Marktforschung in Zeiten von Virtual Reality und Scrum | marktforschung.dossier - Oktober 2016

Marktforschung in Zeiten von Virtual Reality und Scrum – Editorial

Dorothee Ragg, Redakteurin marktforschung.de

Von Dorothee Ragg, marktforschung.de

Ist das Technik oder kann ich das verstehen?

Was denken Sie passiert, wenn ich kurz das Zimmer verlasse, in dem mein Tablet angeschaltet auf dem Tisch liegt, an dem mein knapp 80-jähriger Vater sitzt? Genau: nichts! Dasselbe sollte ich aber unbedingt vermeiden, wenn mein einjähriger Neffe in der Nähe ist: Smartphone & Co. üben eine unglaubliche Anziehungskraft auf heutige Kinder aus.

Hightech in diversen Ausprägungen ist schon längst in unser aller Alltag angekommen. Auch ältere Generationen können dem kaum aus dem Weg gehen. Denn Hightech hat an diversen Stellen Einfluss auf unsere Lebenswirklichkeit und es werden in allernächster Zukunft eher mehr als weniger – sowohl im Alltags- als auch im Berufsleben. Im Haus meines Bruders ertönen seltsame Stimmen aus dem Off, die einen darauf hinweisen, dass das Fenster im Kinderzimmer auf ist, wer gerade auf dem Festnetz anruft oder warum jetzt der ideale Zeitpunkt ist, den Keller zu lüften – das Smart Home lässt grüßen und erklärt vielleicht auch die Affinität der jungen Generation dieses Hauses zur Technik ... Die Marktforschung sollte sich also unbedingt mit dieser ach so wichtigen Hightechbranche auseinandersetzen und das tut sie ja auch: Denn wer findet heraus, wie Interfaces aussehen, wie eine gute Customer Journey gestaltet sein sollte? Und wie können die unterschiedlichen Bedürfnissen analysiert und berücksichtigt werden?

Wenn ich außerhalb meines beruflichen Umfeldes wie selbstverständlich über mein doch eher übersichtliches technisches Equipment spreche, stoße ich schon häufig auf Unverständnis. Da wir Menschen aber meist vergessen, dass unsere Lebenswirklichkeit nicht unbedingt der von anderen entspricht, kommt es zu Missverständnissen und Überraschungen: Deshalb stehen häufig Menschen voller Verzweiflung vor Fahrtkartenautomaten, vor der Inbetriebnahme eines neuen Herdes, dem Programmieren des Fernsehers, dem Verbinden des Smartphones mit dem Auto ... intuitiv ist hier wohl das entscheidende Stichwort.

Aber auch eine an sich gut durchdachte App, die völlig überraschend an einer bestimmten Stelle auf den analogen Weg verweist, ist sicher noch optimierbar: Wer also, wie mir geschehen, ein Carsharing-Auto eines gewissen Anbieters an einer Tankstelle volltankt, die nicht die von diesem vorgesehene Tankkarte akzeptiert, darf nach der Fahrt einen Beleg von der Website des Unternehmens downloaden, ausdrucken, handschriftlich ausfüllen und mitsamt der Quittung per Post beim Unternehmen einreichen. So macht man Kunden und vor allem jüngere Generationen, zu denen ich mich wohlgemerkt nicht mehr zähle, nicht glücklich.

Welche Wege Marktforschung heute gehen muss, damit Kunden nicht immer wieder unliebsam überrascht werden und wie sich auch die internen Prozesse von Marktforschung ändern sollten oder sogar müssen, das möchten wir in diesem Dossier zeigen.

Eine interessante Lektüre wünscht

Dorothee Ragg
(Leitende Redakteurin)

Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter google plus