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Stimmungsbarometer in der Marktforschung: Branche blickt zufrieden auf die erste Jahreshälfte
Köln – Nach einem verhalten optimistischen Start blickt die Marktforschungsbranche insgesamt positiv auf die erste Hälfte des Jahres 2010. So ist die Zahl der Unternehmen, die die Geschäftslage als positiv bezeichnet, zur Jahresmitte deutlich gestiegen und hat den guten Wert aus dem vierten Quartal 2009 noch überschritten. Optimistisch bleibt man auf Institutsseite beim Blick in die Zukunft: so rechnet fast die Hälfte der Befragten mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage im zweiten Halbjahr. Dies ist das Ergebnis der Befragung zum "Stimmungsbarometer in der Marktforschung", die marktforschung.de quartalsweise in Kooperation mit der webfrager GmbH bei Geschäftsführern und Vorständen deutscher Marktforschungs- und Feldinstitute durchführt.
Aktuell bezeichnen 55 Prozent der befragten Institutsleiter die Geschäftslage Ihres Unternehmens als "gut". Dies sind zwölf Prozent mehr als noch zu Beginn des Jahres. Umgekehrt ist die Zahl derer, die die Geschäftslage als "befriedigend" beurteilen, von 43 auf 35 Prozent signifikant zurück gegangen. Ebenfalls gesunken ist der Wert derer, die aktuell von einer negativen Situation sprechen: Dieser liegt bei nur noch 10 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2008 (vgl. Chart 1).
Wie schon zu Beginn des Jahres rechnet kaum jemand mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. So gaben nur vier Prozent der Befragten an, dass Sie von einer negativen Entwicklung im zweiten Halbjahr ausgehen. Der mit 55 Prozent größte Teil erwartet hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in naher Zukunft keine signifikanten Veränderungen, immerhin 41 Prozent rechnen aber sogar mit einer Verbesserung (vgl. Chart 2).
Wieder leichter Aufwärtstrend bei der Personalentwicklung: kaum noch Stellenabbau erwartet
Entsprechend der Gesamteinschätzung der Geschäftslage zeichnete sich für das zweite Halbjahr ein positiver Trend hinsichtlich der prognostizierten Entwicklung der Beschäftigungszahlen ab. So liegt die Zahl der Institutsverantwortlichen, die von einer Erweiterung ihres Mitarbeiterstammes ausgehen, bei 29 Prozent und damit um drei Prozent höher als im ersten Quartal dieses Jahres. Besonders positiv: nur noch 4 Prozent erwarten einen Stellenabbau in ihrem Unternehmen. Dies ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im September 2008. Mehr als zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass es keinerlei Veränderungen bei der Mitarbeiterzahl gibt (vgl. Chart 3). Hiermit bestätigt sich der Prognose aus der Vorwelle, dass es sich bei der seinerzeit leichten Negativentwicklung hinsichtlich der Beschäftigtenzahlen lediglich um einen kurzzeitigen Effekt gehandelt hat.
Deutlicher Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Forschung
Von der positiven Entwicklung profitiert weiterhin insbesondere die quantitative Forschung. Hier ist der Anteil der "guten" Bewertungen der derzeitigen Geschäftslage deutlich von 41 auf 61 Prozent gestiegen. Gleichzeitig bezeichnen nur noch 7 Prozent die Geschäftslage als "schlecht" (Vorwelle: 13 Prozent). Einen ähnlich signifikanten Anstieg gibt es bei den Unternehmen, die sowohl qualitative als auch quantitative Marktforschung anbieten: Hier beträgt der Anteil positiver Bewertungen aktuell 63 Prozent (Vorwelle: 49 Prozent). Stagnation ist hingegen auf Seiten der Institute festzustellen, die sich auf qualitative Forschung spezialisiert haben. Genau wie im ersten Quartal schätzen hier nur 29 Prozent der Institutsverantwortlichen die Geschäftslage als "gut" ein. Gleichzeitig ist der Anteil negativer Beurteilungen mit 19 Prozent hier eindeutig am größten. Positiv dabei: dieser Wert ist im Vergleich zur Vorwelle um immerhin 10 Prozent gesunken (vgl. Chart 4). Die Spezialisten für qualitative Forschung sind auch beim Blick in die Zukunft am pessimistischsten: nur rund ein Drittel rechnet mit einer Verbesserung der Geschäftslage im zweiten Halbjahr, 62 Prozent erwartet keinerlei Veränderung. Besonders optimistisch sind die breit aufgestellten Unternehmen: Hier geht fast die Hälfte der Institute von einer weiteren Verbesserung der ohnehin positiv bewerteten Geschäftslage aus (vgl. Chart 5).
Verbesserung der Geschäftslage bei allen Unternehmensgrößen
Die insgesamt feststellbare Verbesserung der aktuellen Geschäftslage schlägt sich bei allen Unternehmensgrößen wieder. Weiterhin stehen die großen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 5 Millionen Euro am besten da. Hier bewerten fast zwei Drittel der Befragten die Geschäftslage als "gut" (Vorwelle: 53 Prozent). Mit aktuell 61 Prozent ähnlich positiv fällt die Beurteilung bei den mittleren Unternehmen mit einem Jahresumsatz von ein bis fünf Millionen Euro aus. Weiterhin sind es die kleinen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter einer Million Euro, die die derzeitige Situation am negativsten einschätzen. Hier liegt der Anteil der "guten" Bewertungen bei unterdurchschnittlichen 45 Prozent, umgekehrt ist die Zahl der "schlechten" Beurteilung mit 18 Prozent höher als bei allen anderen Unternehmensgrößen (vgl. Chart 6). Gleichzeitig sind die kleinen Unternehmen beim Blick in die Zukunft am zurückhaltendsten: 38 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage, fast 60 Prozent gehen davon aus, dass sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte nicht nennenswert verändert. Auf der anderen Seite erwartet knapp die Hälfte der Institutsverantwortlichen bei den großen Unternehmen eine weitere Verbesserung (vgl. Chart 7).
Zur Umfrage:
Für das "Stimmungsbarometer in der Marktforschung" werden Vorstände und Geschäftsführer der Marktforschungs- und Feldinstitute von der webfrager GmbH in Kooperation mit marktforschung.de regelmäßig zur konjunkturellen Situation sowie weiteren branchenrelevanten Themen befragt. Die aktuellen Daten wurden im Zeitraum vom 02. bis zum 16. August 2010 unter 98 Teilnehmern erhoben.
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