Web-Analyse – Big Data = Big Success?

Editorial

Claas Lübbert (Smart News Fachverlag GmbH)

Von Claas Lübbert, Redaktionsleiter

"Total verhunzt und geschrumpft – so zeigt Google der Welt unseren Dom." Diese Schlagzeile war in der vergangenen Woche einer der Aufmacher im "Kölner Express". Die Abhandlung eines solchen Themas – gezeigt wurden bei Googles "World Wonders Project" veröffentlichte Fotos des Bauwerks, auf denen die Türme tatsächlich stark beschnitten sind – im lokalen Boulevard-Blatt sagt einiges über das Verhältnis der Kölner zu ihrer Stadt. Es sagt aber vor allem auch einiges über die Macht des Suchmaschinen-Giganten, denn warum lässt sich aus dieser Geschichte überhaupt eine Story mit "Aufreger-Potenzial" stricken? Offenbar deshalb, weil man dem Konzern attestiert, die von ihm übermittelten Informationen wären von höchster Relevanz. Die Macht über Daten – das Wissen über die Dinge, die die Welt bewegen – daran manifestiert sich das Bild des mächtigen Konzerns, der der Welt entstellte Bilder des aus Sicht so manchen Kölners wichtigsten sakralen Bauwerks überhaupt zeigen kann.

So sind die unfassbaren Datenmengen, die im World Wide Web – und darüber hinaus auch auf Servern von Unternehmen – kursieren, Segen und Fluch zugleich: Sie bieten eine unglaubliche Menge an verfügbaren Informationen. Gleichzeitig macht diese unglaubliche Menge es nahezu unmöglich, diese zu strukturieren und zu selektieren – und vor allem auch zu validieren. Dass diese Notwendigkeit dennoch besteht, hat natürlich nicht nur Google erkannt – ebenso wie die Tatsache, dass die Fähigkeit, dies zu tun, sich gewinnbringend einsetzen lässt.

Ohne das Bild von den bösen Datenkraken malen zu wollen: Wer entscheidet, was lesenswert, sinnhaft, unterhaltsam, etc. ist? Und was sind die Erkenntnisse, die sich je nach individuellen Bedürfnissen, Betrachtungsweisen und nicht zuletzt  geschäftlichen Interessen daraus ziehen lassen? Bedeutet "Big Data" automatisch "mehr Erfolg" – zumindest, wenn man die Macht über die Daten hat?

Die derzeitige und zukünftige Rolle von "BigData", das Potenzial hiervon für Marketing und Marktforschung sowie Anwendungsfälle aus der Praxis beleuchten die Beiträge dieser Ausgabe des marktforschung.dossier. Darüber hinaus gewährt uns Marko Ottawa von der Telekom einen Blick hinter die Marktforschungs-Kulissen eines großen Konzerns und schildert die Erfahrungen des Unternehmens mit Social Media Research. Was wiederum passiert, wenn man Marktforschung selbst einer "Social Media Brand Analysis" unterzieht, offenbart eine Eigenstudie von Insius zur Wahrnehmung von Marktforschung im Social Web.

Von welcher Seite aus man es auch beleuchtet – ob methodisch, analytisch, wissenschaftlich, inhaltlich, gesellschaftlich oder betriebswirtschaftlich: Bei allen Möglichkeiten, die das WWW bietet, gilt es, aufmerksam zu bleiben – und sich keinen "falschen Kölner Dom" unterschieben zu lassen. Ich bin sicher, die Beiträge dieser Ausgabe sind geeignet, Ihnen hierbei Unterstützung zu bieten. 

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