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13.05.2009:

Stimmungsbarometer betriebliche Marktforschung: Unternehmen kürzen Marktforschungsbudgets infolge der Wirtschaftskrise

Online-Forschung stärker im Fokus

Köln – In Zeiten der Wirtschaftskrise sind Kürzungen von Marktforschungsbudgets keine Ausnahme mehr. Während die Ausgaben für mittels klassischer Methoden durchgeführte Marktforschung mehrheitlich reduziert werden, könnten Anbieter von Online-Forschung gestärkt aus der Krise hervorgehen. Dies ergab die aktuell von marktforschung.de durchgeführte Umfrage "Stimmungsbarometer betriebliche Marktforschung". 80 betriebliche Marktforscher aus diversen Branchen mit einem Gesamtmarktforschungsbudget von ca. 70 Millionen Euro nahmen an der Untersuchung teil.

38 Prozent der betrieblichen Marktforscher müssen in diesem Jahr mit geringeren Budgets auskommen, nur ca. 11 Prozent können mit einer Erhöhung der finanziellen Ausstattung rechnen.

Dies korreliert mit den Ergebnissen des "Stimmungsbarometers in der Marktforschung", für das Vorstände und Geschäftsführer der Marktforschungs- und Feldinstitute in Deutschland regelmäßig von der webfrager GmbH in Kooperation mit marktforschung.de zur konjunkturellen Situation befragt werden. So zeigte sich bei der letzten Institutsbefragung, dass Auftragsstornierungen zunehmen und sich die derzeitige Geschäftslage für etliche Marktforschungsdienstleister verschlechtert hat.

Fast alle Unternehmen spüren Folgen der Wirtschaftskrise

Während nahezu alle im Rahmen des "Stimmungsbarometers betriebliche Marktforschung" befragten Unternehmen als Ganzes von der Krise betroffen sind, sind die Folgen in den Marktforschungsabteilungen nicht ganz so gravierend. Immerhin 30 Prozent der betrieblichen Marktforscher sind jedoch auch an ihrem persönlichen Arbeitsplatz betroffen: Neben Budgetkürzungen gehören dabei in geringem Ausmaß auch Kurzarbeit sowie Entlassungen zu den spürbaren Folgen.

Online-Marktforschung profitiert

Von knappen Budgets kann offenbar die Online-Forschung profitieren: 65 Prozent der betrieblichen Marktforscher rechnen damit, dass die Ausgaben für Online-Forschung in ihrem Unternehmen steigen werden. Demgegenüber geht die Hälfte der Befragten von Ausgabenkürzungen bei den klassischen Methoden aus.

Dies deutet darauf hin, dass mit der Wirtschaftskrise auch ein Innovationsschub für die Marktforschungsbranche einhergeht, zumal die Budgets derzeit noch vorwiegend in der Offline-Forschung ausgegeben werden. So fließen aktuell rund 75 Prozent der Gelder in klassische Methoden, auf Online entfällt aktuell lediglich rund ein Viertel.

Bei der Verteilung der Budgets auf qualitative oder quantitative Forschungsdesigns rechnen ca. zwei Drittel der betrieblichen Marktforscher mit stabilen Verhältnissen. Während die qualitative Forschung etwas gestärkt wird, muss im quantitativen Bereich mit Einbußen gerechnet werden. Derzeit entfallen auf die quantitative Forschung knapp 70 Prozent der Budgets.

Betriebliche Marktforscher erwarten hohe Methodenkompetenz auf Institutsseite

Die in ihren Unternehmen für den Bereich Marktforschung zuständigen Mitarbeiter wünschen sich professionelle und zuverlässige Marktforschungsinstitute. Insbesondere eine hohe Methodenkompetenz gepaart mit fundierter Beratung wird von einem guten Marktforschungsinstitut erwartet. 

Die befragten betrieblichen Marktforscher gehen davon aus, dass im Institut "mit- und vorgedacht" wird. Damit einher geht die Erwartung, dort qualifizierte Ansprechpartner mit hoher Branchenkenntnis zu haben.

Institute können mit Beratungskompetenz und übersichtlicher Ergebnispräsentation punkten

Als besonders wichtig werden aber auch ein gutes Preis- Leistungsverhältnis sowie eine "pragmatische Kosten- Nutzen-Abschätzung" erachtet. Nicht zuletzt wird von einem Marktforschungsinstitut eine übersichtliche Ergebnispräsentation erwartet. Dabei sind den Auftragnehmern "20 aussagekräftige Charts" lieber als "150 Slides mit einer Zahlenschlacht".

Institute, die die hohen Erwartungen erfüllen, haben gute Chancen, durch treue Kunden belohnt zu werden: Immerhin fast 40 Prozent der betrieblichen Marktforscher verzichten auf eine Ausschreibung von Projekten und verlassen sich auf bewährte Dienstleister. Wer seine Projekte ausschreibt, tut dies in der Regel in einem ausgewählten Kreis von Instituten.

Zur Umfrage:

Für das "Stimmungsbarometer betriebliche Marktforschung" werden Mitarbeiter und Abteilungsleiter, die in ihrem Unternehmen im Bereich Marktforschung tätig sind, regelmäßig zur konjunkturellen Situation sowie weiteren branchenrelevanten Themen befragt.

Methodensteckbrief:

  • Methode: Online-Befragung
  • Durchführung: marktforschung.de
  • Befragungszeitraum: 20 bis 27. April 2009
  • Stichprobe: 251 für Marktforschung zuständige Mitarbeiter und Abteilungsverantwortliche von Unternehmen aus den Branchen Handel / Konsum, Pharma, Medien, Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Automobil, Logistik / Verkehr, Energie, Tourismus, Sonstige
  • Rücklaufquote: 32 Prozent (80 Teilnehmer)

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