulting Entscheider aus 100 Energieversorgungsunternehmen Deutschlands zu den Branchentrends sowie zu Strategien und Investitionszielen bis 2014. Die Entscheider repräsentieren die wichtigsten Gruppen der deutschen Energieversorgung: die Stadtwerke, die Regionalversorger und die großen Energiekonzerne. Befragt wurden vor allem Vorstandsvorsitzende und -mitglieder, Geschäftsführer, Leiter von Finanzen und Controlling, kaufmännische Leiter sowie Vertriebs- und Marketingleiter. forsa führte die Befragung in Form von Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) durch.
cl/Steria Mummert Consulting
Kommentare und Bewertung
-
Von Dr. Anke Müller-Peters
Das Arbeits- und Berufsleben ist in unserer Gesellschaft derzeit rasanten Veränderungen unterzogen. Viele sehen Chancen im Wandel, viele machen sich Sorgen und betonen die Risiken. Betrachten wir nur einige dieser Veränderungen. Da geht es zum Beispiel um die Frage, ob Arbeitsleben und Privatleben eigentlich noch zweierlei sind oder ob die Grenze zwischen den Lebensbereichen bis zur Unkenntlichkeit verschwimmt.
-
Von Anja Heitmann
Also, mir sind Marken gar nicht so wichtig … ich bin doch eine selbstbestimmte, kritische Konsumentin! Ich lasse mich von Werbung und den ganzen Markenstrategien kaum beeinflussen. Sicher, ich habe meine Lieblingsmarken. Ich würde zum Beispiel niemals Pepsi trinken - obwohl es ja angeblich Blindversuche gibt, bei denen die Probanden kaum einen Unterschied zu Coca Cola schmecken konnten.
marktforschung.dossier - weitere Themen:
Gesundheit! Branchenspecial Pharma
1976 war ich frisch eingestellter Juniormarktforscher bei Basis Research in Frankfurt, als die Chefin launig in die Montagsrunde fragte, wer Kapazität hätte, eine Ausschreibung "Hämorrhoiden aus Patientensicht; Leidensbild und Behandlungswege" zu bearbeiten. Betretenes Schweigen; ich hob die Hand, ich war in Probezeit.
Marktforschung 2020: Besser, anders oder gar nicht mehr da?
"Schöpferische Zerstörung" nannte der bekannte Nationalökonom Joseph Schumpeter jenen Prozess, in dem neue Unternehmen dank innovativer Ideen Wettbewerbsvorteile gewinnen und so Wirtschaft und Gesellschaft fortentwickeln – wobei aber bestehende Strukturen und Anbieter untergehen (Joseph Schumpeter, Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, 1911).
Mobile Research - hybrid unterwegs
Es war irgendwann während meines Studiums, so Mitte der 90-er Jahre. Mein jüngerer Bruder kam zu Besuch und legte seinen Neuerwerb auf den Tisch: Ein Mobiltelefon – monströs groß, mit einer Akkuleistung von wenigen Stunden selbst im Standby.
Vom Marktforscher zum Berater - Wer braucht noch Research?
Fragen wir Wikipedia: "Der Begriff 'Beratung' bezeichnet umgangssprachlich ein strukturiertes Gespräch oder eine korrespondierende Kommunikationsform […] oder auch eine praktische Anleitung, die zum Ziel hat, eine Aufgabe oder ein Problem zu lösen oder sich der Lösung anzunähern."
Customer Experience Research & Mystery Shopping
In der Theorie ist es ganz einfach: Dienstleistungsqualität schafft Kundenzufriedenheit, Kundenzufriedenheit steigert Kundenbindung, und dies wiederum führt zu Marktanteilswachstum und besseren Unternehmensergebnissen.
Branchenspecial Automotive
"Deutsche verlieren die Lust auf Autokauf", titelte Spiegel Online am Dienstag vergangener Woche. Dem Artikel zufolge fiel die Zahl der Neuzulassungen im September gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent.
Werbung und Wirkung - Von der Litfaß-Säule zum Sponsored Tweet
Wer über Werbewirkungsforschung spricht, beginnt gerne mit ein paar beeindruckenden Zahlen zu den Werbeausgaben. 26 Milliarden Euro haben deutsche Werbetreibende 2011 laut Nielsen-Statistik für die Medienschaltung ausgegeben.
Image: Wass muss ein Marktforschungsdienstleister leisten?
Das Image eines Unternehmens, einer Marke oder auch einer Dienstleistung wird gemeinhin als ein wesentlicher Einflussfaktor bei Kaufentscheidungsprozessen angesehen.
Qualitative Forschung – Marktforschung auf der Couch
Die qualitative Forschung ist ein bisschen wie die FDP. Von Anfang an dabei, oft mitentscheidend, aber dennoch immer knapp an der 5-Prozent-Hürde schrammend.
Web-Analyse - Big Data = Big Success?
Die unfassbaren Datenmengen, die im World Wide Web – und darüber hinaus auch auf Servern von Unternehmen – kursieren, sind Segen und Fluch zugleich.
Karriere in der Marktforschung - Traumberuf "Erbsenzähler"?
Haben Sie schon einmal ein Kind sagen hören: "Und wenn ich groß bin, werde ich Marktforscher?"
Online-Panels - gerade etabliert und schon von gestern?
Es ist ungefähr ein Jahr her, dass eine Meldung des ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. für einiges Aufsehen sorgte: Erstmals überstieg die Zahl der Online-Interviews in Deutschland die der telefonisch durchgeführten Befragungen
Repräsentativität 2012 - Fakt, Fake oder Fetisch?
Das Thema Repräsentativität ist weder selbstverständlich noch abgehakt. Sondern immer und gerade jetzt wieder aktuell.




